Geräte für explosionsgefährdete Bereiche
Globaler Marktzugang im Ex-Bereich: Ein Produkt, vier regulatorische Säulen

Ein Gastbeitrag von Adam Garner, Global Business Director ‑ Hazardous Locations, CSA Group 3 min Lesedauer

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Wer Geräte, Komponenten und Systeme für explosionsgefährdete Bereiche vertreibt, muss sich gleichzeitig mit vier separaten regulatorischen Rahmenwerken auseinandersetzen: IECEx, ATEX, UKCA und den nordamerikanischen Zertifizierungssystemen. Die Anforderungen unterscheiden sich in Details – und Fehler in der Planung können die Markteinführung um Monate verzögern.

Ex-Schutz ist doch immer gleich? Weit gefehlt! In unterschiedlichen Märkten gelten unterschiedliche Regularien.(Bild:  Stanislav Milata/CSA Group)
Ex-Schutz ist doch immer gleich? Weit gefehlt! In unterschiedlichen Märkten gelten unterschiedliche Regularien.
(Bild: Stanislav Milata/CSA Group)

Für Hersteller von Geräten, die für den Einsatz in potenziell explosionsfähigen Atmosphären konzipiert sind – sei es durch brennbare Gase, Dämpfe oder brennbare Stäube – ist der Zugang zu mehreren Weltregionen eine wettbewerbsrelevante Notwendigkeit. Die Umsetzung gleicht jedoch oft einem regulatorischen Multitasking:

  • IECEx (Das globale Fundament): Dieses international anerkannte System dient als technische Basis für viele regionale Märkte. Es basiert auf den Normenreihen IEC 60079 (elektrisch) und IEC 80079 (nicht-elektrisch) und baut auf zwei unabhängigen Berichten auf: dem ExTR (Technical Report) und dem QAR (Quality Assessment Report). Obwohl es im rechtlichen Sinne kein „Markt“ ist, bildet es den Schlüssel zu globaler Effizienz.
  • Europa (ATEX): Die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU ist für den EU-Markt gesetzlich vorgeschrieben. Sie definiert grundlegende Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen (EHSR) und stützt sich auf harmonisierte Normen, die oft eng an die IEC-Normen angelehnt sind.
  • Vereinigtes Königreich (UKCA): Seit dem Brexit ist für Großbritannien die UKCA-Kennzeichnung (speziell UKEx) erforderlich. Sie wird durch die Verordnung UKSI 2016:1107 geregelt und bleibt inhaltlich weitgehend an ATEX ausgerichtet, erfordert jedoch ein separates administratives Verfahren über eine britische zugelassene Stelle (UK Approved Body).
  • Nordamerika (NEC/CEC): Diese Region nutzt das traditionsreiche Class/Division-System parallel zum mittlerweile gut integrierten Zone-System. Geräte müssen sowohl die allgemeinen Sicherheitsanforderungen als auch spezifische HazLoc-Standards erfüllen, was durch vierteljährliche Werksinspektionen ergänzt wird.

Effizienz: Doppelte Prüfungen vermeiden

In der täglichen Praxis entscheidet die Reihenfolge, in der Zertifizierungen angegangen werden, oft darüber, wie schnell ein Produkt in den Zielmärkten verfügbar ist. Wenn ATEX-, UKCA- und nordamerikanische Bewertungen parallel unter Nutzung des IECEx-Verfahrens während der Erstzertifizierung durchgeführt werden, können Prüfberichte systemübergreifend wiederverwendet werden. So kann beispielsweise ein gültiger IECEx ExTR die EU-Baumusterprüfung oder den UKCA-Prozess erheblich rationalisieren. Die Folge: geringere Prüfkosten, weniger redundante Audits und eine messbar kürzere Zeit bis zur Markteinführung.

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