Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

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11.03.2024

Erfurt (dpa/th) *16:01 Uhr – 500 Kilometer langes Wasserstoffnetz für Thüringen geplant

Für die Thüringer Industrie soll bis 2029 ein 500 Kilometer langes Wasserstoffnetz zur Verfügung stehen. Geplant sind unter anderem Anschlüsse am Erfurter Kreuz, am Chemiestandort Bad Köstritz oder am Standort des Stahlwerks Thüringen in Unterwellenborn, wie die Thüringer Energienetze (TEN) am Montag in Erfurt mitteilten. Insgesamt gehe es um zwölf Gasnetzvorhaben im Freistaat, bei denen die TEN sowie die Netzbetreiber Gascade und Ferngas zusammenarbeiten wollen. Geplant seien Investitionen im mittleren bis höheren zweistelligen Millionenbereich.

Ein Korridor entlang der Autobahn 4 soll künftig Teil eines bundesweiten Kernnetzes für Wasserstoff sein. «Nach jetziger Planung soll die Leitung frühzeitig Wasserstoff führen», sagte TEN-Geschäftsführer Ulf Unger. Das versetze die TEN und andere Betreiber in die Lage, nun schnell mit dem Ausbau im Freistaat zu beginnen. So ist unter anderem auch eine Verbindung Richtung Nordhausen geplant. Dabei werden vor allem alte Gasleitungen auf Wasserstoff umgestellt, teils wird neu gebaut. Technisch sei das in Thüringen kein größeres Problem, erklärte Unger. Fast alle Leitungen seien auch für Wasserstoff geeignet.

Der Schwerpunkt liegt den Angaben vom Montag zufolge zunächst auf großen Industriekunden. Bis Wasserstoff etwa zum Heizen im privaten Haushalt verwendet werden könnte, dürfte es also noch dauern. Von den 50 größten Gaskunden in Thüringen denkt laut dem Vorstandsvorsitzenden der Thüringer Energie, Stefan Reindl, jeder zweite intensiv über den Einsatz von Wasserstoff nach. Dazu gehörten etwa Ziegel- und Baustoffhersteller, Autozulieferer sowie Stahl- und Glaswerke. Zuvor müsse aber das «Henne-Ei-Problem» gelöst werden, ob es einen Anschluss an das Netz geben werde oder nicht.

Die Netzbetreiber betonten, mit den nun angepeilten Millioneninvestitionen in Vorleistung zu gehen, «auch wenn nicht alles bis zur letzten Unterschrift geklärt ist», wie es TEN-Chef Unger ausdrückte. Man wolle Planungssicherheit für die Industrie schaffen. Es gehe auch darum, dass Unternehmen nicht das Land verlassen.

Es gibt aber auch noch Risiken. So hingen die Planungen für Thüringen auch daran, ob es auf Bundesebene Einigkeit über ein Finanzierungskonzept für die großen, etwa 20 Milliarden Euro teuren Wasserstoffnetze gebe, sagte Reindl. Darüber werde noch gestritten. Auch könne es sein, dass weniger Kunden als gedacht auf Wasserstoff setzen, etwa weil doch Strom eine attraktivere Alternative sei.

Auch ein Preisrisiko bleibe. Wahrscheinlich sei vor allem «blauer Wasserstoff» wettbewerbsfähig, sagte Reindl. Das ist Wasserstoff, der etwa mithilfe von Erdgas entsteht und bei dem das anfallende CO2 dann unterirdisch eingelagert wird. Hintergrund sei, dass auch durch die neue LNG-Infrastruktur künftig ausreichend Erdgas in Deutschland verfügbar sei. Bei der Herstellung von «grünem Wasserstoff» hingegen sei bisher nicht absehbar, wo der Preis hingehe.

Frankfurt/Main (dpa) *12:58 Uhr – Chemieindustrie: Streiks bei Bahn belasten Standort Deutschland schwer

Die deutsche Chemieindustrie warnt vor den Folgen der wiederholten Streiks der Lokführergewerkschaft GDL für die Wirtschaft. «Mit solchen Aktionen wird der ohnehin schon angeschlagene Wirtschaftsstandort Deutschland weiter schwer belastet.

Stillstand auf der Schiene können wir uns einfach nicht mehr leisten», sagte Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Er appellierte an die Beteiligten, «nach Monaten der Verhandlung endlich einen tragbaren Kompromiss zu finden».

Für die chemisch-pharmazeutische Industrie bedeuteten die von der GDL angekündigten Bahnstreiks «ohne ausreichend Vorwarnung» erneut eine große logistische Herausforderung. Die Branchenunternehmen setzten alles daran, dass ihre Transporte möglichst reibungslos verliefen. «Die durch den Ausstand verursachten Einschränkungen und Verzögerungen in der Bahnlogistik sind aber nur schwer zu kompensieren», sagte Große Entrup.

Die Bahn habe für die Branche große Bedeutung bei der Versorgung mit Rohstoffen und dem Versand von Zwischen- und Fertigprodukten. Im Tagesdurchschnitt befördern deutsche Chemieunternehmen rund 155.000 Tonnen Chemikalien, davon 23.000 Tonnen per Bahn, erklärte der VCI auf Basis von Zahlen für 2022.

Die GDL hat im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn zum nächsten Streik ab Dienstag, 2.00 Uhr, aufgerufen. Die Bahn will den Ausstand gerichtlich stoppen und hat dazu vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt einen Eilantrag auf einstweilige Verfügung eingelegt.

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