Newsticker Februar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Shell beendet Zusammenarbeit mit Gazprom

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15.02.2022

Berlin/Bonn (dpa) *16:58 Uhr – Verbraucherschützer: Industrie soll Kosten für Elektrolyseure tragen

Verbraucherschützer haben gefordert, die künftigen Kosten für Wasserstoff-Erzeugungsanlagen und -netze vollständig den Wasserstoff-Verbrauchern in Rechnung zu stellen. Bedarf an Wasserstoff bestehe vordringlich in der Stahl- und Chemieindustrie und bei einigen Anwendungen im Verkehrsbereich, teilte der Bundesverband der Verbraucherzentralen am Dienstag in Berlin mit. Für die privaten Verbraucherinnen und Verbraucher spielten Anwendungen für Wasserstoff in den kommenden Jahren im Wärmebereich aller Voraussicht nach keine Rolle.

Wasserstoffnetze über allgemeine Netzentgelte und damit anteilig von privaten Verbrauchern finanzieren zu lassen, lehne man ab. Die Erzeugungsanlagen, die sogenannten Elektrolyseure, sollten hauptsächlich an Standorten mit besonders hohen regionalen Überschüssen an Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien errichtet werden.

Die Forderung gehört zu einer Stellungnahme der Verbraucherzentrale zu einem Entwurf der Strom-Übertragungsnetzbetreiber zum künftigen Netzbedarf. In dem Mitte Januar veröffentlichten sogenannten Szenariorahmen entwerfen die Netzbetreiber unter anderem erstmals einen Ausblick auf ein «Klimaneutralitätsnetz 2045», ein Stromübertragungsnetz in einem klimaneutralen Deutschland. Solch ein Szenariorahmen skizziert die wahrscheinlichen Entwicklungen der deutschen Energielandschaft in den kommenden Jahren. Er bildet die Grundlage für den folgenden Netzentwicklungsplan, der konkrete Ausbaumaßnahmen beschreibt.

Essen/Den Haag (dpa) *13:54 Uhr – RWE und Neptune Energy planen Wasserstoff-Fabrik in Nordsee

Der Energiekonzern RWE und der Gasproduzent Neptune Energy wollen bis 2030 in der niederländischen Nordsee eine große Wasserstoff-Erzeugungsanlage errichten. Geplant sei eine Pilotanlage mit einer Elektrolyseur-Kapazität von 300 bis 500 Megawatt, berichteten die Unternehmen am Dienstag in Essen und Den Haag. Zum Vergleich: Die aktuell größten Elektrolyseanlagen in Deutschland haben laut RWE eine Kapazität von rund 20 Megawatt.

Wasserstoff soll als Grundstoff für die Industrie und als Brennstoff für die Energiewirtschaft eine zentrale Rolle auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft spielen. Der für die Wasserstoffgewinnung nötige Strom soll von auf See installierten Windrädern klimaneutral erzeugt werden. Das Projekt mit dem Namen «H2opZee» solle den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in den Niederlanden und niederländische Energiewende unterstützen, hieß es. Anlass der Mitteilung war die Unterzeichnung einer Vereinbarung der beiden Unternehmen. In einer ersten Phase soll jetzt eine Machbarkeitsstudie erstellt werden.

Der auf See erzeugte Wasserstoff soll über eine bestehende Gasleitung an Land kommen. Die Leitung habe eine Kapazität von 10.000 bis 12.000 Megawatt und sei damit bereits für den weiteren Ausbau der grünen Wasserstoffproduktion im Gigawattmaßstab in der Nordsee geeignet, betonten die Unternehmen.

«H2opZee» ist den Angaben zufolge eines von 37 Projekten, die für die zweite Runde des niederländischen Nationalen Wachstumsfonds ausgewählt wurden. Die Erfahrungen aus dem Projekt sollen anschließend mit der Industrie geteilt werden. Eigentümer von Neptune Energy (Hauptsitz: London) sind die Beteiligungsunternehmen The Carlyle Group, CVC sowie der chinesische Staatsfonds CIC.

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