Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Razzia bei japanischem Pharmakonzern nach Todesfällen

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15.03.2024

Miajadas (dpa) *18:47 Uhr – Münchner Unternehmen stellt in Spanien «erneuerbares Gas» her

Das Münchener Unternehmen Turn2X hat in Spanien die nach eigenen Angaben erste Produktionsstätte zur kommerziellen Herstellung von erneuerbarem und klimaneutralem Erdgas in Europa eröffnet. Mit der am Freitag in Miajadas in der Region Extremadura im Westen des Landes eröffneten Anlage werde die deutsche Energiewende beschleunigt, teilte das Unternehmen mit. Bis 2030 will Turn2X mit «grünem Methan», das rund 300 Kilometer südwestlich von Madrid aus grünem Wasserstoff und CO2 produziert wird, zehn Prozent des deutschen Erdgasbedarfs abdecken.

«Nach unserem Wissensstand ist es auch die erste (kommerzielle Anlage) weltweit», sagte Philip Kessler, Co-Founder und CEO von Turn2X auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nicht kommerzielle Anlagen gibt es laut dem Unternehmen bereits auch anderswo.

Die Anlage in Miajadas verfüge über eine Kapazität von zwei Megawatt und könne jährlich rund zwei Gigawattstunden erneuerbares Erdgas erzeugen. Über eine bestehende Erdgaspipeline sei die Anlage mit Deutschland verbunden, sodass im weiteren Jahresverlauf der Beginn der Lieferungen an deutsche Kunden geplant sei.

Ein entscheidender Vorteil der Anlage ist nach Angaben des 2022 gegründeten Unternehmens die hohe Flexibilität: Sie lasse sich schnell hoch- bzw. herunterfahren und eigne sich daher besonders für eine Stromversorgung durch Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen.

Großer Bedarf an dem klimaneutralen und zuverlässigen Energieträger bestehe vor allem in der mittelständischen Industrie und der Schifffahrt, aber auch bei kommunalen Versorgern. Man sei überzeugt, dass das Verfahren nicht nur technologisch, sondern auch ökonomisch funktionieren werde, sagte Kessler. «Dazu brauchen wir die Skalierung, die wir jetzt umsetzen wollen.» Noch dieses Jahr plant Turn2X den Bau einer Anlage mit einer Leistung von mindestens neun Megawatt. Der Standort werde ebenfalls in Spanien sein. Diese Anlage wäre dann auf jeden Fall laut die größte weltweit.

Frankfurt/Main (dpa) *10:01 Uhr – Chemiebranche: Umsatz sinkt 2024 – aber erste Anzeichen für Erholung

Die krisengeplagte deutsche Chemie- und Pharmaindustrie sieht keine rasche Trendwende, aber erste Anzeichen einer Erholung. Der Umsatz der Branche werde 2024 um 3,5 Prozent fallen, während die Produktion stagnieren dürfte, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt mit.

Trotzdem keime nach der langen Dürrephase erste Hoffnung auf, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. «Seit Februar berichten einzelne Unternehmen von einer leicht verbesserten Auftragslage – vor allem im Ausland.» Eine Erholung erwarte man frühestens im zweiten Halbjahr.

«Nicht nur die chemisch-pharmazeutische Industrie, sondern die gesamte heimische Wirtschaft leidet weiterhin unter der schleppenden Konjunktur und den strukturellen Problemen», stellte er fest. Wichtige Industriekunden kappten Aufträge, während die Chemie billige Konkurrenz aus China spüre.

Im vergangenen Jahr sank der gesamte Umsatz um gut zwölf Prozent auf 229,3 Milliarden Euro. Die Produktion schrumpfte um 7,9 Prozent und in der Chemie allein um mehr als zehn Prozent. Die Beschäftigung blieb derweil stabil bei rund 477.000 Menschen in Deutschland.

Die Chemie- und Pharmabranche erlebt wegen des Anstiegs der Energiepreise im Zuge des Ukraine-Kriegs und der schwachen Konjunktur schwierige Zeiten. Während die Gaspreise wieder deutlich gefallen sind, leidet gerade die energieintensive Chemieindustrie unter im weltweiten Vergleich hohen Strompreisen.

Die zarte Erholung brauche Unterstützung von der Politik, forderte Große Entrup. Das Wachstumschancengesetz der Bundesregierung und der geplante Bürokratieabbau reichten bei weitem nicht aus. «Wir brauchen massive Entlastungen für die deutsche Wirtschaft.»

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