Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Widerspruch gegen vorzeitigen Baubeginn für Chemiefabrik in Schwerin

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24.10.2023

Düsseldorf (dpa) *22:26 Uhr – Uniper präzisiert Jahresausblick – Sicherungsgeschäfte treiben an

Der verstaatlichte Energiekonzern Uniper hat nach unerwartet positiv verlaufenen neun Monaten seinen Ausblick auf das Gesamtjahr präzisiert. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte 2023 bei sechs bis sieben Milliarden Euro liegen, wie das Unternehmen am Dienstagabend in Düsseldorf mitteilte. Der bereinigte Jahresüberschuss soll bei vier bis fünf Milliarden Euro liegen. Bisher hatte Uniper nur von einem mittleren Milliardenbetrag gesprochen.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres lag das operative Ergebnis den Angaben zufolge bei einem Plus von knapp fünfeinhalb Milliarden Euro - nach einem Minus von gut fünf Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Konzernüberschuss stand bei plus 3,7 nach minus 3,4 Milliarden Euro.

Uniper profitiert den eigenen Angaben zufolge weiter von Sicherungsgeschäften insbesondere in den Bereichen der Stromerzeugung aus Kohle- und Gaskraftwerken sowie im Geschäft mit dem Transport und der Lagerung (Midstream) von Gas.

Hintergrund ist die erfolgreiche, durch Termingeschäfte vorgenommene Absicherung von offenen Gaslieferverpflichtungen infolge der Kürzung russischer Gaslieferungen. Dieser positive Einmaleffekt habe sich im dritten Quartal fortgesetzt und stütze die Ergebnisse im laufenden Geschäftsjahr.

Uniper ist Deutschlands größter Gashändler. Beliefert werden mehr als 1000 Stadtwerke und große Industrieunternehmen. In Deutschland und vier weiteren europäischen Ländern betreibt das Unternehmen außerdem viele Kraftwerke, die Strom aus Gas, Kohle, Wasserkraft, Kernkraft und Öl erzeugen. Uniper ist daneben Deutschlands größter Erdgasspeicherbetreiber. Privatkunden beliefert Uniper außer bei Fernwärme nicht.

Nachdem Russland im vergangenen Jahr die Gaslieferungen eingestellt hatte, war Uniper wegen hoher Kosten für die Ersatzbeschaffung in Schieflage geraten. Der deutsche Staat hatte daraufhin ein milliardenschweres Stabilisierungspaket geschnürt, von dem Uniper

13,5 Milliarden Euro in Anspruch genommen hat. Seitdem hält der Bund gut 99 Prozent der Anteile. Bis Ende 2028 muss er seinen Anteil aufgrund von Auflagen der EU-Kommission auf 25 Prozent plus eine Aktie zurückfahren.

Moskau (dpa) *17:23 Uhr – Erneut Vorstandschef bei Russlands Ölkonzern Lukoil gestorben

Der russische Ölkonzern Lukoil hat nach dem tödlichen Fenstersturz seines Vorstandschefs im vorherigen Jahr nun auch dessen Nachfolger verloren. Der 66 Jahre alte Wladimir Nekrassow sei an einer akuten Herzinsuffizienz gestorben, teilte das Unternehmen am Dienstag in Moskau mit. Nekrassow hatte seit Jahrzehnten bei dem Unternehmen gearbeitet. Er war im vergangenen Jahr eingesetzt worden, nachdem der damalige Vorstandschef Rawil Maganow beim Sturz aus dem Fenster eines Moskauer Krankenhauses ums Leben gekommen war.

Die Polizei hatte nach Maganows Tod Ermittlungen eingeleitet, als wahrscheinlichste Ursache galt damals laut Medienberichten ein Suizid. Bei Maganow sei im Krankenhaus neben Herzproblemen eine Depression diagnostiziert worden, hieß es. Lukoil selbst hatte am 1. September 2022 lediglich mitgeteilt, dass Maganow nach schwerer Krankheit «aus dem Leben geschieden» sei.

Es war damals nicht der erste Todesfall unter Russlands Top-Managern seit Ausbruch des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine: Vor Maganow kam Medienberichten zufolge beispielsweise im Mai der Lukoil-Manager Alexander Subbotin angeblich bei einer okkulten Behandlung gegen Alkoholsucht ums Leben. Seit vorigem Jahr waren mehrere Manager russischer Konzerne tot aufgefunden worden.

Brüssel (dpa) *14:11 Uhr – EU-Kommission kündigt Verteilmechanismus gegen Medikamentenmangel an

Die EU-Staaten sollen sich bei akutem Medikamentenmangel öfter gegenseitig helfen können. Die EU-Kommission hat am Dienstag in Brüssel angekündigt, dass noch diesen Oktober ein freiwilliger Verteilmechanismus gestartet werden soll. Darüber soll ein Land seinen Bedarf an einem bestimmten Arzneimittel kundgeben und andere Mitgliedstaaten daraufhin Medikamente aus ihren Beständen abgeben können. Zudem schlägt die EU-Kommission vor, dass wie bei der Corona-Impfstoffbeschaffung die EU-Staaten gemeinsam Medikamente einkaufen.

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Vergangenes Jahr etwa fehlte es auch in einem großen und vergleichsweise reichem Land wie Deutschland an vielen Arzneien. Nach einer Infektwelle gab es etwa Lieferprobleme bei Fieber- und Hustensäften. Auch Antibiotika und Krebsmedikamente waren nicht immer sofort verfügbar.

Nach Angaben der EU-Kommission soll nun eine Liste mit besonders wichtigen Medikamenten ausgearbeitet werden. Darunter versteht die Behörde Mittel, für die es keine geeignete Alternative gibt und wo ein Engpass bedeutet, dass Menschen ernsthaft Schaden nehmen könnten.

Für diese Medikamente sollen dann – wenn möglich – Lösungen gegen den Mangel ausgearbeitet werden, etwa durch mehr Vorräte, mehr Produktion oder mehr Partnerschaften beispielsweise mit Drittstaaten. Auf der Liste könnten am Ende zwischen 100 und 350 Medikamente stehen, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Sie betonte aber auch: «Medikamentenknappheit kann nicht von heute auf morgen beseitigt werden, denn die Ursachen sind langwierig und vielschichtig.»

Bad Urach (dpa/lsw) *12:37 Uhr – Gefahrstoff in Chemiewerk ausgelaufen

Ein ausgelaufener Gefahrstoff hat einen Großeinsatz in einem Bad Uracher Chemiewerk (Kreis Reutlingen) ausgelöst. Mehrere Hundert Liter waren Polizeiangaben zufolge am Montag in einem Gang eines Untergeschosses ausgetreten. Die Ursache war zunächst unklar. Feuerwehrleute saugten das Gefahrgut mit einem Vakuumsauger ab, banden den Rest per Bindemittel und füllten ihn in luftdichte Fässer. Verletzt wurde niemand. Zwei Firmenmitarbeiter kamen vorsorglich zur Untersuchung in eine Klinik. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden, hieß es in der Polizeimitteilung am Dienstag.

Basel (dpa) *07:30 Uhr – Pharmakonzern Novartis wächst und erhöht Gewinnausblick erneut

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis ist im dritten Quartal weiter gewachsen. Der Nettoumsatz stieg zwischen Juli und September um 12 Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar (rund 11 Mrd Euro), wie Novartis am Dienstag mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Anstieg um ebenfalls 12 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf den verbleibenden Pharmakonzern ohne die im Oktober abgespaltene Generikasparte Sandoz. Für das Gesamtjahr hob der Pharmariese den Ausblick für die Gewinnentwicklung abermals an.

Der operative Betriebsgewinn sank unterdessen um 4 Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar. Umsatzsteigerungen und geringere Restrukturierungskosten standen hier höheren Wertminderungen wegen der Einstellung von Entwicklungsprojekten gegenüber. Unter dem Strich blieb ein um 14 Prozent höherer Konzerngewinn von 1,5 Milliarden US-Dollar übrig. Novartis begründet dies unter anderem mit dem höheren operativen Ergebnis und einem niedrigeren Steuersatz.

Für das Gesamtjahr bestätigt das Management die bisherigen Ziele für den Umsatz. So peilt Novartis zu konstanten Wechselkursen ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an. Beim operativen Kernergebnis soll ein Plus im mittleren bis hohen Zehnerbereich erreicht werden. Hier peilte Novartis zuvor ein Plus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich bis mittleren Zehnerbereich an.

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