Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hofft im Verfahren um milliardenschwere US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten auf Klarheit durch den Obersten Gerichtshof der USA. «Wir begrüßen, dass der US Supreme Court die Frage der Einheitlichkeit der Regulierung und des Vorrangs von Bundesrecht sorgfältig prüft», heißt es in einer Stellungnahme des Konzerns zur Anhörung.
Die US-Regierung und Bayer hätten überzeugend dargelegt, dass Warnhinweise auf Basis des Rechts einzelner Bundesstaaten, die sich von dem durch die US-Umweltbehörde genehmigten Produktlabel unterscheiden, durch Bundesrecht ausgeschlossen seien. Alles andere würde zu einem Flickenteppich an Warnhinweisen führen. Unternehmen sollten nicht auf Basis des Rechts einzelner Bundesstaaten dafür verurteilt werden können, dass sie sich an Bundesrecht hielten.
Aus den Fragen der Richter in der Anhörung ergab sich allerdings ein gemischtes Bild. So äußerte sich Brett Kavanaugh dahingehend, dass es möglicherweise einer Uniformität bei solchen Warnhinweisen bedürfe. Der Vorsitzende Richter, John Roberts, stellte hingegen die Frage, ob es Bundesstaaten nicht erlaubt sein sollte, auf neue Risiken hinzuweisen.
Bayer macht sich Hoffnung, dass ein positives Grundsatzurteil im Fall «Durnell» dabei helfen könnte, das teure Thema in absehbarer Zeit abschließen zu können. «Ein Urteil zugunsten des Unternehmens würde die nötige regulatorische Klarheit bringen, um in den USA zugelassene und neue Produkte für Landwirte und Verbraucher auf den Markt zu bringen», hieß es.
Die Richter müssen entscheiden, ob Bundesrecht zu Warnhinweisen beim Verkauf der Unkrautvernichter - wie Bayer argumentiert - über dem Recht von Bundesstaaten steht. Der Fall des Klägers John Durnell war ursprünglich im Oktober 2023 in St. Louis verhandelt worden.
Die Geschworenen waren der Auffassung, dass das Unternehmen zu einer Krebswarnung verpflichtet gewesen wäre - und sprachen dem Kläger eine hohe Entschädigung zu. Bayer wählte diesen Fall dann später für einen Gang vor den obersten US-Gerichtshof aus, um ein Grundsatzurteil zu erzielen.
London (dpa) *17:57 Uhr – Milliardendeal: Shell übernimmt kanadische Energiefirma
Der Öl- und Gaskonzern Shell will mit der milliardenschweren Übernahme des kanadischen Unternehmens ARC Resources sinkende Fördermengen kompensieren. Der britische Konzern will die kanadische Energiefirma für insgesamt etwa 16,4 Milliarden Dollar (etwa 13,9 Mrd. Euro) erwerben, wie Shell mitteilte. Durch den Zukauf soll demnach die Fördermenge um 370.000 Barrel Öläquivalent pro Tag erhöht werden.
Mit dem Deal will Shell seine Ressourcenbasis «für die kommenden Jahrzehnte» stärken und seine Präsenz im Norden Amerikas ausbauen, heißt es weiter. Konkret geht es um das Montney-Becken in den kanadischen Provinzen British Columbia und Alberta zur Förderung von Schiefergas.
Das kanadische Unternehmen sei ein «qualitativ hochwertiger, kostengünstiger und CO2-armer Produzent», sagte Shell-CEO Wael Sawan laut Mitteilung. Der «Financial Times» zufolge stellt der Deal einen weiteren Schritt in Shells Bestreben dar, einer der größten Akteure am Markt für Flüssigerdgas (LNG) zu werden.
Shell übernimmt nach eigenen Angaben im Zuge des Zukaufs auch Nettoverbindlichkeiten und Leasingverpflichtungen von rund 2,8 Milliarden Dollar, woraus sich ein Unternehmenswert von 16,4 Milliarden Dollar ergebe.
Litvinov (dpa/sn) *14:29 Uhr – Tödlicher Arbeitsunfall in tschechischer Raffinerie
In der Raffinerie im tschechischen Litvinov ist es zu einem tödlichen Unfall gekommen. Ein Arbeiter sei am Sonntagnachmittag ums Leben gekommen, teilte ein Polizeisprecher nach Angaben der Agentur CTK am Montag mit. Man habe Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung aufgenommen. Eine Obduktion sei angeordnet worden.
Ein Sprecher der Firma Orlen Unipetrol sprach den Angehörigen des Toten sein Beileid aus. In dem betroffenen Bereich der Raffinerie werde der Kohlenwasserstoff Ethen hergestellt. Das Unternehmen gehört zum polnischen Orlen-Konzern. Die nordböhmische Industriestadt Litvinov liegt rund 50 Kilometer südlich von Dresden.
Stand: 08.12.2025
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Das lokale Nachrichtenportal e-mostecko.cz berichtete, dass der Arbeiter bei einem regelmäßigen Rundgang durch ein Gitter direkt in den Bereich eines laufenden Lüfters gefallen sei. Die Folgen seien fatal gewesen. Der letzte tödliche Unfall in dem Chemiewerk liegt bereits fast acht Jahre zurück. Damals war ein Mann bei Reinigungsarbeiten in einem Tank erstickt.