Standort Deutschland VAA sieht Fachkräfte als Stärke der deutschen Chemieindustrie

Quelle: Pressemitteilung VAA 2 min Lesedauer

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Hohe Kosten und internationaler Wettbewerbsdruck belasten die Chemieindustrie. VAA-Vize Christoph Gürtler fordert mehr Transparenz bei Importen und sieht qualifizierte Fachkräfte als Schlüssel für einen widerstandsfähigen Standort Deutschland.

Dr. Christoph Gürtler, 2. Vorsitzender des Verbandes Fach- und Führungskräfte Chemie & Pharma (VAA) (Bild:  VAA)
Dr. Christoph Gürtler, 2. Vorsitzender des Verbandes Fach- und Führungskräfte Chemie & Pharma (VAA)
(Bild: VAA)

Die Zukunft der chemischen Industrie in Deutschland und Europa steckt in großen Herausforderungen: Hohe Energiepreise, komplexe Genehmigungsverfahren und zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck belasten die Unternehmen. Um die industrielle Basis in Deutschland langfristig zu sichern, brauche die Industrie verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichend Fachkräfte und wirksame handelspolitische Schutzinstrumente bei nachgewiesenen Wettbewerbsverzerrungen, so der Verband Fach- und Führungskräfte Chemie & Pharma (VAA).

Dr. Christoph Gürtler ist 2. Vorsitzender des Verbandes Fach- und Führungskräfte Chemie & Pharma (VAA). Nach seinen Worten is der Standort Deutschland für die chemische Industrie stark. Doch intransparenter und verzerrter Wettbewerb setze der heimischen Chemieindustrie stark zu. Vor dem Hintergrund einer geopolitischen Neuordnung bei sich gleichzeitig rapide verändernden Klimabedingungen setzt er auf Resilienz auf mehreren Ebenen. Die geopolitischen Veränderungen würden eindrücklich zeigen, welche massiven Auswirkungen Störungen wichtiger Handelsrouten auf die Versorgungssicherheit Europas haben. „Klimaanpassungsfolgen und das Megathema Künstliche Intelligenz sind dabei noch gar nicht inkludiert“, so Gürtel.

„Wir sollten deshalb dafür sorgen, dass wichtige Chemikalien auch in Europa hergestellt werden können. Dafür brauchen wir auch gut ausgebildete und vorbereitete Fach- und Führungskräfte, die unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleiben. Resilienz bedeutet deshalb nicht nur sichere Lieferketten, sondern auch Menschen, die Veränderungen bewältigen können“, sagt der 2. Vorsitzende des VAA.

Um sich unter verzerrten Wettbewerbsbedingungen behaupten zu können, müssten die Kosten asiatischer Importe transparent nachvollziehbar sein, fordert Gürtler: „Es muss sichergestellt werden, dass Produkte nicht durch versteckte staatliche Subventionen einen unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber europäischen Unternehmen erhalten. Wir brauchen ein echtes Level Playing Field. Dafür müssen sich tatsächlich alle Beteiligten lautstark einsetzen: EU-Kommission und Parlament, Unternehmensverbände, Gewerkschaften, Sozialpartner und Bundesregierung.“ Faire Wettbewerbsbedingungen und die Sicherung hochwertiger Arbeitsplätze in Deutschland seien nur möglich, wenn Politik, Wirtschaft und Arbeitnehmervertreter gemeinsam handelten.

Ergänzend richtet er den Blick auf die Regulierung von KI auf europäischer Ebene. Viele führende KI-Experten fragten sich derzeit, wohin sich die künstliche Intelligenz entwickeln könne und wie gefährlich diese Entwicklung sei. Europa habe als bisher einziger Kontinent in weiser Voraussicht den einheitlich geltenden EU AI Act auf den Weg gebracht. Das bewertet Gürtler ausdrücklich positiv. Nun brauche es Fach- und Führungskräfte, die KI inhaltlich vernünftig und ethisch korrekt nutzen könnten. Darin liege ein großer Vorteil.

Mit Blick auf den Standort Deutschland hob Gürtler hervor, dass dieser viel besser sei, als er in der öffentlichen Diskussion oft dargestellt werde. Auch wenn sich unnötige Regulierung streichen, Energiepreise senken, Genehmigungen beschleunigen, die Rahmenbedingungen für Start-ups verbessern und die Transformation beschleunigen ließen, plädiert er für einen optimistischen Blick nach vorn. Deutschlands wichtigste Stärke seien die Menschen. Bildung und Ausbildung würden im internationalen Vergleich weiterhin als sehr gut bewertet. Dies bilde die Grundlage für gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte.

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