Korrosion
Die unterschätzte Gefahr: Wie Werkstoffprüfungen Korrosion verhindern

Ein Gastbeitrag von Dr. Stephan Lederer, Experte Werkstofftechnik und Dr. Manuel Scholz, Experte Werkstofftechnik, beide TÜV Hessen 5 min Lesedauer

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Korrosion kommt schleichend, wird oft lange nicht bemerkt und führt so zu gravierenden Schäden an industriellen Anlagen, Behältern oder Leitungen. Deswegen ist es wichtig, Korrosionsrisiken nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern sie auch zu minimieren. Werkstoffprüflabore können hierbei unterstützen – zum Beispiel mit Beständigkeitsversuchen für die Werkstoffauswahl, Korrosionsüberwachung in der Anlage oder Schulungen. Das erlaubt es Unternehmen, ihre Anlagen sicherer und wirtschaftlicher zu betreiben und rechtliche Regularien gesichert einzuhalten.

Korrosion zählt zu den häufigsten Ursachen für Schäden an industriellen Anlagen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Korrosion zählt zu den häufigsten Ursachen für Schäden an industriellen Anlagen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Korrosion ist weit mehr als ein ästhetisches Problem: Sie zählt zu den häufigsten Ursachen für Schäden an industriellen Anlagen, Behältern und Rohrleitungen. Denn die schleichende Zerstörung von Werkstoffen durch (elektro-)chemische Reaktionen mit ihrer Umgebung gefährdet die Integrität von Anlagen, Bauteilen und Infrastrukturen. Die Folgen reichen von erhöhten Wartungskosten über ungeplante Stillstandszeiten bis hin zu Gefährdungen für Mensch und Umwelt. Dadurch verursachen Korrosionsschäden enorme Kosten: Materialverlust, Produktionsausfälle, teure Reparaturen und verkürzte Lebensdauern von Anlagen sind die Folge. Besonders in der chemischen und pharmazeutischen Industrie sowie in der Lebensmittelproduktion können bereits kleine Korrosionserscheinungen zu Verunreinigungen führen, die in der Produktion ganze Chargen unbrauchbar machen.

In sicherheitskritischen Bereichen wie bei Druckbehältern, Rohrleitungssystemen oder Gasnetzen kann Korrosion zu Leckagen, Brüchen oder gar Explosionen führen. Insbesondere beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sind die Konsequenzen gravierend, nicht nur für den Betreiber, sondern auch für Umwelt und Gesellschaft. Das Problem: Korrosion verläuft häufig unbemerkt. Gerade innen liegende Korrosion in Rohrleitungen, interkristalline Angriffe oder Spannungsrisskorrosion sind von außen oft nicht zu erkennen. Bis ein Schaden sichtbar wird, kann die strukturelle Integrität bereits massiv beeinträchtigt sein.