Genf (dpa) *19:54 Uhr – Cholera-Alarm: Impfstoffproduktion muss hochgefahren werden
Die Zahl der Cholerafälle ist weltweit so rasant gestiegen, dass eine schwere Mangellage bei Impfstoffen droht. Länder beantragten im vergangenen Jahr doppelt so viele Impfdosen wie produziert wurden, wie am Mittwoch die Koordinierungsgruppe ICG berichtete, die die globalen Impfstoffvorräte überwacht und verteilt.
Dringend nötig seien Maßnahmen, um weitere Ausbrüche zu verhindern und die Produktion von Impfstoffen hochzufahren. Nach Angaben der WHO ist die südkoreanische Firma Eu-Biologics die Einzige, die zurzeit Impfstoff gegen Cholera herstellt.
Im vergangenen Jahr wurden 36 Millionen Dosen produziert, aber mindestens 72 Millionen wurden von Ländern nachgefragt, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete. Zwischen 2021 und 2023 seien mehr Impfdosen nachgefragt worden als im gesamten Jahrzehnt davor zusammen. Die WHO ist Teil der Koordinierungsgruppe, wie unter anderem auch das UN-Kinderhilfswerk Unicef, die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften.
Die Cholerafälle häufen sich seit 2021. 2022 habe es mehr als doppelt so viele Fälle gegeben wie im Jahr davor, insgesamt 473 000, so die WHO. Vorläufige Daten für 2023 deuteten darauf hin, dass es mehr als 700.000 Fälle gab. Die akute Darminfektion überträgt sich durch Lebensmittel und Wasser, die mit Fäkalien kontaminiert sind, die das Bakterium Vibrio cholerae enthalten.
Zu Ausbrüchen kommt es, wenn die Hygieneverhältnisse schlecht sind. Das passiere oft nach Desastern oder in Konfliktregionen, wenn viele Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Am schwersten betroffen sind die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Haiti, Somalia, der Sudan, Syrien, Sambia und Simbabwe.
Die Koordinierungsgruppe hatte angesichts der hohen Nachfrage nach Impfstoff bereits im Oktober 2022 die Empfehlung ausgegeben, eine statt wie bis dahin üblich zwei Impfdosen zu verwenden. Das schützt mehr Menschen, hält aber nicht so lange vor. Deshalb dringt die Gruppe darauf, dass zum einen mehr in Abwassersysteme und die Versorgung mit sauberem Trinkwasser investiert wird. Zum anderen müssten neue Impfstoffe möglichst schnell genehmigt und in ausreichendem Maß und zu bezahlbaren Preisen auf den Markt gebracht werden.
Baden-Baden (ots) *16:44 Uhr – Chemie-Arbeitgeber weisen Forderung der IGBCE Baden-Württemberg zurück
Der Verhandlungsführer des baden-württembergischen Arbeitgeberverbandes Chemie (agv-Chemie), Christjan Knudsen, hat die heute verabschiedete Forderung der Gewerkschaft IGBCE Baden-Württemberg als realitätsfern charakterisiert. Gefordert hat der IGBCE-Landesbezirk Entgeltsteigerungen von sieben Prozent und zusätzlich einen Bonus für Gewerkschaftsmitglieder.
Knudsen betonte, dass zum einen die jüngste Entgelterhöhung in der Chemie- und Pharmabranche in Höhe von 3,25 Prozent erst im Januar umgesetzt worden sei – gemeinsam mit einer steuer- und abgabenfreien Einmalzahlung von 1500 Euro für alle Tarifbeschäftigten. Zum zweiten habe die Chemieindustrie in Baden-Württemberg nicht nur ein schlechtes Jahr 2023 hinter sich, sondern auch der Start ins Jahr 2024 seit mit Umsatzeinbußen von mehr als sieben Prozent im Januar sehr beunruhigend. Drittens sei – auch mit Blick auf diese Faktoren – ein möglicher Verteilungsspielraum bereits jetzt überreizt: „Die Produktivität ist gesunken, die Inflation geht deutlich schneller zurück – und wir haben die Reallöhne in der Chemie dennoch langfristig gesteigert!“
Die anstehenden Verhandlungen der baden-württembergischen Chemie-Tarifpartner am 24. April 2024 in Karlsruhe schätzt Knudsen als schwierig ein: „Wir brauchen einen klaren Blick für die Realität. Nur so können wir für den Flächentarifvertrag in der Chemie- und Pharmabranche einen tragfähigen und fairen Abschluss herbeiführen.“
Der Forderung nach einem Bonus für Gewerkschaftsmitglieder erteilte er eine Absage. Damit werde keine bessere Tarifbindung erreicht – schon gar nicht bei den Unternehmen. Eine Ungleichbehandlung innerhalb der tariflichen Mitarbeitenden sei nicht vermittelbar, so Knudsen.
Die Tarifkommission des agv-Chemie verhandelt ab dem 24. April 2023 für etwa 210 Unternehmen der Branche (73.000 Beschäftigte) mit der IGBCE in Karlsruhe. Dabei geht es um Entgeltsteigerungen, geforderte Sonderregelungen für Gewerkschaftsmitglieder und eine Modernisierung des Tarifwerks der Branche.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Wiesbaden (ots) *16:33 Uhr – Hessens Chemiearbeitgeberverband weist Forderungspaket zurück
Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Hessen sehe sich vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise mit einer Forderung konfrontiert, die nicht in die Zeit passe. Die IGBCE Hessen-Thüringen fordert mindestens sieben Prozent höhere Entgelte.
Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Hessenchemie, erklärt dazu: „Die Vorstellungen der IGBCE Hessen-Thüringen berücksichtigen nicht die ernste Lage, in der sich die Branche befindet. Die aktuelle Krise manifestiert sich in Hessen ganz konkret in einem Rückgang der Produktion um 7,9 Prozent und des Umsatzes um 8,1 Prozent. Für 2024 gibt es derzeit keine Anzeichen für eine Erholung.“
Trotz dieser Schwierigkeiten haben die Arbeitgeber im Januar die Gehälter bereits um 3,25 Prozent erhöht sowie ein abgabenfreies Inflationsgeld von 1500 Euro gezahlt. „Bei einer erwarteten Inflation von 2,5 Prozent für 2024 ist damit die Teuerung bereits überkompensiert. Es gab und gibt in unserer Hochlohnbranche keinen Nachholbedarf“, betont Meyer.
Zusätzliche Belastungen durch weiter steigende Arbeitskosten würden den Kostendruck auf die Unternehmen weiter erhöhen. „Mit einem krisengerechten Tarifabschluss müssen wir jetzt aber Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze sichern“, fordert der Hauptgeschäftsführer.
„Der Wunsch nach 'exklusiven Vorteilen für Gewerkschaftsmitglieder' widerspricht dem Grundgedanken der Gleichbehandlung aller Beschäftigten und findet bei den Arbeitgebern keine Akzeptanz“, kommentiert Meyer die zweite Gewerkschaftsforderung.
Offen zeigt sich Hessenchemie gegenüber dem dritten Forderungspunkt: „Auch wir würden gerne den Bundesentgelttarifvertrag modernisieren und diesen weniger bürokratisch gestalten. Allerdings dürfen hier keine zusätzlichen Kosten durch die Hintertür entstehen“, so Meyer abschließend. Die Chemie-Tarifverhandlungen in Hessen beginnen am 19. April 2024 in Niedernhausen.
Mainz (dpa/lrs) *16:25 Uhr – Biontech-Gewinn bricht ein mit Folgen für Kommunen
Es ist ein Beispiel dafür, wie vieles miteinander zusammenhängen kann: Das schrumpfende Geschäft mit Covid-19-Impfstoff lässt Gewinn und Umsatz von Biontech einbrechen. Das treibt nicht nur das Mainzer Unternehmen um, das längst mit Milliarden für Forschung und Entwicklung auf eine Zukunft vor allem mit Medikamenten gegen Krebs und Infektionskrankheiten setzt. Es beschäftigt auch Kommunalpolitiker und Landespolitiker in Rheinland-Pfalz. Denn die Entwicklung von Biontech im Jahr 2023 lässt die kommunalen Steuereinnahmen als Ganzes und die der Unternehmensstandorte Mainz und Idar-Oberstein im Besonderen nach unten rauschen.
Im Jahr 2023 stand bei Biontech am Ende ein Nettogewinn von 930,3 Millionen Euro zu Buche. Das war deutlich weniger als die 9,4 Milliarden Euro im Jahr davor. Der Umsatz lag 2023 bei 3,8 Milliarden Euro nach 17,3 Milliarden im Vorjahr. Biontech verwies unter anderem auf Wertberichtigungen von Impfstoff-Vorräten durch den US-Partner Pfizer. Für das laufende Jahr 2024 erwarten die Mainzer einen Umsatz zwischen 2,5 Milliarden und 3,1 Milliarden Euro.
Die nackten Zahlen zeigen, wie viel kleiner das Geschäft mit dem in der Pandemie weltbekannt gewordenen Vakzin mittlerweile ist. 2023 lieferten Biontech und Pfizer weltweit mehr als 400 Millionen Covid-19-Impfstoffdosen aus. Im Vergleich dazu waren 2022 noch rund zwei Milliarden Dosen in Rechnung gestellt worden, 2021 sogar 2,6 Milliarden.
Biontech will seine onkologische Forschung forcieren und 2026 sein erstes Krebsmedikament auf den Markt bringen. Zuletzt seien zahlreiche klinische Fortschritte erzielt worden, sagte Unternehmenschef Ugur Sahin bei der Vorstellung der Geschäftszahlen.
Es gebe eine Reihe an Wirkstoffkandidaten in der mittleren und späten klinischen Entwicklung. Bis 2030 streben die Mainzer Zulassungen in zehn Indikationen an.
Damit die Entwicklung weg vom Fokus auf Covid-19-Impfstoffe hin zu Krebsmedikamenten gelingt, schraubt Biontech seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung nach oben. 2023 gab das Unternehmen rund 1,8 Milliarden Euro dafür aus. Davon floss der Löwenanteil mit 1,47 Milliarden Euro in die Entwicklung onkologischer Präparate sowie von Medikamenten gegen Infektionskrankheiten. Lediglich 313 Millionen Euro wurden für Covid-19-Forschung ausgegeben. 2022 hatten die Forschungsausgaben insgesamt bei 1,5 Milliarden gelegen, 2024 sollen es nun zwischen 2,4 Milliarden bis 2,6 Milliarden Euro werden.