Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Widerspruch gegen vorzeitigen Baubeginn für Chemiefabrik in Schwerin

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16.10.2023

Luxemburg (dpa) *19:55 Uhr – Auch EU-Länder wollen Pharmafirmen an Abwasserreinigung beteiligen

Pharma- und Kosmetikfirmen sollen sich nach dem Willen der EU-Länder an den Kosten für die Abwasserreinigung beteiligen. Die Umweltminister der Staaten einigten sich bei einem Treffen am Montag in Luxemburg darauf, dass die sogenannte erweiterte Herstellerverantwortung für jedes Produkt gelten soll, das in einem beliebigen Land auf den Markt gebracht wurde.

Darüber hinaus sollen kommunale Kläranlagen nach dem Willen der Länder bis 2045 die Energie erzeugen müssen, die sie verbrauchen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Energie könne vor Ort oder auch außerhalb des Standorts erzeugt werden. Bis zu 30 Prozent könne von externen Quellen bezogen werden.

Des Weiteren wären Mitgliedstaaten den neuen Regeln zufolge zur Überwachung von Gesundheitsparametern im kommunalen Abwasser verpflichtet. So sollen Krankheitserreger ermittelt werden, die für Pandemien verantwortlich sein können – wie das Corona- oder Influenzavirus.

Die Länder müssen nun mit dem EU-Parlament beraten und einen Kompromiss finden. Das Parlament hatte sich ebenfalls dafür ausgesprochen, Pharma- und Kosmetikfirmen an den Kosten der Abwasserreinigung zu beteiligen. Grundlage für die neuen Vorschriften ist ein Gesetzesvorschlag der EU-Kommission.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßte die Position der Länder. «Besonders erfreulich ist, dass die EU-Mitgliedsstaaten ihre uneingeschränkte Unterstützung für die vollumfängliche Einführung der Herstellerverantwortung zur Übernahme der Kosten der vierten Reinigungsstufe zugesagt haben», sagte der Hauptgeschäftsführer für Wasser und Abwasser, Martin Weyand. Damit könne das Verursacherprinzip angemessen umgesetzt werden.

Auch beim Verband kommunaler Unternehmen stießen die Pläne auf Anklang. Vizepräsident Karsten Specht sagte, Energieeffizienz und Klimaschutz seien für die kommunale Abwasserwirtschaft ein sehr wichtiges Thema. Bei vielen Betrieben sei es aufgrund der begrenzten Flächen und Anlagen nicht möglich, Energie vollständig energieneutral selbst erzeugen. Daher sei es richtig, erneuerbare Energieanlagen auch abseits errichten oder erneuerbare Energien kaufen zu können.

Emsbüren (dpa) *16:51 Uhr – Erste Ferngasleitung wird für Wasserstoff umgerüstet

In Niedersachsen ist am Montag mit der Umstellung einer Ferngasleitung für den Transport von Wasserstoff begonnen worden. Dies werde zum ersten Mal in Deutschland gemacht, teilte das Unternehmen Open Grid Europe (OGE) in Essen mit. Innerhalb von zwei Tagen soll auf den Leitungsabschnitten Emsbüren-Bad Bentheim und Bad Bentheim-Legden (NRW) Erdgas in einen anderen Leitungsabschnitt umgepumpt werden. Anschließend solle mit Ertüchtigungsarbeiten begonnen werden, um voraussichtlich von 2025 an die Leitung für den Transport von Wasserstoff zu verwenden. Ziel ist es, in den kommenden Jahren eine bundesweite Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen.

Leuna (dpa/sa) *15:05 Uhr – Forschungsanlage für strombasierte Kraftstoff soll in Leuna entstehen

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will in Leuna eine Forschungsanlage bauen, um in Zukunft strombasierte Kraftstoffe in industriellem Maße herstellen zu können. Auf knapp fünf Hektar soll die Anlage an dem Chemiestandort im Saalekreis entstehen, wie das DLR am Montag bei der Vorstellung der Pläne für die Anlage am Montag mitteilte. Den Angaben zufolge ist der Forschungsbetrieb zunächst bis 2035 geplant. Durch Bau, Betrieb und Forschung sollen circa 100 Arbeitsplätze entstehen, hieß es.

Unter anderem soll demnach der Frage nachgegangen werden, wie Herstellungsprozesse möglichst effizient hochskaliert und Betriebsparameter optimiert werden können. Das Projekt des DLR wird demnach vom Bundesverkehrsministerium gefördert. Allein für die Planung der Forschungsanlage habe das Ministerium 12,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für die Umsetzung des Projekts sollen Gelder «in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags» bewilligt werden.

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