Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Widerspruch gegen vorzeitigen Baubeginn für Chemiefabrik in Schwerin

< zurück

Seite: 15/22

11.10.2023

Brüssel (dpa) *17:30 Uhr – EU-Ausschuss stimmt über neue Zulassung für Glyphosat ab

Vertreter der EU-Staaten stimmen an diesem Freitagmittag über die Erneuerung der Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat ab. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, dass Glyphosat bis Ende 2033 in der EU genutzt werden darf – noch ist der Wirkstoff bis Mitte Dezember in der EU zugelassen.

Im sogenannten ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (ScoPAFF) braucht die EU-Kommission eine qualifizierte Mehrheit für ihren Vorschlag. Ansonsten muss in einem Berufungsausschuss weiter verhandelt werden. Für eine qualifizierte Mehrheit wird die Zustimmung von mindestens 55 Prozent der EU-Staaten gebraucht, die gleichzeitig mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren.

Emden (dpa/lni) *18:00 Uhr – Statkraft will ab 2026 Wasserstoff in Ostfriesland produzieren

Der norwegische Energiekonzern Statkraft treibt seine Planungen für eine Pilotanlage zur Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien in Ostfriesland voran. An seinem bestehenden Kraftwerksstandort in Emden will das Unternehmen bis 2026 einen Elektrolyseur installieren. Bis Anfang 2024 rechne man mit einer Genehmigung für das Vorhaben von den Behörden, sagte Helge-Jürgen Beil, Leiter des Wasserstoffbereichs von Statkraft in Deutschland, am Mittwoch. Die Bestellung der nötigen Komponenten und erste Bauarbeiten könnten dann im kommenden Jahr starten.

Mit einer Leistung von zehn Megawatt soll in der Pilotanlage 200 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde erzeugt werden. Abnehmer soll laut dem Unternehmen der örtliche Schwerlastverkehr, also etwa Busse oder Laster werden. Jährlich könnten mit der Menge rund 100 Lastwagen über Wasserstofftankstellen in der Region emissionsfrei betrieben werden.

Die Pläne waren bereits im März dieses Jahres bekannt geworden, als Statkraft die Genehmigungsunterlagen für den Elektrolyseur eingereicht hatte. Am Mittwochabend wollte das Unternehmen nun Emder Bürgerinnen und Bürger über das Vorhaben informieren. Eine finale Investitionsentscheidung hat Statkraft noch nicht getroffen.

Mit erneuerbarer Energie hergestellter Wasserstoff soll einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Um Wasser bei der Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten, muss sehr viel Energie eingesetzt werden. Wird dazu erneuerbare Energie genutzt, spricht man von «grünem Wasserstoff».

Emden sei für die Wasserstoff-Produktion ein günstiger Standort, sagte Statkraft-Manager Beil. Neben ausreichend Energie aus Windkraft könne auch die Infrastruktur des vorhandenen Biomasseheizkraftwerks und der Netzanschluss genutzt werden. Sichergestellt werden müsse dagegen noch, dass Emden in den kommenden Jahren an das geplante Wasserstoffkernnetz angeschlossen werde.

Denn bei dem Pilotprojekt in Emden will es Statkraft nicht belassen. Bis 2030 will das Unternehmen nach eigenen Angaben mindestens 250 Megawatt installierte Elektrolyse-Leistung in Deutschland betriebsbereit haben. Den Großteil dieser Elektrolyseure will Statkraft an seinem Kraftwerksstandort in Emden errichten.

Die niedersächsische Nordseeküste gilt als perspektivreiche Region für die Wasserstoffwirtschaft – besonders weil dort an Land und auf See viel Strom aus Windkraft produziert wird. Neben Statkraft plant früheren Angaben zufolge auch der Energieversorger EWE bis Ende 2026 eine Großanlage zur Wasserstoffproduktion in Emden. Weitere Unternehmen planen solche Anlangen etwa in Wilhelmshaven.

Brüssel (dpa) *17:31 Uhr – EU-Ausschuss tagt zur Frage: Weitere zehn Jahre Glyphosat?

Die EU-Kommission und Vertreter der EU-Staaten beraten ab diesem Donnerstag über die Erneuerung der Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat. Im sogenannten ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (ScoPAFF) wird ein Vorschlag der EU-Kommission erläutert, die Zulassung des Mittels für weitere zehn Jahre zu erneuern. Noch ist Glyphosat in der EU bis Mitte Dezember zugelassen. Eine Abstimmung über den Vorschlag wird am Freitag erwartet.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Ende Juli hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) eine Untersuchung zu Glyphosat veröffentlicht, in der sie keine inakzeptablen Gefahren, aber Datenlücken in mehreren Bereichen gesehen hatte. Daraufhin hatte die EU-Kommission im September vorgeschlagen, die Zulassung von Glyphosat für zehn Jahre zu erneuern.

In Deutschland spricht sich das Bundesagrarministerium klar gegen eine Verlängerung aus. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) begründet das damit, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass Glyphosat der Biodiversität schade. Aus den Reihen des Regierungspartners FDP gibt es Widerspruch. FDP-Fraktionsvize Carina Konrad etwa macht sich für eine weitere Nutzung des Mittels stark. Im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien steht hingegen: «Wir nehmen Glyphosat bis Ende 2023 vom Markt.»

Spring/Irving (dpa) *14:41 Uhr – Exxon Mobil und Pioneer Natural Resources über Zusammengehen einig

Der US-Ölkonzern Exxon Mobil will den Schieferöl-Spezialisten Pioneer Natural Resources übernehmen. Die beiden Unternehmen hätten eine entsprechende Vereinbarung getroffen, teilte Exxon Mobil am Mittwoch in Spring (US-Bundesstaat Texas) mit.

Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich einschließlich Nettoverschuldung auf 64,5 Milliarden Dollar (60,9 Mrd Euro). Die Vereinbarung ebnet den Weg für Exxons größte Übernahme seit der Fusion mit Mobil im Jahr 1999. Aktionäre und Regulierungsbehörden müssen dem Vorhaben noch zustimmen. Die Exxon-Aktie gab vorbörslich nach, während der Kurs der Pioneer-Aktie zulegte.

ExxonMobil will die Übernahme komplett mit eigenen Aktien bezahlen.

Die Pioneer-Investoren sollen für jedes ihrer Papiere 2,3234 Exxon-Aktien erhalten. Basierend auf den jeweiligen Schlusskursen vom vergangenen Donnerstag ergibt sich den Angaben zufolge daraus ein Preis von 253 Dollar je Pioneer-Aktie, was einem Aufschlag von fast 18 Prozent entspricht.

Das «Wall Street Journal» hatte bereits im April über die sich anbahnende Milliardenübernahme berichtet. Mit dem Kauf verstärkt sich Exxon im Westen von Texas und in New Mexico. Der Konzern hat die Region als zentral für seine Wachstumsabsichten bezeichnet.

ExxonMobil hat angesichts der angestiegenen Energiepreise infolge des russischen Einmarschs in die Ukraine vergangenes Jahr einen Rekordgewinn von fast 56 Milliarden Dollar erzielt und ist gut bei Kasse.

Kaub (dpa) *13:27 Uhr – Niedriger Wasserstand: Schiffe mit weniger Ladung auf dem Rhein

Wegen niedriger Pegelstände können größere Schiffe auf dem Mittelrhein zurzeit nur mit reduzierter Ladung fahren. «Es ist wie alle Jahre: Die Wasserstände fallen, die Auslastung der Schiffe muss zwangsläufig zurückgehen», sagte der Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein, Florian Krekel, am Mittwoch. Zuvor hatte der SWR berichtet.

«Je nach Schiffsgröße liegen wir im Mittelrhein zwischen 40 und 70 Prozent bei der Auslastung», sagte Krekel. Das könne bei weiter sinkenden Wasserständen auch noch weniger werden. Am Mittwochmittag lag der Wasserstand am Pegel Kaub bei 84 Zentimetern, laut Vorhersage soll er in den kommenden Tagen weiter sinken. «Der Herbst ist eine klassische Niedrigwasserzeit», sagte Krekel.

(ID:49734727)