Der US-Pharmakonzern Pfizer darf das US-Biotechunternehmen Seagen übernehmen. Die EU-Kommission kam zu dem Schluss, dass es keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken gebe, und genehmigte die Übernahme ohne Auflagen, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte. Im März hatte Pfizer bekanntgegeben, für den Krebsspezialisten 229 Dollar je Aktie zahlen zu wollen. Seagen wird damit mit 43 Milliarden Dollar (40 Mrd Euro) bewertet.
Pfizer zeigte sich damals zuversichtlich, dass das Unternehmen bis 2030 je nach Fortschritten bei den Produkten mehr als zehn Milliarden Dollar an Erlösen beisteuern könnte – mit einem erheblichen Aufwärtspotenzial danach. Die Übernahme war den Angaben zufolge in Deutschland, Österreich und Zypern anmeldepflichtig.
Die Kommission stellte unter anderem fest, dass der Zusammenschluss keine negativen Auswirkungen auf die Preise haben dürfe. Pfizer war in Deutschland vor allem durch seine Kooperation mit dem deutschen Unternehmen Biontech bekanntgeworden. Die beiden hatten den weltweit ersten zugelassenen Corona-Impfstoff entwickelt. Seagen ist unter anderem auf gezielte Therapien zur Krebsbehandlung spezialisiert.
Brüssel (dpa) *13:58 Uhr – Preisabsprache: 10-Millionen-Strafe für Pharmakonzern Boehringer
Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim muss wegen illegaler Preisabsprachen eine Strafe von etwas mehr als zehn Millionen Euro zahlen. Eine Untersuchung habe ergeben, dass sechs Unternehmen – darunter Boehringer – vereinbart hätten, Mindestverkaufspreise für ein wichtiges Ausgangsmaterial krampflösender Medikamente wie Buscopan festzulegen und Quoten zuzuteilen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit. «Darüber hinaus tauschten die Unternehmen sensible Geschäftsinformationen aus.» Insgesamt sei zwischen dem 1. November 2005 und dem 17. September 2019 gegen Wettbewerbsrecht verstoßen worden.
Konkret muss Boehringer den Angaben zufolge 10,4 Millionen Euro und damit den Löwenanteil der insgesamt 13,4 Millionen Euro schweren Kartellstrafe zahlen. Das Unternehmen habe noch einen Rabatt von zehn Prozent bekommen, weil die Rheinland-Pfälzer ihre Beteiligung an dem Kartell eingeräumt hätten, so die Kommission. Die Firma C2 Pharma sei straflos geblieben, da sie das Kartell bei den Behörden gemeldet habe. Gegen die vier anderen beteiligten Unternehmen wurden Strafen zwischen 98.000 und 1,7 Millionen Euro verhängt. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen wird auch gegen eine siebte Firma ermittelt, die sich nicht auf einen Vergleich eingelassen habe. Die Ermittlungen gegen Alchem würden fortgesetzt, so die Kommission.
Die Wettbewerbshüter betonten zudem, dass jeder von dem wettbewerbswidrigen Verhalten Betroffene vor Gericht Schadenersatz fordern könne. Auch wenn die Kommission gegen die betreffenden Kartellteilnehmer eine Geldbuße verhängt habe, könne Schadenersatz geltend gemacht werden, ohne dass dieser wegen der Geldbuße der Kommission gemindert werde.
Boehringer Ingelheim erklärte, das Unternehmen akzeptiere die Entscheidung. Während der Untersuchung habe man vollumfänglich mit der Europäischen Kommission zusammengearbeitet. Der Konzern verfolge «eine Null-Toleranz-Politik gegenüber illegalen oder rechtswidrigen Geschäftspraktiken».
Darmstadt (dpa/lhe) *09:10 Uhr – Merck will nach Schwächephase 2024 zu Wachstum zurückkehren
Der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern Merck will nach dem schwierigen laufenden Jahr bald zurück in die Erfolgsspur. «Wir sind zuversichtlich, im Geschäftsjahr 2024 auf unseren Wachstumskurs zurückzukehren», sagte Konzernchefin Belén Garijo in einer Mitteilung vom Donnerstag anlässlich eines Kapitalmarkttages des Dax-Unternehmens. Das Umsatzziel von 20,5 Milliarden bis 21,9 Milliarden Euro für 2023 bestätigte das Management.
«Unser Geschäftsmodell ist in den letzten Jahren immer wieder auf die Probe gestellt worden – und hat sich als widerstandsfähig erwiesen», ergänzte sie. Das Management hält den Angaben zufolge unverändert an seinen mittelfristigen Wachstumszielen fest und erwartet auch über das Jahr 2025 hinaus eine positive Geschäftsentwicklung.
Stand: 08.12.2025
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Für dieses Jahr hat sich der Konzern allerdings auf ein Übergangsjahr mit Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis eingestellt. Im August hatte das Management wegen einer anhaltenden Schwäche in der Laborsparte und im Geschäft mit Halbleitermaterialien seine Jahresziele gesenkt.
Merck hatte in der Pandemie lange von der starken Nachfrage von Impfstoffherstellern und -forschern weltweit profitiert. Doch mit dem Abflauen des Virus sanken die Corona-Umsätze deutlich. Zudem verzögerte sich die Erholung im Geschäft mit der Halbleiterindustrie.
Basel (dpa) *07:40 Uhr – Bei Roche halten die Corona-Nachwehen an
Der Schweizer Pharmakonzern Roche spürt die nachlassenden Umsätze im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Wie der Pharmakonzern am Donnerstag mitteilte, setzte er in den ersten neun Monaten 44,1 Milliarden Franken (rund 46,6 Mrd Euro) um, ein Minus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Zu konstanten Wechselkursen legten die Verkäufe um ein Prozent zu.
Von den beiden Geschäftsbereichen steuerte die größere Pharmasparte 33,6 Milliarden Franken zum Umsatz bei, ein Plus von einem Prozent zum Vorjahreswert. Die kleinere Diagnostik-Sparte bekommt die weggefallenen Corona-Umsätze weiter stark zu spüren, wie das Umsatzminus von 25 Prozent auf 10,4 Milliarden Franken zeigt. Gewinnzahlen legt Roche nach neun Monaten traditionell nicht vor.
Für das laufende Geschäftsjahr bleibt das Roche-Management bei seinem vorsichtigen Ausblick. So geht der Konzern zu konstanten Wechselkursen weiter von einem Rückgang der Umsätze im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus.
Göttingen (dpa) *07:26 Uhr – Labor- und Pharmazulieferer Sartorius mit Gewinneinbruch
Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius muss wegen der anhaltend gedämpften Investitionslaune seiner Kunden einen Gewinneinbruch verkraften. In den ersten neun Monaten sank der Überschuss um fast zwei Drittel auf knapp 197 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Göttingen mitteilte.
Das Management hatte bereits in der vergangenen Woche seine Prognosen für das laufende Jahr gesenkt, unter anderem weil der Lagerbestandsabbau in den Abnehmerbranchen sich länger hinzieht als gedacht. Trotz erster Erholungstendenzen verschiebe sich der erhoffte Aufschwung, hieß es vom Konzern nun dazu. Viele Kunden hatten in der Hochphase der Corona-Pandemie ihre Bestände aus Sorge vor Lieferproblemen aufgefüllt und sind daher versorgt. Der Auftragseingang bei Sartorius sank in den ersten drei Quartalen konzernweit um fast 30 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.