Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie Wacker Chemie schreibt wieder schwarze Zahlen

Quelle: dpa 42 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

30.04.2026

Mannheim/Ludwigshafen (dpa) *13:06 Uhr – BASF-Chef: Ludwigshafen zentral für Zukunft des Chemieriesen

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF investiert Milliardensummen in den Erhalt und die Entwicklung seines schwächelnden Stammwerks Ludwigshafen. Der größte Standort des Dax-Konzerns sei die Wiege von BASF und zentral für die Zukunft des Konzerns, sagte Vorstandschef Markus Kamieth auf der Hauptversammlung in Mannheim. «Deshalb ist es so wichtig, dass uns die Veränderung hier gelingt.»

Fortlaufend würden mindestens 1,5 Milliarden Euro jährlich in den Erhalt und auch neue Anlagen in Ludwigshafen investiert, erklärte der Manager. An dem Standort werde es dennoch weitere Einschnitte in allen Bereichen geben. Bestimmte Dienstleistungen etwa bei Personal, Finanzen und Digitalisierung würden künftig verstärkt aus Indien kommen.

BASF kämpft mit einer zu geringen Auslastung am Stammwerk Ludwigshafen. Der Dax-Konzern hat deshalb mehrere Sparprogramme aufgelegt, inklusive umfangreichem Stellenabbau. Rund 2.800 Stellen sind nach Angaben des Vorstands bei der BASF in Ludwigshafen seit Anfang 2024 weggefallen. «Für unsere Mannschaft in Ludwigshafen ist das keine einfache Zeit», sagte Kamiteh zu den Veränderungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit. «Ich weiß, dass die Schlagzahl sehr hoch ist.»

Nach den ersten Monaten des laufenden Jahres gab es bei dem Chemiekonzern weltweit 106.428 Beschäftigte und damit rund 5.000 weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Im Stammwerk arbeitet mit etwa 33.000 Menschen etwa ein Drittel der weltweiten Beschäftigten.

Der Vorstandschef versicherte, die milliardenschweren Investitionen in China in den Verbundstandort Zhanjiang gingen nicht zulasten der heimischen Standorte. Produktion wandere nicht aus Deutschland nach China ab. «Wir produzieren in China für China, nicht für den Export nach Europa», erklärte der Manager. «Wenn wir Anlagen in Deutschland schließen, dann hat es vor allem mit der Marktentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu tun.»

BASF habe in China zuletzt einen Umsatz von rund acht Milliarden Euro erzielt. In den USA sei es fast das Doppelte, in Europa etwa das Dreifache. Perspektivisch soll das Chinageschäft ähnlich groß werden wie unser USA-Geschäft, kündigte der Vorsitzende an. «Aber auch das ist keine Abhängigkeit von einem einzelnen Markt, sondern entspricht der Realität in unserer Branche.» China stehe für rund die Hälfte des globalen Chemiemarkts.

Im ersten Quartal wurde ein Konzernumsatz von 16 Milliarden Euro erzielt, was einem Rückgang zum Vorjahr um drei Prozent entspricht. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um knapp 15 Prozent auf 927 Millionen Euro. Aktionärsschützer forderten das Management auf, nicht nur den neuen Standort China hochzufahren, sondern auch Europa als zukunftsfähigen Heimathafen zu sichern. Auf der Hauptversammlung sollte eine Dividende für die Anteileigner von unverändert 2,25 Euro je Aktie beschlossen werden.

Ludwigshafen (dpa) *09:35 Uhr – Wettbewerbsdruck: BASF setzt im ersten Quartal weniger um

Der Chemiekonzern BASF hat auch im ersten Quartal den Wettbewerbsdruck zu spüren bekommen. Der Umsatz schrumpfte in den drei Monaten bis Ende März im Jahresvergleich um drei Prozent auf 16 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern vor seiner Hauptversammlung mitteilte. Zwar stiegen die verkauften Mengen leicht. Doch niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte, vor allem aus dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi, belasteten.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sondereinflüssen ging um knapp sechs Prozent auf 2,36 Milliarden Euro zurück. «Ohne währungsbedingte Belastungen von mehr als 100 Millionen Euro hätte das Ebitda vor Sondereinflüssen das Niveau des Vorjahresquartals erreicht», sagte Finanzvorstand Dirk Elvermann laut Mitteilung.

Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um knapp 15 Prozent auf 927 Millionen Euro. Dies hängt mit Dividendenzahlungen von der Beteiligung von Wintershall Dea zusammen. Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund des geplanten Verkaufs der Fahrzeug- und Reparaturlacke an den Investor Carlyle angepasst. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte der Vorstand um Unternehmenschef Markus Kamieth.

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29.04.2026

Wiesbaden (dpa/lhe) *12:59 Uhr – Sparpaket: Rhein warnt vor Folgen für Pharmaindustrie

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) verlangt eine stärkere Steuerfinanzierung für Gesundheitskosten von Bürgergeldempfängern. «Bevor wir darüber sprechen, dass es Einschnitte bei Leistungsträgern gibt und Partner nicht mehr mitversichert werden sollen, müssen alle Bürgergeldempfänger komplett in die Steuerfinanzierung», sagte Rhein nach Angaben der Staatskanzlei. Leistungseinschnitte für «Leistungsträger» lehne er ab.

Rhein kritisierte Vorschläge, Arzneimittel über Preisdeckelung und Rabatten stärker zu verbilligen. Das sei ein falsches Signal in der Wirtschaftskrise für die Pharmaindustrie. Nur mit einer starken Pharmaindustrie seien Innovationen, Versorgungssicherheit und mehr Unabhängigkeit in Deutschland und Europa zu sichern, sagte Rhein.

Zuvor hatte das Bundeskabinett in Berlin ein Sparpaket für Milliarden-Entlastungen der gesetzlichen Krankenkassen auf den Weg gebracht, das Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmaherstellern vorsieht.

München (dpa) *11:05 Uhr – Wacker Chemie schreibt wieder schwarze Zahlen

Nach einem hohen Verlust 2025 hat der Münchner Chemiekonzern Wacker im ersten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben. In den ersten drei Monaten erwirtschaftete das Unternehmen einen Nettogewinn von 15,3 Millionen Euro - ein Jahr zuvor waren es 3,4 Millionen Euro Verlust gewesen.

Grund war nach Worten von Vorstandschef Christian Hartel unter anderem der Iran-Krieg, der zu vorgezogenen Kundenbestellungen führte. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 1,41 Milliarden Euro, laut Wacker vor allem wegen des schwachen US-Dollars.

Wacker ist auf drei Bereiche spezialisiert: Der Konzern ist nach Firmenangaben führender Hersteller hochreinen Polysiliziums, dem Grundmaterial für Computerchips. Daneben stehen Silikone, aus denen unter anderem Harze und Öle hergestellt werden, sowie Polymere für die Produktion verschiedener Baustoffe. Viertes Geschäftsfeld ist die Biotechnologie. 2025 hatte Wacker einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro gemeldet.

Der Ausblick auf das restliche Jahr bleibt trüb: Eine Trendwende ist nach Hartels Worten bislang nicht abzusehen. Um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, hatte der Wacker-Vorstand 2025 ein großes Sparprogramm eingeleitet, das die Kosten um jährlich 300 Millionen Euro reduzieren soll. Insgesamt will das Management 1.500 Stellen abbauen, den Großteil in Deutschland. «Bereits im laufenden Geschäftsjahr werden signifikante Einsparungen aus dem Programm wirksam werden», sagte Hartel.

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