Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Widerspruch gegen vorzeitigen Baubeginn für Chemiefabrik in Schwerin

< zurück

Seite: 16/22

10.10.2023

Potsdam (dpa/bb) *17:30 Uhr – Prozessbeginn im Medikamenten-Skandal um Lunapharm

Gut fünf Jahre nach dem Medikamenten-Skandal um den Brandenburger Pharma-Großhändler Lunapharm beginnt am Mittwoch der Prozess gegen drei mutmaßliche Beteiligte: Vor dem Landgericht Potsdam müssen sich die Geschäftsführerin des Unternehmens und zwei mutmaßliche Mittäter wegen illegalen Handels mit Krebsmedikamenten verantworten. In dem Skandal war damals Landesgesundheitsministerin Diana Golze (Linke) gestürzt, weil das Landesgesundheitsamt angeblich trotz frühzeitiger Hinweise nicht eingeschritten sein soll.

Laut Anklage soll die Geschäftsführerin zwischen Mai und Juni 2017 Medikamente über eine Apotheke in Griechenland bezogen und in Deutschland vertrieben haben, obwohl diese Apotheke keine Großhandelserlaubnis hatte. Nachdem dieser Handel behördlich verboten wurde, seien bis Juli 2018 weitere Lieferungen über Rechnungen eines Großhändlers aus Zypern verschleiert worden. Dann hatte ein Bericht des ARD-Magazins «Kontraste» den Skandal öffentlich gemacht.

Für den Prozess sind zunächst 20 Verhandlungstage bis zum 6. März anberaumt.

Hamburg (dpa/lno) *17:18 Uhr – Beschäftigte von Wintershall Dea dringen auf «fairen Sozialplan»

Rund 300 Beschäftigte von Wintershall Dea haben nach Angaben der Gewerkschaft IG BCE am Dienstag in Hamburg gegen die Folgen des geplanten Kostensparprogramms beim Öl- und Gaskonzerns protestiert. Dabei forderten sie «einen fairen Sozialplan» für die von Arbeitsplatzverlust betroffenen Mitarbeiter.

«Das Unternehmen greift massiv in die Zukunft der Beschäftigten ein», sagte der Konzernbetriebsratsvorsitzende Günther Prien der Mitteilung zufolge. «Wir erwarten von unseren Eigentümern, allen voran BASF als Mehrheitsaktionär und damit als Eigentümer, der das hochrisikoreiche Russlandgeschäft 2019 in diese Fusion eingebracht hat, eine angemessene Entschädigung für den Verlust unserer Arbeitsplätze, denn wir hier am Standort Hamburg tragen keine Verantwortung für die fatalen Entscheidungen.»

Wintershall Dea will hunderte Arbeitsplätze mit Schwerpunkt in Deutschland abbauen. Weltweit sollen rund 500 Stellen gestrichen werden, in Deutschland seien etwa 300 Arbeitsplätze betroffen, hatte das Unternehmen im September mitgeteilt. Dessen Chef Mario Mehren begründete den Schritt mit den Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Mit dem Rückzug aus Russland habe das Unternehmen die Hälfte seiner Produktion und 60 Prozent seiner Reserven verloren. Die Produktionskosten seien um 35 Prozent gestiegen. Zudem lägen die Verwaltungskosten um 50 Prozent über denen der Wettbewerber.

Vom Jobabbau betroffen ist unter anderem der Hamburger Standort. Rund 100 Stellen sollen dort nach Kassel verlagert werden, wo künftig der alleinige Verwaltungssitz des Konzerns sein wird. Die Gewerkschaft befürchtet, dass in Hamburg sogar mehr als 350 Arbeitsplätze in Gefahr sind. Erst in diesem Sommer war Wintershall Dea mit rund 500 Hamburger Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ein neues Bürogebäude in der Hafencity gezogen.

«Wir arbeiten an vielen Stellen dafür, um die besten Bedingungen für die Beschäftigten herauszuholen», versicherte der Hamburger Bezirksleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE), Jan Koltze. «Mir drängt sich der Eindruck auf, dass hier ein Unternehmen aufgehübscht werden soll für den Verkauf», fügte er hinzu. «Darunter sollen nun aber erst einmal die Beschäftigten leiden. Das müssen wir versuchen zu verhindern.»

(ID:49734727)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung