Safety & Security Resilienz in Krisenzeiten? Aber sicher doch!

Aktualisiert am 12.08.2026 Von Dominik Stephan 4 min Lesedauer

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Sicherheit hat – gerade in Krisenzeiten – Konjunktur: Hima kann auch 2025 als einen (wenn auch kleinen) Erfolg verbuchen. Doch damit das so bleibt, muss die Sicherheitstechnik den Bedrohungen folgen, und die analoge und digitale Safety und Security verschmelzen lassen.

Mit Hima 360 haben die Sicherheitsexperten eine offene Plattform für digitale Sicherheitslösungen eingeführt. Dieses System bündelt sicherheitsrelevante Daten, Applikationen und Services, um den gesamten Lebenszyklus industrieller Sicherheitsanlagen zu vernetzen.(Bild:  PROCESS/Stephan)
Mit Hima 360 haben die Sicherheitsexperten eine offene Plattform für digitale Sicherheitslösungen eingeführt. Dieses System bündelt sicherheitsrelevante Daten, Applikationen und Services, um den gesamten Lebenszyklus industrieller Sicherheitsanlagen zu vernetzen.
(Bild: PROCESS/Stephan)

Anscheinend kann die Schwäche der Prozessindustrie dem Sicherheitsbedürfnis nichts anhaben. Hima blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Die Spezialisten für automatisierte Sicherheitslösungen steigerten ihren Umsatz um 2,4 Prozent auf 190,5 Millionen Euro – und dass trotz Zollstreit, Energiepreiskrise und wirtschaftlichen Unsicherheiten bei Kernbranchen und Märkten.

Das Wachstum ist in schwierigen Zeiten respektabel, bleibt aber moderat, zumal die anhaltende Schwäche der Prozessindustrie im DACH-Raum auf die Stimmung drückt. Dementsprechend ist es besonders die internationale Expansion, die zum Hoffnungsträger wird – die Hima-Story ist 2026 eine der Resilienz, nicht des Triumphes: Trotz Deindustrialisierungs-Tendenzen im heimischen Kernmarkt bleiben die Sicherheitsexperten vorsichtig optimistisch.

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Sicherheit goes Digital

Die Hima-Gruppe öffnet mit dem neuen Hauptsitz von Origo Solutions in Kristiansand ihr Regionalzentrum für Skandinavien: Die Einweihung fand am 28. Mai im Kjøita Energy Park statt; es gab Führungen und Live‑Demonstrationen für funktionale Sicherheit und Sicherheit der Betriebstechnik. Das Dachunternehmen stellte dabeidie neue Einheit HIMA Digital vor, die auf der SCADA+‑Plattform von Origo aufbaut und digitale Lösungen für Kunden entwickeln soll. Steffen Philipp betonte die mehr als zwanzigjährige Partnerschaft und den erweiterten Kundennutzen durch die Integration. Mit HIMA Digital will die Gruppe die Digitalisierung der Prozesssicherheit vorantreiben und funktionale Sicherheit mit Sicherheit der Betriebstechnik verbinden.

Das Erfolgsrezept: Fokus statt Bauchladen

„Wir sind in einem deutlich schwierigeren Umfeld nochmals leicht gewachsen. Das zeigt die Robustheit unseres Geschäftsmodells“, sagt Jörg de la Motte, CEO der Hima Group. Geholfen dabei hat den Brühlern sicher die Unabhängigkeit als Familienunternehmen genauso wie der klare Fokus auf Sicherheitstechnik – ein Bereich, in dem typischerweise die großen Vollausrüster der Automatisierungsbranche „nebenbei“ tätig sind. Bei Hima ist das anders: Keine SPS, kein Leitsystem verstellt den Blick aufs Wesentliche.

Das war schon zu Zeiten der ersten TÜV-geprüften Steuerung (System Planar) so und ist im Umfeld von Cyber-Resilience-Act und NIS2 nicht anders – „Umso wichtiger ist es, dass wir unsere internationale Präsenz, unsere digitalen Kompetenzen und unsere Rolle als Lösungsanbieter gezielt ausgebaut haben,“ so de la Motte. Denn Sicherheit ist auch in der Prozessindustrie längst nicht nur eine Frage der Notabschaltung oder des Überdruckventils. Cyberattacken nehmen gezielt Industriesteuerungen ins Visier.

IT oder OT? Sicher ist sicher!

Die Sicherheitsexperten bei Hima erweitern daher mit Partnern wie Genua (teil der Bundesdruckerei) oder der Übernahme der norwegischen Origo Solutions ihr Angebots- und Dienstleistungsportfolio in Richtung digitaler Safety und Security. Das Nervenzentrum dieser neuen Sicherheitswelt hört dabei auf den Namen Hima360 – eine Art Asset Management für die Sicherheitstechnik, die das Thema Safety&Security aus der Rolle des stummen Wächters holen und in einen aktiven Akteur im Analgenlebenszyklus verwandeln will.

„Wir sind in einem deutlich schwierigeren Umfeld nochmals leicht gewachsen. Das zeigt die Robustheit unseres Geschäftsmodells“, erklärt Hima-CEO Jörg de la Motte. „Gleichzeitig sehen wir, dass Investitionsentscheidungen in vielen Märkten länger dauern und Projekte teilweise verschoben werden.”(Bild:  PROCESS/Stephan)
„Wir sind in einem deutlich schwierigeren Umfeld nochmals leicht gewachsen. Das zeigt die Robustheit unseres Geschäftsmodells“, erklärt Hima-CEO Jörg de la Motte. „Gleichzeitig sehen wir, dass Investitionsentscheidungen in vielen Märkten länger dauern und Projekte teilweise verschoben werden.”
(Bild: PROCESS/Stephan)

Die als offenes Ökosystem konzipierte Plattform „Hima360“ begleitet eine Anlage von der ersten Risikoanalyse über das Engineering bis zur täglichen Wartung. Damit, so versprechen die Entwickler, werde nicht zuletzt die Dokumentation automatisiert, sondern Compliance quasi auf Knopfdruck möglich. Anlagenbetreiber können in Echtzeit den „Gesundheitszustand“ ihrer Sicherheitsfunktionen überprüfen und erkennen, welche Prüfungen fällig sind oder wo Anomalien auftreten.

Künstliche Intelligenz: Nutzen oder Risiko?

Beim Thema KI verfolgt das Management einen nüchternen Kurs: CEO Jörg de la Motte schließt den Einsatz von KI in kritischen Sicherheitssteuerungen derzeit aus – Immerhin könnten „halluzinierende“ Systeme unvorhersehbare Entscheidungen treffen. In der Sicherheitstechnik zählt jedoch nur die absolute Vorhersehbarkeit.

Dennoch nutzt das Unternehmen die Chancen der Technologie in anderen Bereichen: Algorithmen für maschinelles Lernen kommen etwa bei der vorausschauenden Wartung zum Einsatz. Sie analysieren Prozessdaten und erkennen Verschleißmuster, bevor ein Bauteil versagt. Zudem optimiert das Unternehmen interne Abläufe im Engineering und Vertrieb durch KI-gestützte Werkzeuge.

Unabhängigkeit als Stabilitätsfaktor

„Wir konnten ein leichtes Umsatzwachstum verzeichnen, gleichzeitig nehmen wir die rückläufige Auftragsdynamik sehr ernst“, erklärt Dr. Michael Löbig, CFO der HIMA Group. „Mit Blick auf geopolitische Risiken, Währungseffekte und die Investitionszurückhaltung in einzelnen Märkten bleiben wir vorsichtig.”(Bild:  PROCESS/Stephan)
„Wir konnten ein leichtes Umsatzwachstum verzeichnen, gleichzeitig nehmen wir die rückläufige Auftragsdynamik sehr ernst“, erklärt Dr. Michael Löbig, CFO der HIMA Group. „Mit Blick auf geopolitische Risiken, Währungseffekte und die Investitionszurückhaltung in einzelnen Märkten bleiben wir vorsichtig.”
(Bild: PROCESS/Stephan)

Für die Kunden in der Prozessindustrie – wo Anlagen oft drei Jahrzehnte oder länger laufen – spielt die langfristige Verfügbarkeit von Systemen eine zentrale Rolle. Als inhabergeführtes Familienunternehmen setzt Hima auf Kontinuität. Diese Unabhängigkeit von kurzfristigen Kapitalmarktinteressen ermöglicht es dem Unternehmen, langfristige Partnerschaften zu pflegen.

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Smart Process Manufacturing Kongress am 21. Oktober 2026

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Der Smart Process Manufacturing Kongress bringt 2026 bereits zum 16. Mal die führenden Digitalisierungsköpfe der Prozessindustrie zusammen. Der Kongress präsentiert lösungs- und praxisorientierte Anwendungsbeispiele, die helfen, schneller und effizienter zu werden. Lernen Sie von und diskutieren Sie mit den Besten der Branche über Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation in der Prozessindustrie.

Hima positioniert sich damit für die Herausforderungen der kommenden Jahre. Denn egal, ob künftig Wasserstoff-Infrastrukturen abgesichert oder die Digitalisierung der Anlagensicherheit weiter vorangetrieben werden soll: Das Ziel bleibt unverändert mit präziser Technik Menschen und die Umwelt zu schützen.

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