Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie

«Versprechen in Zukunft» – Spatenstich bei Abbvie in Ludwigshafen

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26.04.2024

Greifswald (dpa/mv) *15:45 Uhr – Pharmafirma Cheplapharm mit Rekordumsatz

Die Greifswalder Pharmafirma Cheplapharm ist weiter auf Wachstumskurs. Im Geschäftsjahr 2023 sei ein Rekordumsatz von 1,498 Milliarden Euro erzielt worden, teilte das auf die Übernahme und Vermarktung etablierter Arzneien spezialisierte Unternehmen am Freitag mit. Im vorangegangenen Geschäftsjahr belief sich der Umsatz demnach auf 1,279 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) lag bei 780,5 Millionen Euro und damit 14 Prozent höher als im Vorjahr.

Treiber des Wachstums sei der Zukauf weiterer Rechte an Medikamenten. Hier verwies die Firma insbesondere auf die größte Transaktion der Firmengeschichte, den Erwerb der Rechte an dem Medikament Zyprexa zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen vom US-Pharmaunternehmen Eli Lilly and Company für rund 1,3 Milliarden Euro.

Die Zahl der Beschäftigten sei binnen eines Jahres um 24 Prozent auf 666 gestiegen. Die meisten davon arbeiteten in der Zentrale in Greifswald, was die Firma zu einem der wichtigsten Arbeitgeber vor Ort mache. Zuletzt hat Cheplapharm auch neue Standorte in Japan und der Schweiz eröffnet.

Leverkusen (dpa) *14:08 Uhr – Aktionäre kritisieren Bayer-Management scharf

Beim Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer haben die Aktionäre ihren Frust zum Ausdruck gebracht. Bei der Hauptversammlung des Leverkusener Konzerns, dem Glyphosat-Klagen in den USA, ein schwächelndes Pharma-Portfolio sowie hohe Schulden zu schaffen machen, forderten einige Vertreter von Anteilseignern das Management am Freitag zu wirkungsvollen Maßnahmen auf, um Probleme zu beheben.

Mit Blick auf den einschneidenden Konzernumbau, den der seit Mitte 2023 amtierende Vorstandschef Bill Anderson eingeleitet hat, sagte Ingo Speich vom Fondsanbieter Deka Investment: «Das Haus Bayer brennt lichterloh und Sie als Hausherr fangen zuerst einmal an aufzuräumen, anstatt die Brände zu löschen.» Anderson habe in seinem ersten Jahr kein Vertrauen am Kapitalmarkt aufbauen können, sagte Speich. Die Talfahrt des Aktienkurses habe sich sogar noch beschleunigt. Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach mit Blick auf den Börsenkurs von einer «katastrophalen Entwicklung».

Auch Janne Werning von Union Investment äußerte seinen Unmut: «Während der Dax in den letzten zwölf Monaten um zwölf Prozent zulegte, mussten die Bayer-Aktionäre einen Wertverlust von 55 Prozent verkraften.» Vor der 2018 abgeschlossenen Übernahme des einstigen US-Konkurrenten Monsanto sei Bayer zeitweise mehr als 100 Milliarden Euro wert gewesen. «Heute sind es rund 26 Milliarden Euro – das ist weniger als halb so viel wie der Kaufpreis, den Bayer für Monsanto bezahlt hat.» Dass es erneut eine Online-Hauptversammlung sei und keine Präsenzveranstaltung, wertete Werning als Entscheidung des Managements, auf Distanz zu den Aktionären zu gehen. «Das ist eine verpasste Chance», sagte er. «Nur echter Dialog in Präsenz kann Vertrauen schaffen, virtuelles Wegducken nicht.»

Vorstandschef Anderson betonte, dass Bayer im vergangenen Jahr zwar Fortschritte gemacht habe. Man müsse sich aber eingestehen, dass es noch große Baustellen gebe. Den Umbau des Unternehmens, bei dem viele Stellen von Führungskräften gestrichen und so die Abläufe und Absprachen vereinfacht werden sollen, verteidigte er als richtigen Schritt, um Bürokratie abzubauen.

Der Traditionskonzern ist in einer schwierigen Lage. Die Klagewelle in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter beschäftigt den Konzern seit Jahren und hat Milliarden gekostet. Analysten sehen zudem Milliardenrisiken durch US-Klagen im Zusammengang mit schon seit Jahrzehnten verbotenen Umweltgift PCB. Beides ist Erbe des 2018 für über 60 Milliarden US-Dollar übernommenen US-Agrarchemiekonzerns Monsanto, den der damalige Bayer-Chef Werner Baumann auch gegen den Widerstand von Investoren durchgeboxt hatte.

Angesichts der Rechtsprobleme fehlte Bayer Geld, die Pharmasparte mit großen Übernahmen zu stärken. Zwar gab es viele kleinere und mittelgroße Deals, bis sich diese nachhaltig auszahlen, dürfte es aber noch länger dauern. In der Zwischenzeit nagt der schrittweise Wegfall von Patenten auf bisherige Medikamenten-Klassenschlager am Umsatz. 2023 erlitt Bayer einen Verlust von 2,9 Milliarden Euro bei 47,6 Milliarden Euro Umsatz.

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