Neue Studie Wasserstofftechnologien eröffnen Ostdeutschland milliardenschwere Wertschöpfungspotenziale

Quelle: Fraunhofer ISE 2 min Lesedauer

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Die Herstellung von Wasserstofftechnologien eröffnet Ostdeutschland erhebliche Chancen für Wertschöpfung, industrielle Entwicklung und Beschäftigung. Eine neue Studie zeigt: Im Jahr 2045 kann die Produktion von Elektrolyseuren und ihren Vorprodukten jährlich bis zu 2,2 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung in Ostdeutschland erzeugen.

Die Fertigung von Elektrolyseuren und ihren Vorprodukten könnte Ostdeutschland laut einer neuen Studie 2045 bis zu 2,2 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung jährlich bringen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Fertigung von Elektrolyseuren und ihren Vorprodukten könnte Ostdeutschland laut einer neuen Studie 2045 bis zu 2,2 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung jährlich bringen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Eine neue Studie der Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland (IWO), erstellt vom Wifor Institute und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE zeigt, dass die wirtschaftlichen Chancen der Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland weit über die Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff hinausgehen. Gerade die Herstellung der dafür benötigten Technologien eröffnet den Autoren zufolge neue Potenziale für industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung in Ostdeutschland.

Die Ergebnisse lenken den Blick auf einen bisher wenig betrachteten Aspekt der Wasserstoffwirtschaft: die industrielle Fertigung von Elektrolyseuren und die damit verbundenen Wertschöpfungs- und Arbeitsmarktpotenziale. Elektrolyseure bestehen aus einer Vielzahl von Komponenten und Vorprodukten. Von ihrem Ausbau profitieren daher nicht nur die Elektrolyseurhersteller selbst, sondern auch Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Metallverarbeitung und der Elektroindustrie. Für Ostdeutschland ist dies von besonderer Bedeutung.

„Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft beginnt nicht erst bei der Wasserstoffproduktion. Er beginnt bei den Technologien, die den Wasserstoffhochlauf ermöglichen. Die Herstellung von Elektrolyseuren verbindet Forschung, Innovation und industrielle Fertigung auf besondere Weise“, sagt Dr. Tom Smolinka, Abteilungsleiter Membranelektrolyse am Fraunhofer ISE.

Im Ergebnis prognostizieren die Szenarien für 2045 für Ostdeutschland ein Bruttowertschöpfungspotential in einer Spanne von 480 Mio. bis 2,2 Milliarden Euro. Das Basisszenario mit rund 1,4 Milliarden Euro bewegt sich damit in der heutigen Größenordnung der Herstellung von Papier und Papierwaren in Ostdeutschland. Die 2,2 Milliarden Euro entsprechen der heutigen Bruttowertschöpfung der Kokerei und Mineralölverarbeitung. Das wirtschaftliche Potenzial reicht deutlich über die Elektrolyseurhersteller hinaus. Wie viel Wertschöpfung in Ostdeutschland verbleibt, hängt wesentlich von der Einbindung regionaler Zulieferer ab. Zugleich benötigt die Elektrolyseherstellung unter anderem Metallerzeugnisse, elektronische Erzeugnisse, elektrische Ausrüstungen, Maschinen sowie chemische und materialbezogene Vorleistungen.

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung sind auch relevante Beschäftigungspotenziale verbunden. Im Basisszenario ergibt sich für 2045 ein Beschäftigungseffekt von rund 12.570 Personen, davon etwa 8080 bei den Elektrolyseurherstellern und 4490 in den ostdeutschen Zulieferketten. Je nach Marktszenario reicht die Größenordnung von rund 4300 bis 20.000 Personen. Der Schwerpunkt liegt dabei mit 58 % des Effekts auf Fachkrafttätigkeiten, weitere rund 30 % auf Spezialisten und Experten.

„Die Studie macht deutlich, dass von einer wachsenden Wasserstoffwirtschaft nicht nur die Hersteller von Elektrolyseuren profitieren. Wertschöpfung und Beschäftigung entstehen entlang der gesamten Lieferkette. Besonders bemerkenswert ist dabei der hohe Anteil qualifizierter Tätigkeiten, die für die industrielle Transformation Ostdeutschlands von großer Bedeutung sind“, sagt Florian Fickler, Teamlead für den Bereich Arbeitsmarktforschung beim Wifor Institute.

Die Studie macht deutlich, dass die wirtschaftlichen Chancen der Wasserstoffwirtschaft weit über die Produktion und Nutzung von Wasserstoff hinausreichen. Zusätzliche Wertschöpfung entsteht insbesondere dort, wo die Technologien für den Wasserstoffhochlauf entwickelt, produziert und über regionale Lieferketten in die industrielle Wertschöpfung eingebunden werden.

Für Ostdeutschland eröffnet sich damit die Möglichkeit, bestehende industrielle und technologische Stärken in einem weltweit wachsenden Zukunftsmarkt einzubringen. Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass die Standortwahl für Produktion und Zulieferung erhebliche Auswirkungen auf Wertschöpfung und Beschäftigung hat. Ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Effekte entsteht entlang der Lieferketten und damit dort, wo industrielle Fertigung stattfindet.

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