Standortschließungen in Deutschland 1.860 Stellen gestrichen: Biontech will 500 Millionen Euro einsparen

Quelle: Pressemitteilung dpa 2 min Lesedauer

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Biontech plant nach der Übernahme von Curevac Einsparungen von 500 Millionen Euro und will dafür 1.680 Stellen streichen. Der frühere Curevac-Hauptsitz in Tübingen soll bis 2027 aufgegeben werden. Oberbürgermeister Boris Palmer zeigt sich bestürzt und fordert den Erhalt von Arbeitsplätzen und Produktion.

Insgesamt sollen bis zu 1.860 Stellen im Konzern abgebaut werden.(Bild:  Biontech)
Insgesamt sollen bis zu 1.860 Stellen im Konzern abgebaut werden.
(Bild: Biontech)

Der Biotechnologiekonzern Biontech treibt nach der vollständigen Übernahme von Curevac seine Restrukturierung voran und kündigt umfassende Einsparmaßnahmen an. Das Unternehmen will mehrere Standorte schließen – darunter auch Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac. Von den Maßnahmen sind nach Unternehmensangaben rund 820 ehemalige Curevac-Beschäftigte betroffen. Der Standort in Tübingen und frühere Hauptsitz von Curevac soll bis Ende 2027 geschlossen werden.

1.860 Stellen sollen gestrichen werden

Neben den früheren Curevac-Standorten sind auch die Produktionsstätten in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur betroffen. Insgesamt sollen bis zu 1.860 Stellen im Konzern abgebaut werden.

Einsparungen von bis zu 500 Millionen Euro

Nach einem verlustreichen Geschäftsjahr 2025 sowie weiterhin negativen Ergebnissen im ersten Quartal 2026 reagiert Biontech mit einem umfassenden Sparprogramm. Das Management erwartet nach vollständiger Umsetzung der Maßnahmen im Jahr 2029 mit wiederkehrenden jährlichen Einsparungen von bis zu rund 500 Millionen Euro. Die Mittel sollen gezielt in Forschung, Entwicklung und Markteinführung innovativer Therapien investiert werden, insbesondere im Bereich der Onkologie.

Fokus auf mRNA-basierte Krebstherapie

Nachdem Biontech in der Corona-Pandemie Milliarden mit seinem Corona-Impfstoff verdient hatte, entwickelt das Unternehmen heute mRNA-basierte Medikamente gegen Krebs und andere Krankheiten. Bis 2030 sollen mehrere Zulassungsanträge für onkologische Wirkstoffkandidaten gestellt werden.

Tübinger Oberbürgermeister ist schockiert

Die angekündigte Schließung des Tübinger Curevac-Standorts stößt auf scharfe Kritik. Der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, sprach von einem harten Schlag für die Stadt, das Land Baden-Württemberg und die Beschäftigten.

Palmer forderte Bund, Land, Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen auf, rasch nach Lösungen zu suchen. Ziel müsse sein, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und Forschung sowie Produktion am Standort zu sichern. Es dürften keine unumkehrbaren Entscheidungen getroffen werden, bevor mögliche Lösungen ernsthaft verhandelt worden seien.

„Dieses Erbe darf nicht abgewickelt werden.“

Palmer reagierte mit großer Bestürzung auf die Pläne, den Standort zu schließen und nahezu alle Mitarbeiter zu entlassen. Wer Curevac übernehme, trage auch Verantwortung für die Beschäftigten, den Forschungsstandort und ein Stück deutscher Innovationsgeschichte, erklärte er.

„Curevac ist in Tübingen entstanden – aus der Universität, aus der Arbeit von Pionieren wie Ingmar Hoerr und Hans-Georg Rammensee“, betonte Palmer. Sie legten bahnbrechende Grundlagen für die mRNA-Technologie. „Hier standen Wissenschaftler und Beschäftigte für eine Idee, die die Medizin weltweit verändert hat. Dieses Erbe darf nicht abgewickelt werden“, so Palmer.

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