Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Wacker Chemie schreibt wieder schwarze Zahlen

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22.04.2026

Moskau/Astana (dpa) *16:01 Uhr – Moskau stoppt kasachisches Öl für Druschba-Leitung

Russland wird ab dem 1. Mai nach Regierungsangaben in Moskau kein Öl aus Kasachstan mehr durch seine Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Deutschland leiten. Das Öl werde über anderen Strecken umgeleitet, sagte der für Energiefragen zuständige Vize-Regierungschef Alexander Nowak der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. «Dies hängt mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten zusammen», erklärte er.

Er habe die kasachische Seite in der vergangenen Woche bei Gesprächen darüber informiert, sagte Nowak. Zuvor hatte der Energieminister des zentralasiatischen Landes, Jerlan Akkenschenow, erklärt, Russland habe den Öl-Transit über die Pipeline Druschba und weiter zur Raffinerie PCK Schwedt in Brandenburg mit Null eingeplant. Er mutmaßte, dass das den mit jüngsten ukrainischen Angriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie zusammenhänge.

Nowak machte auch deutlich, dass Russland kein Interesse habe, hier als Transitland zu fungieren. «Die Deutschen haben auf russisches Öl verzichtet, das heißt, bei ihnen ist alles in Ordnung», sagte er.

Frankfurt/Main (dpa) *12:10 Uhr – Hessens Chemie schrumpft – Produktion ein Drittel unter 2021

Die hessische Chemieindustrie erwartet nach einem schwierigen Jahr 2025 neue Rückschläge durch den Nahost-Krieg. Eine Mehrheit der Unternehmen rechne in den kommenden Monaten mit Stagnation oder sinkenden Geschäften, berichteten der Branchenverband VCI Hessen und der Arbeitgeberverband HessenChemie in Frankfurt. «Der Irankrieg und die deutlich gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten belasten das Chemiegeschäft zusätzlich.»

In einer Verbandsumfrage rechneten 80 Prozent der Firmen mit stagnierender oder sinkender Produktion, 72 Prozent erwarteten rückläufige Umsätze, und 92 Prozent sahen keine Verbesserung ihrer Gewinne. Gut die Hälfte (58 Prozent) erwartete rückläufige Investitionen am Standort Hessen.

Die Chemie leidet seit Jahren unter teurer Energie, Überkapazitäten am Weltmarkt und der schwachen Wirtschaft. Die Branche, die viel Gas und Öl verbraucht, ist vom Anstieg der Energiepreise wegen des Iran-Kriegs besonders betroffen. Öl und Gas spielen in der Chemie zudem eine zentrale Rolle als Ausgangsstoffe etwa für Kunststoffe, Dünger, Medikamente, Lösungsmittel und Kosmetika.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Hessen, mit gut 55.000 Beschäftigten eine der Schlüsselbranchen im Land, erzielte 2025 einen Umsatz von 30,9 Milliarden Euro - 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Während die Pharmaindustrie den Umsatz leicht auf knapp 18,4 Milliarden Euro steigerte und dabei von Vorzieheffekten im Zollstreit mit den USA profitierte, schrumpfte die Chemie deutlich. Hier sank die Herstellung um gut vier Prozent und der Umsatz um gut sechs Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Seit 2021 sei die Chemie-Produktion in Hessen damit um 31 Prozent zurückgegangen.

Die Verbände forderten ein Handeln der Politik. «Die Sozialabgaben liegen bereits bei 42,3 Prozent - mit steigender Tendenz. Das schwächt unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit», monierte Oliver Coenenberg, Vorstandsvorsitzender von HessenChemie.

Es brauche Reformen bei Rente, Gesundheit und Pflege. Zusätzlicher Kostendruck im Arzneibereich, wie von Gesundheitsministerin Nina Warken geplant, sei ein Problem, kritisierten die Verbände. Neue Belastungen der Pharmabranche würden den Standort schwächen. Zudem müssten die Vorschriften sowie die Energiekosten sinken, der Industriestrompreis könne nur ein erster Schritt sein.

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