Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie Explosion in russischer Chemiefabrik – Drohnenangriff?

Von Wolfgang Ernhofer 53 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

31.03.2026

Teheran (dpa) *16:49 Uhr – Ex-Außenminister: Pharmaunternehmen im Iran bombardiert

Im Iran ist nach Worten des früheren Außenministers Mohammed-Dschawad Sarif ein Pharmaunternehmen Ziel eines Angriffs geworden. «Nach einem Monat voller Kriegsverbrechen wurde heute die Firma Tofigh Daru Research & Engineering zum Ziel», schrieb der ehemalige Minister auf der Plattform X. «Die verzweifelten Angreifer – denen es nicht gelungen ist, ihre teuflischen Wahnvorstellungen zu verwirklichen – haben nun gezielt einen Hersteller von pharmazeutischen Wirkstoffen, darunter auch Krebsmedikamente, angegriffen.» Er veröffentliche dazu ein Foto, das ein zerstörtes und ausgebranntes Stockwerk der Einrichtung zeigt.

Der amtierende Außenminister Abbas Araghtschi warf Israel Kriegsverbrechen vor. Zugleich drohte er auf X mit Vergeltung. Die Streitkräfte würden die Angreifer hart bestrafen.

Moskau (dpa) *15:54 Uhr – Explosion in russischer Chemiefabrik – Drohnenangriff?

Eine starke Explosion hat ein russisches Chemiewerk in der Teilrepublik Tatarstan erschüttert. Nach Angaben des Unternehmens in Nischnekamsk wurden zwei Menschen getötet, es habe mehr als 70 Verletzte gegeben. Als Ursache wurde technisches Versagen angegeben.

Allerdings war der Betrieb des Flughafens kurz vorher laut Mitteilung der Aufsichtsbehörde Rosawiazija eingeschränkt worden. Dies bedeutet meist, dass ukrainische Drohnen in der Luft geortet werden.

Die Explosion löste einen Brand aus, aus dem eine schwarze Rauchsäule weithin sichtbar über der Stadt mit 240.000 Einwohnern aufstieg. Durch die Druckwelle barsten Fenster an mehreren Wohnhäusern, wie Bürgermeister Radmir Beljajew der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge sagte. Nicht authentifizierte Videos in sozialen Netzwerken zeigten Abwehrversuche der russischen Flugabwehr in der Region.

Nischnekamsk liegt in Luftlinie mehr als 1.200 Kilometer von der Ukraine entfernt und ist ein Zentrum der russischen Öl- und Chemieindustrie. In der Teilrepublik Tatarstan hat Moskau auch eine Drohnenproduktion aufgebaut. Die Ukraine versucht in ihrem Abwehrkampf gegen Russland, militärische und industrielle Ziele beim Gegner mit Langstreckendrohnen auszuschalten.

St. Petersburg (dpa) *13:39 Uhr – Ukrainische Angriffsserie: Ölhafen Ust-Luga wieder getroffen

Ukrainische Langstreckendrohnen haben zum wiederholten Mal den russischen Öl- und Gashafen Ust-Luga an der Ostsee bei St. Petersburg angegriffen. Der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, sprach von Schäden an den Hafenanlagen, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete.

Am Finnischen Meerbusen seien Drohnen auch über den Landkreisen Kingisepp an der Grenze zu Estland und Wyborg an der Grenze zu Finnland geortet worden. Am Flughafen der Millionenstadt St. Petersburg mussten wegen der Drohnengefahr mehr als 60 Flüge gestrichen oder verschoben werden.

Nach Angaben des estnischen Militärs drangen mehrere Drohnen auch in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes ein. Die Flugobjekte seien von Radarsystemen und von in Estland stationierten Nato-Kampfjets gesichtet, aber nicht abgeschossen worden. Trümmerteile einer Drohne wurden später in einem Feld im Kreis Tartu im Südosten des Landes gefunden.

Auch im benachbarten Lettland näherte sich ein unbekanntes Flugobjekt dem Luftraum an, drehte aber vorher ab. Wie in Estland wurden die Bewohner der betroffenen Regionen mit Handy-Warnungen darüber informiert. In beiden Länder bestehe keine Gefahr mehr, teilte das Militär mit.

In Estland, Lettland und Litauen war in der Vorwoche jeweils eine fehlgeleitete ukrainische Drohne in den Luftraum eingedrungen und abgestürzt, mit der Kiew Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte. Verletzte oder größere Schäden gab es dabei nicht.

Über den Hafen Ust-Luga verschifft Russland Öl und Flüssigerdgas. Wegen der hohen Energiepreise aufgrund des Iran-Krieges könnte Moskau mit dem Export zusätzlich Geld für seine Kriegskasse verdienen. Die ukrainische Armee hat jedoch seit vergangener Woche in mehreren Nächten Ust-Luga, den Ölhafen Primorsk und die Großraffinerie Kirischi attackiert, um die Energieausfuhren zu stören. Die russische Flugabwehr konnte nicht verhindern, dass Tanklager in Brand geschossen und technische Anlagen beschädigt wurden.

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Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem verheerenden Krieg. Teil der ukrainischen Gegenwehr sind Luftangriffe auf Industrie- und Militäreinrichtungen im russischen Hinterland.

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