Mannheim (dpa/lsw) *14:39 Uhr – Cropenergies rechnet mit Umsatz- und Ergebnisrückgang im Quartal
Der Biosprithersteller Cropenergies geht auch im dritten Quartal (bis Ende November) von einem deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr aus. Der Hauptgrund für den erwarteten Ergebnisrückgang seien normalisierte Preise für nachhaltig erzeugtes Ethanol, teilte die Südzucker-Tochter am Mittwoch in Mannheim überraschend mit. Ein Jahr zuvor hatte Cropenergies dank höherer Preise ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis erwirtschaftet. Das Ergebnis des dritten Quartals des laufenden Geschäftsjahrs 2023/24 soll jedoch deutlich über dem des zweiten Quartals liegen.
Der Ethanolhersteller bietet seit Dienstag bundesweit erstmals an einer öffentlichen Tankstelle den emissionssparenden Sprit Super E20 an. Die E20-Zapfsäule ist nach Angaben des Unternehmens allerdings in der laufenden Versuchsphase nur für bestimmte Firmenflotten zugänglich, nicht für die breite Öffentlichkeit. Bisher gebe es dieses Angebot eines höheren, 20-prozentigen Bioethanol-Anteils nur an Betriebstankstellen auf Firmengeländen.
Berlin (dpa) *14:30 Uhr – Impfmüdigkeit: Pharmabranche erwartet nach Corona-Boom Umsatzminus
Nach dem Abflauen der Corona-Pandemie macht sich Impfmüdigkeit bei den Menschen breit – das belastet die deutsche Pharmaindustrie. Die Branche stellt sich nach dem Impfstoff-Boom auf Umsatz- und Produktionsrückgänge ein, wie der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Zugleich mahnte er bessere Rahmenbedingungen an, etwa bei der Nutzung von Gesundheitsdaten in der Forschung.
Dieses Jahr dürfte der Umsatz der Pharmaindustrie preisbereinigt um 2,9 Prozent sinken und 2024 stagnieren, teilte der VFA mit. Die Produktion werde 2023 wohl im Schnitt um 1,4 Prozent schrumpfen und im kommenden Jahr um zwei Prozent wachsen. Damit fiel die Prognose etwas besser aus als im Frühjahr. «Aktuell spielen Ausfuhren von Impfstoff noch eine wichtige Rolle. Ohne eine Impfwelle in den kommenden Monaten dürften sie sich im Folgenden aber analog zu den Inlandsumsätzen normalisieren», hieß es.
Der Coup des Mainzer Herstellers Biontech, der den weltweit ersten zugelassenen Corona-Impfstoff auf den Markt brachte, hatte dem hiesigen Pharmastandort zu neuem Glanz verholfen und der Branche eine Sonderkonjunktur verschafft. Mit dem Abflauen der Pandemie setze sich die Normalisierung fort, sagte VFA-Chefvolkswirt Claus Michelsen.
Erst am Montag hatte Biontech verkündet, dass im dritten Quartal Abschreibungen von bis zu 900 Millionen Euro in Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff Comirnaty erwartet werden. Biontechs US-Partner Pfizer hatte zuvor seine Umsatz- und Gewinnziele drastisch gesenkt, da die Nachfrage nach Covid-Arzneien und -Impfstoffen schwindet.
Die Zahl der Mitarbeiter in der Pharmabranche ist trotz schwacher Konjunktur und der Debatte um Standortschwäche weiter gestiegen, wie VFA-Zahlen zeigen. Per Juli habe sie 127.800 Menschen hierzulande beschäftigt, rund sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor (118.700). «Dies hängt vor allem mit dem Erfolg einzelner Unternehmen zusammen, die entweder neue Standorte eröffnet haben oder die gewonnenen Spielräume aus den vergangenen beiden Jahren nutzen, um ihre Innovationskraft zu stärken», sagte Michelsen. Für viele andere Unternehmen hätten indes die Sparvorgaben der Bundesregierung rund um das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz zu Stelleneinsparungen geführt. Deutschland habe gute Chancen für innovative Hightech-Produkte, sagte Michelsen. Beschleunigt werden könne das etwa durch Bürokratieabbau und den Zugang zu Daten. Letzteres sei in Deutschland kompliziert.
Bitterfeld-Wolfen (dpa/sa) *10:59 Uhr – Bitterfeld-Wolfen bekommt Fabrik zur Wafer-Herstellung
Mit Investitionen von mindestens 70 Millionen Euro will das Freiburger Unternehmen Nex-Wafe im anhaltinischen Bitterfeld-Wolfen rund 90 neue Arbeitsplätze schaffen. Am Mittwoch wurde im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen der Grundstein für die neue Fabrik gelegt, in der nach Angaben von Nex-Wafe sogenannte Solarwafer gefertigt werden sollen. Wafer werden zu Erzeugung von Strom benötigt. In ihnen findet der photoelektrische Effekt statt, der es möglich macht, aus Sonnenenergie Strom zu erzeugen.
In der neuen Fabrik sollen die Wafer so hergestellt werden, dass im Vergleich zu herkömmlichen Methoden 70 bis 75 Prozent des Energiebedarfs und der Kohlenstoffdioxid-Emissionen sowie bis zu 50 Prozent der üblichen Kosten eingespart werden können, wie das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg mitteilte. Gleichzeitig sollen benötigte Anlagen und Materialien den Angaben zufolge aus Europa bezogen werden, so dass die Lieferkette verkürzt und die internationale Abhängigkeit reduziert würden.
Stand: 08.12.2025
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