Nairobi (dpa) *16:49 Uhr – UN-Umwelttreffen fasst Beschlüsse zu Wasser, Chemikalien und Bergbau
Die Umweltversammlung der Vereinten Nationen hat sich auf Beschlüsse zum Umgang mit Wasserressourcen, Chemieabfällen sowie zu den Umweltauswirkungen des Bergbaus geeinigt. Vertreter der 193 Mitgliedstaaten nahmen am Freitag zum Abschluss des einwöchigen Treffens in Kenias Hauptstadt Nairobi insgesamt 15 Resolutionen an.
Die Umweltversammlung (UNEA) ist das höchste Entscheidungsgremium der Welt für Umweltangelegenheiten. Die sechste UN-Umweltversammlung war das bisher größte Treffen seiner Art mit mehr als 140 Ministerinnen und -ministern und fast 6000 Delegierten.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) lobte in Nairobi die Umweltkonferenz als «Leuchtturm des Multilateralismus» in einer schwierigen Situation. «Die globale Umweltpolitik steht vor riesigen Herausforderungen, und die geopolitischen Konflikte erschweren die Arbeit an guten Lösungen.» Das Treffen hat aus Sicht der deutschen Delegation dennoch «entscheidende Fortschritte» beim Schutz der globalen Wasserressourcen gebracht. Auch einen Beschluss zum Umgang mit gefährlichen Chemikalien und ihrer Abfälle hob das deutsche Ministerium hervor. Das 2023 unter deutscher Präsidentschaft verabschiedete globale Rahmenwerk für Chemikalien wird im Arbeitsprogramm des UN-Umweltprogramms verankert und so international gestärkt.
Andere Resolutionen umfassen verstärkte Maßnahmen zur Eindämmung von Sandstürmen und Wüstenbildung, Zusammenarbeit im Kampf gegen Luftverschmutzung, den Schutz der Artenvielfalt in den Meeren sowie den Umgang mit besonders giftigen Pestiziden. Vor allem afrikanische Staaten setzten sich für eine Resolution ein, bei der es um die Umweltauswirkungen des Bergbaus von Mineralien und Metallen geht.
Für Diskussionen sorgte ein von der Ukraine eingebrachter Entwurf, der einen stärkeren Fokus auf die Umweltauswirkungen bewaffneter Konflikte forderte. Auch diese Resolution wurde angenommen – wenngleich der Vertreter Russlands, dessen Land seit zwei Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, die «Politisierung» des Treffens beklagte.
Zu den gescheiterten Resolutionen gehörte unter anderem ein von der Schweiz eingebrachter Entwurf, Technologien zur Beeinflussung der Intensität von Sonnenstrahlen zu fördern. Dies könnte laut Befürwortern zwar dazu beitragen, die Erderwärmung zu verlangsamen – Staaten des Globalen Südens sorgen sich jedoch über unbeabsichtigte Auswirkungen auf die Landwirtschaft.
Darmstadt (dpa) *16:38 Uhr – Merck streicht bis zu 230 Stellen in Elektroniksparte
Der Darmstädter Merck-Konzern baut angesichts schwächelnder Geschäfte erneut Stellen ab. In seiner Elektroniksparte streicht das Dax-Unternehmen bis zu 230 Jobs, davon bis zu 100 am Hauptsitz. Die restlichen 130 Stellen sollen außerhalb Deutschlands bis Ende 2025 entfallen. Ein entsprechender Interessenausgleich sei mit dem Betriebsrat geschlossen worden, teilte eine Sprecherin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Konzern strebe einvernehmliche und sozialverträgliche Lösungen an und versuche, möglichst viele Beschäftigte intern zu vermitteln.
Bereits im November war bekannt geworden, dass Merck die Kosten in der Elektroniksparte um bis 90 Millionen Euro senken will. Dort stellt der Konzern unter anderem Halbleitermaterialien für elektronische Geräte und Flüssigkristalle etwa für Smartphone- und TV-Bildschirme her. Dazu kommen Pigmente für die Auto- und Kosmetikindustrie.
Doch in der Elektronikindustrie herrscht Nachfrageflaute, und der Abschwung dauert länger, als von Merck angenommen. Auch sonst lief es zuletzt nicht rund: So ist die Sonderkonjunktur rund um Corona-Impfstoffe, von der Merck in der Laborsparte profitiert hatte, vorbei, während es in der Pharmasparte Rückschläge bei Hoffnungsträgern gab.
Stand: 08.12.2025
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Auf den Gegenwind hat Merck bereits mit zwei Sparpaketen reagiert: So wurden 200 Stellen in der Pharmasparte gestrichen. Ferner fallen in Zentralfunktionen wie IT, Einkauf, Personal und Recht rund 550 Jobs bis Ende 2024 weg. Betriebsbedingte Kündigungen in Darmstadt sowie im nahen Gernsheim sind per Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025 ausgeschlossen. Allein in Darmstadt beschäftigt Merck rund 12 500 der über 64 000 Beschäftigten weltweit. Umsatz- und Gewinnzahlen für 2023 will das Unternehmen am Donnerstag vorstellen.