Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Razzia bei japanischem Pharmakonzern nach Todesfällen

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05.03.2024

Ravensburg (dpa/lsw) *15:11 Uhr – Pharmazulieferer Vetter knackt beim Umsatz Milliarden-Marke

Der oberschwäbische Pharmakonzern Vetter hat die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro geknackt. Der Meilenstein sei früher erreicht worden als geplant, teilte das Unternehmen am Dienstag am Stammsitz in Ravensburg mit. Der Umsatz sei im abgelaufenen Geschäftsjahr um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,002 Milliarden Euro geklettert. Seit 2016 habe sich der Umsatz damit verdoppelt. Zum Gewinn gibt Vetter traditionell keine Informationen bekannt.

Der global tätige Pharmadienstleister steckte in den vergangenen Jahren immer wieder Geld in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. 2023 seien an den Standorten im Raum Bodensee-Oberschwaben, am Produktionsstandort im benachbarten Rankweil in Vorarlberg sowie am US-Standort Chicago rund 225 Millionen Euro investiert worden. Die Zahl der Beschäftigten sei zuletzt um 300 auf 6300 gewachsen.

Der 1950 vom Apotheker Helmut Vetter gegründete Familienbetrieb ist Spezialist für flüssige und gefriergetrocknete Medikamente, die in Spritzen und andere Injektionssysteme abgefüllt werden.

Leverkusen/London (dpa) *10:00 Uhr – Zahl offener Glyphosat-Fälle bei Bayer steigt weiter

Bayer ist in den USA mit einem Anstieg der Rechtsstreitigkeiten um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat konfrontiert. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern blickte per Ende Januar auf rund 54.000 offene Fälle, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht für 2023 hervorgeht. Das sind 2000 mehr als im Oktober. Rund 113.000 Fälle wurden demnach bereits verglichen oder erfüllen aus verschiedenen Gründen die Vergleichskriterien nicht. Die im Zusammengang mit den Streitigkeiten gebildeten Rückstellungen beliefen sich per Ende 2023 noch auf 6,3 Milliarden Dollar (rund 5,7 Mrd. Euro). Das ist in etwa so viel wie ein Jahr zuvor.

Die Probleme rund um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup hatte Bayer sich 2018 mit der über 60 Milliarden Dollar teuren Übernahme des US-Konzerns Monsanto ins Haus geholt. Im selben Jahr folgte ein erstes Urteil gegen das Dax-Unternehmen. Das setzte in den USA eine Klagewelle in Gang. 2020 legte Bayer ein milliardenschweres Programm auf, um den Großteil der Klagen ohne Haftungseingeständnis beizulegen. Ein guter Teil der Klagen ist abgearbeitet, gleichwohl bleiben Risiken.

Wie ein Unternehmenssprecher bereits am Montag erklärte, hat Bayer elf der vergangenen 17 Prozesse für sich entschieden. Allerdings sorgten die Schadenersatzforderungen in den verlorenen Fällen teils wegen ihrer Höhe für Schlagzeilen. Ende Januar etwa hatte eine Jury einem an Krebs erkrankten Mann einen Betrag von rund 2,2 Milliarden Dollar (gut zwei Mrd. Euro) zugesprochen. Gleichwohl werden in den USA solch hohe Summen in Berufungsverfahren oftmals und teils deutlich reduziert.

Leverkusen/London (dpa) *08:49 Uhr – Bayer will ab 2026 zwei Milliarden sparen – vorerst keine Aufspaltung

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer versucht seine schwierige Lage trotz hoher Schulden ohne Spartenverkauf zu meistern. Die Antwort auf die Frage nach der künftigen Struktur und einer möglichen Aufspaltung laute «nicht jetzt», teilte das Dax-Unternehmen am Dienstag im Rahmen der Vorlage von Jahreszahlen sowie eines Kapitalmarkttages mit. Gleichwohl «werden wir für alles offen bleiben», sagte Bayer-Chef Bill Anderson laut Mitteilung. Angesichts des stark begrenzten Handlungsspielraums solle erst einmal die Geschäftsentwicklung verbessert und mehr strategische Flexibilität geschaffen werden. Im Zuge des bereits vorgestellten neuen Organisationsmodells sollen zudem ab 2026 jährlich zwei Milliarden Euro an Organisationskosten eingespart werden.

Bereits im Januar hatte Bayer mitgeteilt, dass es im Zuge der geplanten Verschlankung der Verwaltung und der angestrebten Beschleunigung von Entscheidungsprozessen zu einem erheblichen Personalabbau in Deutschland kommen dürfte.

Unter dem Strich fiel bei Bayer 2023 auch wegen hoher Wertberichtigungen in der Agrarsparte ein Verlust von 2,9 Milliarden Euro an – nach einem Gewinn von 4,2 Milliarden im vorangegangenen Jahr. Dieses Jahr rechnet der Konzern mit einem weiteren Rückgang des operativen Gewinns. Das um Wechselkurs- und Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll 10,7 Milliarden bis 11,3 Milliarden Euro erreichen, teilte Bayer weiter mit. 2023 sank das operative Ergebnis um 13,4 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Bereinigt um Effekte aus Wechselkursveränderungen peilt Bayer 2024 zudem ein Umsatz von 47 Milliarden bis 49 Milliarden Euro an nach 47,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

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Wie Bayer am Dienstag mit Blick auf die Rechtsstreitigkeiten in den USA weiter mitteilte, sollen «neue Ansätze inner- und außerhalb der Gerichtssäle» verfolgt werden, um rechtliche Risiken und damit verbundene Unsicherheiten zu reduzieren. Anleger kritisieren schon lange, dass es bisher nicht gelang, einen Schlussstrich unter die Glyphosat-Problematik zu ziehen. Die Probleme rund um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup hatte Bayer sich 2018 mit der über 60 Milliarden Dollar teuren Übernahme des US-Konzerns ins Haus geholt.

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