Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Widerspruch gegen vorzeitigen Baubeginn für Chemiefabrik in Schwerin

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27.10.2023

Philadelphia (dpa) *11:33 Uhr – Bayer will zwei neue Glyphosat-Urteile in den USA anfechten

Neuer Ärger für Bayer im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter: Nachdem ein Geschworenengericht in Philadelphia kürzlich dem 83-jährigen Ernie Caranci, der Glyphosat für sein Krebsleiden verantwortlich macht, 25 Millionen Dollar Schadenersatz sowie 150 Millionen Dollar Strafschadenersatz zugesprochen hatte, kündigte Bayer am Montag an, dieses und ein anderes - für den Konzern negatives - Urteil anfechten zu wollen. Es waren zwei Gerichtsniederlagen binnen einer Woche gewesen, nachdem der Dax-Konzern zuvor neun Fälle für sich entschieden hatte.

Bayer betont zudem, weiter von der Sicherheit von Glyphosat überzeugt zu sein. Die Schadenersatz-Summe im jüngsten Fall könnte noch sinken. Laienjurys sprechen in den USA Klägern oftmals hohe Summen zu, die Richter nicht selten senken.

Die Probleme rund um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup hatte Bayer sich 2018 mit der über 60 Milliarden Dollar teuren Monsanto-Übernahme aufgehalst. Im gleichen Jahr folgte ein erstes Urteil gegen den Dax-Konzern, das in den USA eine Klagewelle in Gang setzte. 2020 dann hatte Bayer ein milliardenschweres Programm aufgelegt, um den Großteil der Klagen – ohne Haftungseingeständnis – beizulegen.

Einen Großteil der Klagen hat Bayer bereits abgearbeitet. Im Frühjahr hieß es im Zuge der Vorlage der Geschäftszahlen für 2022, dass von inzwischen insgesamt circa 154 000 angemeldeten Ansprüchen rund 109.000 verglichen worden seien oder die Vergleichskriterien nicht erfüllten. Zudem kann Bayer – per Stand Ende 2022 – auf ein Polster von 6,4 Milliarden Dollar bauen, die der Konzern für Vergleiche bestehender und künftiger Glyphosat-Klagen zurückgestellt hat.

Kassel (dpa) *10:02 Uhr – Niedrigere Gaspreise belasten BASF-Beteiligung Wintershall Dea

Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea hat im dritten Quartal vor allem niedrigere Gaspreise zu spüren bekommen. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Explorationskosten (Ebitdax) brach im Jahresvergleich um 53 Prozent auf 964 Millionen Euro ein, wie die BASF-Mehrheitsbeteiligung am Montag in Kassel mitteilte. Die Fördermenge fiel wegen ungeplanter Wartungsarbeiten in zwei Gasfeldern in Norwegen leicht ab. In den Zahlen ist das Russland-Geschäft nicht mehr enthalten, weil sich Wintershall Dea aus dem Land zurückziehen will.

Unter dem Strich stand ein bereinigter Gewinn von 61 Millionen Euro nach 429 Millionen ein Jahr zuvor. Inklusive Sondereffekte wie Kosten für das kürzlich angekündigte Sparprogramm sowie Wertminderungen der Vermögenswerte in der Region Nordafrika und Naher Osten stand unter dem Strich ein Quartalsverlust von 535 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 388 Millionen verbucht.

Im Zuge eines Sparprogramms will das Unternehmen rund 500 Arbeitsplätze mit Schwerpunkt in Deutschland abbauen. Zuletzt beschäftigte Wintershall Dea mehr als 2000 Menschen. Zudem sollen administrative Ausgaben reduziert werden. So soll die Firma ab kommendem Jahr nur noch einen Hauptsitz haben, und zwar den in Kassel. Ferner wird der Vorstand auf drei Mitglieder verkleinert.

Insgesamt will der Vorstand um Unternehmenschef Mario Mehren so etwa 200 Millionen Euro jährlich einsparen.

Wintershall Dea ist 2019 aus der Fusion der Wintershall Holding und der Dea hervorgegangen. BASF hält gut 70 Prozent. Der Rest gehört Letter One, einer Beteiligungsgesellschaft.

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