Newsticker Februar: Aktuelles aus der Prozessindustrie Shell beendet Zusammenarbeit mit Gazprom

Von Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

28.02.2022

London (dpa) *20:04 Uhr – Shell beendet Zusammenarbeit mit Gazprom

Der niederländisch-britische Ölkonzern Shell will seine Zusammenarbeit mit dem russischen Gasmonopolisten Gazprom und damit verbundenen Unternehmen beenden. Betroffen davon ist unter anderem die Beteiligung an der Sachalin-II-Flüssiggasanlage. Außerdem werde die Kooperation am Pipeline-Projekt Nord Stream 2 beendet, teilte Shell am Montag mit.

«Wir sind schockiert über den Verlust von Menschenleben in der Ukraine», sagte Konzernchef Ben van Beurden. Er sprach von einem «sinnlosen Akt militärischer Aggression, der die europäische Sicherheit bedroht». Der Konzernchef betonte: «Unser unmittelbarer Fokus liegt auf der Sicherheit unserer Mitarbeiter in der Ukraine und der Unterstützung unserer Mitarbeiter in Russland.»

Am Tag zuvor hatte sich der britische Energiekonzern BP von seinen Anteilen am russischen Ölunternehmen Rosneft getrennt. BP hatte seit 2013 einen Anteil von 19,75 Prozent der Rosneft-Aktien gehalten. Mit dem Ausstieg sei auch der Rückzug von BP-Chef Bernard Looney und seinem Vorgänger Bob Dudley als Verwaltungsratsmitglieder von Rosneft verbunden, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns am Sonntag.Britischen Medienberichten zufolge gab BP mit dem Schritt Druck aus der Regierung in London nach.

27.02.2022

London (dpa) *18:54 Uhr – BP trennt sich von Anteilen am russischen Energieriesen Rosneft

Der britische Energiekonzern BP trennt sich von seinen Anteilen am russischen Ölunternehmen Rosneft. BP hatte seit 2013 einen Anteil von 19,75 Prozent der Rosneft-Aktien gehalten. Mit dem Ausstieg sei auch der Rückzug von BP-Chef Bernard Looney und seinem Vorgänger Bob Dudley als Verwaltungsratsmitglieder von Rosneft verbunden, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns am Sonntag.

Britischen Medienberichten zufolge gab BP mit dem Schritt Druck aus der Regierung in London nach.

Ludwigshafen (dpa/lrs) *17:09 Uhr – BASF-Chemikalie in Rhein ausgetreten

Aus der Kläranlage des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen sind nach Unternehmensangaben seit Samstag rund 150 Kilogramm Phenoxyessigsäure ausgetreten. Der Austritt sei gestoppt worden und die Behörden seien informiert, teilte der Chemiekonzern am Sonntag mit. Wie es dazu kommen konnte, werde noch ermittelt.

Phenoxyessigsäure sei vom Umweltbundesamt in keine Wassergefährdungsklasse eingestuft, erklärte das Unternehmen weiter. Aufgrund der geringen Menge und der Verdünnung im Rhein sei von keiner Gefährdung für Wasserorganismen auszugehen. Phenoxyessigsäure ist laut BASF ein Zwischenprodukt unter anderem für die Herstellung von Riech- und Farbstoffen.

25.02.2022

Vevey (dpa) *14:40 Uhr – Nestlé schließt seine drei Fabriken in der Ukraine

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat seine Fabriken und Lagerhäuser in der Ukraine mit insgesamt rund 5000 Beschäftigten vorerst geschlossen. Priorität sei es, das Personal zu schützen, teilte das Unternehmen am Freitag in Vevey am Genfersee mit. Alle Beschäftigten seien in Sicherheit. Es handelt sich unter anderem um drei Fabriken, die Süßwaren, Getränke und Fertiggerichte sowie Zutaten herstellen. Das Unternehmen nehme die Produktion wieder auf, sobald dies sicher sei, hieß es.

Bad Vilbel (dpa/lhe) *14:12 Uhr – Arzneikonzern Stada sorgt sich um Beschäftigte in der Ukraine

Der Pharmakonzern Stada sorgt sich um seine Beschäftigten in der Ukraine. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit seinen 440 Mitarbeitern in dem Land, teilte Stada am Freitag in Bad Vilbel mit. «Wir tun alles, was möglich ist, um unsere Teams in der Region zu unterstützen und zu schützen.»

Russland und die Ukraine sind wichtige Märkte für Stada. Der Hersteller von rezeptfreien Medikamenten, Nachahmerarzneien und Spezialpharmazeutika hat dort ein Netzwerk lokaler Produktionsstätten. Der Konzern mit rund 12 500 Beschäftigten weltweit ist stark in Osteuropa engagiert und hat seine Geschäfte in der Region in den vergangenen Jahren mit Zukäufen ausgebaut. In Russland beschäftigt das Unternehmen allein etwa 2100 Menschen. Nun könnten die Stada-Geschäfte wegen der Russland-Sanktionen leiden.

Die Entwicklung im Ukraine-Krieg sei kaum einzuschätzen, hieß es von Stada mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen. Das Geschäft in Russland trägt den Angaben zufolge rund 15 Prozent zum Gesamtumsatz von Stada bei und das Geschäft in der Ukraine weniger als 2 Prozent. Arzneien seien aber nach internationalem Recht von Handelssanktionen ausgenommen.

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Ludwigshafen (dpa) *13:03 Uhr – BASF-Chef: Wirkung der Russland-Sanktionen noch nicht abzuschätzen

Nach Ansicht von BASF-Chef Martin Brudermüller sind die Sanktionen gegen Russland im Zuge des Ukraine-Kriegs noch nicht zu beurteilen. Zu den internationalen Strafmaßen im Zusammenhang mit dem russischen Angriff sagte der Chef des Chemiekonzerns, es wäre «vermessen, bereits irgendwelche Auswirkungen abzuschätzen». «Am ersten Tag nach der Invasion in der Ukraine steht ja noch gar nicht ganz fest, was die Sanktionen wirklich beinhalten», sagte Brudermüller bei der Bilanzvorlage am Freitag in Ludwigshafen.

«Wir sind entsetzt über diesen Angriff und sehen die weitere Entwicklung mit großer Sorge», sagte der Manager. Noch vor kurzer Zeit habe dies niemand für möglich gehalten. «Der gestrige Tag markiert das Ende des Friedens in Europa. Es ist ein bitterer Tag für uns alle.»

Bei BASF machten die Geschäfte in Russland etwa 1 Prozent und jene in der Ukraine 0,2 Prozent des Umsatzes aus. Diese Märkte hätten «keinen größeren Einfluss». Die Energiepreise würden aber sicher mittelfristig eher höher bleiben.

Ludwigshafen (dpa) *07:17 Uhr – BASF will nach Milliardengewinn etwas mehr Dividende zahlen

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will nach einem Milliardengewinn im vergangenen Jahr etwas mehr Geld an die Aktionäre ausschütten. Der Vorstand plane, die Dividende auf 3,40 Euro je Aktie zu erhöhen, teilte der Dax-Konzern am Freitag in Ludwigshafen mit. Im Vorjahr hatte BASF 3,30 Euro je Anteilsschein gezahlt. Experten hatten im Schnitt mit etwa so viel gerechnet. 2021 betrug der auf die Aktionäre anfallende Gewinn 5,5 Milliarden Euro.

Im ersten Corona-Jahr 2020 hatte der Konzern wegen milliardenschwerer Abschreibungen noch einen Verlust von gut einer Milliarde Euro ausgewiesen. Auch im Tagesgeschäft lief es für die Ludwigshafener dank einer guten Nachfrage und höheren Preisen deutlich besser. Zudem profitiere das Unternehmen von seinem Sparkurs. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) hat sich 2021 mit 7,77 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz kletterte um ein Drittel auf 78,6 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr peilt das Unternehmen ein operatives Ergebnis von 6,6 bis 7,2 Milliarden Euro und einen Umsatz von 74 bis 77 Milliarden Euro an.

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