Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Biontech macht rund eine Milliarde Euro Verlust – Gründer verlassen Unternehmen

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05.03.2026

Washington (dpa) *17:31 Uhr – US-Ölsanktionen: Dauerhafte Ausnahme für Rosneft Deutschland

Die unter Treuhand stehende deutsche Tochter von Rosneft ist von den neuen US-Sanktionen gegen den russischen Öl-Sektor dauerhaft ausgenommen worden. Das US-Finanzministerium veröffentlichte eine entsprechende Regelung, nach der mit Rosneft Deutschland und RN Refining & Marketing Geschäfte gemacht werden dürfen. Auch Firmen, die mindestens zur Hälfte den Unternehmen gehören, sind von den Sanktionen befreit. Bislang galt die Ausnahme bis Ende April 2026.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bezeichnet die Sonderregelung für Deutschland in einer ersten Reaktion als «starkes Signal»: «Sie zeigt, dass Deutschland und die Vereinigten Staaten auch in komplexen geopolitischen Fragen eng abgestimmt handeln und gemeinsam tragfähige Lösungen ermöglichen.»

Zu Rosneft Deutschland gehört unter anderem die Raffinerie PCK in Schwedt, die weite Teile des Nordostens und Berlin mit Sprit, Heizöl und Kerosin versorgt. Sie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine stellte der Bund die Rosneft-Töchter unter Treuhandverwaltung, er hat die Kontrolle.

Die US-Sanktionen verbieten nach Angaben des US-Finanzministeriums eigentlich jede wirtschaftliche Interaktion mit Rosneft, Lukoil und ihren Tochterfirmen - nicht nur für US-Unternehmen, sondern auch für ausländische Banken oder Geschäftspartner, die mit den sanktionierten Akteuren in Verbindung stehen. Auch Großbritannien hatte Sanktionen gegen den russischen Öl-Sektor und das Staatsunternehmen Rosneft beschlossen. Diese sollen nach britischen Ministeriumsangaben ebenfalls nicht die beiden deutschen Tochtergesellschaften von Rosneft treffen.

Darmstadt (dpa) *08:19 Uhr – Schwacher Dollar: Merck erwartet Gewinnrückgang

Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck stellt sich wegen harter Konkurrenz und des schwachen US-Dollars auf schwierige Zeiten ein. Dieses Jahr dürfte der Umsatz mit 20,0 bis 21,1 Milliarden Euro bestenfalls das Vorjahresniveau erreichen, teilte der Dax-Konzern mit. Im Tagesgeschäft erwartet das Unternehmen vor Sondereffekten mit 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro einen Ergebnisrückgang.

Erheblichen Gegenwind erwartet Merck vom schwachen Dollar, der unter US-Präsident Donald Trump deutlich an Wert verloren hat. Wegen seiner aggressiven Zollpolitik hat das Vertrauen in die Vereinigten Staaten an den Finanzmärkten gelitten, der Dollar ist zum Euro so schwach wie seit Jahren nicht. Da Merck rund ein Viertel seines globalen Jahresumsatzes in den USA macht, trifft das die Darmstädter spürbar.

Dort beschäftigt der Konzern rund 14.000 Menschen - mehr als am Hauptsitz in Darmstadt. Zudem stellt sich Merck darauf ein, dass ab März US-Umsätze mit dem Multiple-Sklerose-Mittel Mavenclad wegfallen wegen des Wettbewerbs durch Nachahmerarzneien.

Schon im vergangenen Jahr hatten der schwache Dollar und Effekte bei asiatischen Währungen Merck belastet. 2025 ging der Umsatz um 0,3 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro zurück, während der Gewinn im Tagesgeschäft nur leicht wuchs. Nach Steuern musste Merck einen Gewinnrückgang um rund 6 Prozent auf gut 2,6 Milliarden hinnehmen.

«Wir haben 2025 erneut unsere Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt - trotz erheblicher geopolitischer Herausforderungen und starker Währungsgegenwinde», sagte die scheidende Merck-Chefin Belen Garijo, die Ende April Chefin des französischen Pharmakonzern Sanofi werden soll. Die Dividende für die Merck-Aktionäre soll mit 2,20 Euro je Anteil stabil bleiben.

Merseburg (dpa/sa) *07:51 Uhr – Merseburg berät über Erweiterung am Chemiestandort Leuna

Der Stadtrat von Merseburg entscheidet heute über die geplante Erweiterung des Chemiestandortes Leuna. Ziel ist die «Errichtung eines Industrie- und Gewerbegebietes zur Ansiedlung großflächiger, innovativer und nachhaltiger Unternehmen», heißt es in der entsprechenden Beschlussvorlage, über die das Gremium abstimmen soll. Stimmen die Stadträte zu, startet im nächsten Schritt die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Festsetzungen zu Baurecht oder zur konkreten Umsetzung werden damit noch nicht getroffen.

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Der Bebauungsplan für ein «Industriegebiet Merseburg - Süd West (Leuna III)» hat insbesondere Flächen für die Ansiedlung von Unternehmen zum Ziel, «die vorwiegend im Bereich der Bioökonomie und Biochemie arbeiten und eine hohe Anzahl an qualifizierten Arbeitsplätzen schaffen», heißt es weiter. Martin Naundorf, Vertriebschef der Infra Leuna, die den Chemiestandort betreibt, sagte der «Mitteldeutschen Zeitung», dass es konkrete Nachfrage nach Investitionen vor Ort gebe. Das Industriegebiet stoße mit aktuell 35 Hektar verfügbarer Fläche perspektivisch an Grenzen.

Zuletzt war die ostdeutsche Chemieindustrie vor allem von Anzeichen einer tiefen Krise geprägt: Im Sommer vergangenen Jahres hatte Dow Chemical bekanntgegeben, dass ein Teil seiner Anlagen in Schkopau und im sächsischen Böhlen Ende 2027 geschlossen werden soll. Das Chemieunternehmen Domo hatte kurz vor Ende des vergangenen Jahres für seine drei deutschen Tochterfirmen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg Insolvenz angemeldet und erklärt, die Produktion sofort stoppen zu müssen. Allein in Leuna sind davon rund 500 Jobs betroffen. Wenige Tage später schaltete sich das Land Sachsen-Anhalt ein und entschied, den Betrieb aus Sicherheitsgründen vorerst am Laufen zu halten.

Im Chemiedreieck in Sachsen-Anhalt gibt nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit insgesamt 100 Firmen mit rund 10.000 Beschäftigten.

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