Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Explosion in russischer Chemiefabrik – Drohnenangriff?

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19.03.2026

Schkopau (dpa/sa) *13:00 Uhr – Startschuss für neues Kraftwerk in Schkopau gefallen

Für das geplante Gas- und Dampfturbinenkraftwerk im Chemiepark Schkopau (Saalekreis) ist eine erste Teilgenehmigung erteilt worden. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt genehmigte zunächst den Bau und Betrieb eines Pförtnergebäudes, wie die Behörde mitteilte.

Die Genehmigung ist Teil eines mehrstufigen Verfahrens. Weitere Entscheidungen etwa für die eigentlichen Kraftwerksanlagen sollen erst nach detaillierter Planung folgen. Bereits im Januar war ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn zugelassen worden.

«Das Pförtnergebäude ist der Startpunkt für die gesamte Modernisierung», sagte der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye. Schritt für Schritt entstehe in Schkopau eine Anlage, die Versorgungssicherheit und Klimaschutz vereint.

Geplant ist der Bau eines modernen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks mit einer Leistung von rund 900 Megawatt. Die Anlage soll flexibel Strom erzeugen und auch zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

Perspektivisch ist vorgesehen, das Kraftwerk mit Wasserstoff zu betreiben.

Das Kraftwerk Schkopau ist ein zentraler Energieversorger in Sachsen-Anhalt. Im Zuge des gesetzlich festgelegten Kohleausstiegs bis Ende 2034 soll der Standort umgebaut werden. Das neue Kraftwerk soll unter anderem die Versorgung des Chemieparks sichern.

London (dpa) *12:23 Uhr – Shell bestätigt Schäden an Gasaufbereitung durch iranischen Angriff

Beim iranischen Angriff auf Katar ist eine Anlage des Öl- und Gaskonzerns Shell getroffen worden. Die Gasaufbereitungsanlage «Pearl» wurde bei dem iranischen Angriff auf Ras Laffan am Mittwoch beschädigt, wie Shell mitteilte. Das auf der Anlage befindliche Personal befinde sich in Sicherheit und sei wohlauf.

Infolge des Angriffs brach nach Angaben von Shell ein Brand an dem Standort aus, der inzwischen gelöscht wurde. Die Anlage befinde sich in einem sicheren Zustand. Das Ausmaß des Schadens muss noch ermittelt werden. Einer Mitteilung von Qatar-Energy zufolge gab es erhebliche Schäden. Shell betreibt die Anlage zusammen mit dem staatlich-katarischen Konzern.

Gas-to-Liquid ist ein Verfahren zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Dabei wird Gas in hochwertige flüssige Produkte umgewandelt. Täglich werden dort bis zu 1,6 Milliarden Kubikfuß Erdgas umgewandelt in 140.000 Barrel Flüssigprodukte wie Diesel, Kerosin und Basisöle. Die Anlage ist Shell zufolge die größte weltweit. Die Produktion von Flüssiggas (LNG) an dem Standort hatte Shell bereits Anfang März heruntergefahren.

Der Iran hatte in den vergangenen Tagen die Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Region intensiviert. Sie werden als Vergeltung interpretiert, nachdem Israel zuvor das iranische Gasfeld South-Pars angegriffen hatte.

Amsterdam (dpa) *10:20 Uhr – Gaspreis steigt kräftig – Angriffe auf Gasfelder im Nahen Osten

Der Preis für europäisches Erdgas ist deutlich gestiegen. Die für den Weltmarkt bedeutenden Flüssiggasanlagen Katars sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat am Morgen um 24,5 Prozent auf 67,89 Euro je Megawattstunde (MWh) zu. In der Spitze stieg der Preis bis auf 71,68 Euro. Das war ein Plus von mehr als 30 Prozent.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer Bombardierung des wichtigen Gasfelds «South Pars» gedroht. Eine solche Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Für diesen Fall drohte Trump mit einem Angriff «mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat». Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde - solange der Iran Katar nicht weiter attackiere.

Die Sorgen vor Lieferengpässen werden immer stärker. Die erheblichen Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus am Persischen Golf beginnen sich vor allem auf Verbraucher in Asien auszuwirken, die auf Lieferungen aus der Golfregion besonders angewiesen sind und zuletzt auch auf dem europäischen Markt verstärkt Gas nachfragen. Jetzt kommen auch Angriffe auf Gasfelder hinzu. Dies könnte die Versorgung mit Erdgas auch längerfristig beeinträchtigen.

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Der TTF-Preis hatte vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran bei lediglich bei 31 Euro gelegen. Er hat sich also seitdem mehr als verdoppelt.

Wegen des Preissprungs wird die Wiederbefüllung der deutschen Gasspeicher in diesem Jahr nach Einschätzung von Speicherbetreibern eine große Herausforderung. Nach Einschätzung der Initiative Energien Speichern (Ines) fehlen dem Markt derzeit jegliche ökonomischen Anreize zur Einspeicherung von Gas in die Speicher.

Riad (dpa) *10:07 Uhr – Drohne stürzt über Ölraffinerie in Saudi-Arabien ab

Über der saudischen Ölraffinerie Samref ist nach offiziellen Angaben eine Drohne abgestürzt. Der Schaden werde derzeit begutachtet, teilte das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien mit.

Der Iran hatte am Mittwoch nach israelischen Angriffen auf iranische Gasanlagen gedroht, als Vergeltungsmaßnahme Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar anzugreifen. Unter den genannten Zielen war auch die Samref-Raffinerie. Sie ist eine der bedeutendsten im Land.

Am Morgen hatte das Verteidigungsministerium bereits erklärt, mehrere Drohnen unter anderem bei der Hauptstadt Riad und im östlichen Teil des Landes abgefangen zu haben. Auch eine ballistische Rakete, die auf den Hafen von Janbu - nahe der Raffinerie - abgefeuert worden sei, sei abgefangen und zerstört worden.

Hannover (dpa/lni) *07:45 Uhr – Energieminister will Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne

Im Kampf gegen hohe Energie- und Spritpreise muss aus Sicht von Niedersachsens Energieminister Christian Meyer gegen die Mineralölkonzerne vorgegangen werden. Diese würden «übermäßig abkassieren», was eine politische Antwort erfordere, sagte der Grünenpolitiker der «HAZ». «Wir sollten diese Übergewinne abschöpfen und das Geld an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben», forderte Meyer.

Der Minister schlägt vor, die Einnahmen aus einer solchen Übergewinnsteuer für eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer zu nutzen. «Diese Entlastung würde aus meiner Sicht alle Verbraucherinnen und Verbraucher erreichen - und zwar dauerhaft», sagte Meyer der Zeitung.

Die Bundesregierung will gegen die Preise für Benzin und Diesel ein Bündel von Maßnahmen in den Bundestag einbringen. Künftig sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen. Außerdem soll das Bundeskartellamt einfacher gegen überhöhte Preise vorgehen können.

Doha (dpa) *5:37 Uhr – Katar: Große Schäden an Flüssiggasanlage nach Irans Angriff

Katars für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen sind bei einem iranischen Raketenangriff nach Angaben aus dem Golfstaat schwer beschädigt worden. Am frühen Morgen wurden im Industriegebiet Ras Laffan mehrere Flüssiggasanlagen angegriffen, was zu «bedeutenden Bränden und weiteren schweren Schäden» führte, wie der Betreiber Qatar Energy auf der Plattform X mitteilte.

Das Innenministerium erklärte wenig später, die Brände seien unter Kontrolle gebracht worden. Es gebe keine Verletzten. Eine Sprengstoffeinheit der Sicherheitskräfte sei vor Ort, um sich um mögliches Gefahrengut zu kümmern. Dem Verteidigungsministerium zufolge setzte der Iran bei dem Angriff ballistische Raketen ein.

Das Industriegebiet war bereits am Mittwochabend vom Iran mit Raketen angegriffen worden. Der Betreiber sprach daraufhin auf der Plattform X bereits von Bränden und großen Schäden.

Katar gehört zu den größten Gasproduzenten der Welt und spielt eine Schlüsselrolle bei der globalen Versorgung mit Flüssiggas, das vor allem in Ras Laffan verschifft wird. Katars Produktion und der Transport über die Straße von Hormus sind wegen des seit gut zweieinhalb Wochen andauernden Iran-Kriegs allerdings derzeit weitestgehend unterbrochen.

Berlin (dpa) *04:31 Uhr – Wirtschaftsrat der CDU spricht sich für Fracking aus

Der Wirtschaftsrat der CDU spricht sich für eine Gasförderung in Deutschland durch die umstrittene Fracking-Methode aus. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates, sagte der Deutschen Presse-Agentur, heimische Potenziale bei allen Rohstoffen müssten wieder intensiv erschlossen werden. «Dazu zählt auch die Nutzung eigener Gasquellen, einschließlich unkonventioneller Fördermethoden wie Fracking.»

Steiger betonte, die Einhaltung von Umweltstandards müsse gewährleistet bleiben - zugleich gelte es, pragmatisch zu handeln.«Rohstoffe sind auch eine Voraussetzung für unsere industrielle und verteidigungspolitische Handlungsfähigkeit.» Ansonsten drohten wachsende Abhängigkeiten etwa von China. Die ausreichende Versorgung mit energetischen und mineralischen Rohstoffen sei für Deutschland eine «strategische Überlebensfrage».

Steiger äußerte sich vor einer Tagung des Wirtschaftsrates zur Energie und Umweltpolitik in Berlin, bei der unter anderem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwartet wird. Auch Berater von Reiche hatten sich dafür ausgesprochen, die Möglichkeit, die geringe deutsche Gasförderung durch Fracking deutlich auszuweiten, ernsthaft zu prüfen.

Bei der Technik wird Erdgas aus unterirdischem Gestein gelöst. Sie ist in Deutschland aktuell verboten. Kritiker fürchten Verunreinigungen des Grundwassers durch Chemikalien. Grünen-Fraktionsvize Julia Verlinden kritisierte, der Vorschlag sei auch gefährlich, weil große Mengen Methan entweichen würden, was dem Klima weiter schade.

In einem Positionspapier des Wirtschaftsrates heißt es, heimische Vorkommen könnten den Bedarf bei einigen Rohstoffen vollständig decken oder wesentlich zur Deckung beitragen. «Allerdings gefährden verschärfte Wettbewerbsbedingungen - etwa durch hohe Energiekosten, übermäßige Bürokratie und komplexe Regulierungen - bestehende Wertschöpfungsketten im Hinblick auf Sand, Kies, Kalkstein, Gips sowie Aluminium, Chrom, Kupfer, Germanium, Lithium, Magnesium und weitere Metalle und Mineralien.» Gleichzeitig blieben weitere heimische Rohstoffpotenziale bislang unzureichend erschlossen.

Abu Dhabi (dpa) *04:09 Uhr – Abu Dhabi schließt Öl- und Gasanlage nach Angriff wegen Trümmerteilen

Die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben eine Öl- und Gasanlage im Emirat Abu Dhabi nach einem Raketenangriff geschlossen. Herabstürzende Trümmerteile infolge eines Abwehreinsatzes der Luftabwehr hätten zu «Vorfällen» geführt, teilte die Regierung in Abu Dhabi mit.

Betroffen ist demnach die Gasanlage Habschan und ein Ölfeld namens Bab. Es gebe keine Verletzten. Die Behörden nannten zunächst keine weiteren Einzelheiten zur Art und Schwere der Schäden. Es blieb auch unklar, für wie lange die Anlagen geschlossen bleiben sollen.

In der Mitteilung des Kommunikationsbüros von Abu Dhabi auf der Plattform X wurde nicht genannt, wer für den Angriff verantwortlich war. Der Iran greift seit Beginn des amerikanisch-israelischen Kriegs vor gut zweieinhalb Wochen auch immer wieder Ziele in den Emiraten an.

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