Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie

«Versprechen in Zukunft» – Spatenstich bei Abbvie in Ludwigshafen

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23.04.2024

Hannover (dpa) *17:26 Uhr – Erste Tarifrunde für Chemieindustrie im Norden endet ohne Ergebnis

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für rund 68.000 Beschäftigte in der norddeutschen Chemieindustrie hat am Dienstag in Hannover zu keinem Ergebnis geführt. «Auf unsere Forderung nach einer Entgelterhöhung von sieben Prozent wurde kein konkretes Angebot vorgelegt», sagte der Verhandlungsführer für die Gewerkschaft IGBCE, Ralf Becker. «In dieser Krisen-Tarifrunde müssen wir als Sozialpartner gemeinsam die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen erhalten und damit Standorte und Arbeitsplätze sichern», sagte Sarah Saeidy-Nory, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Chemienord.

Beide Seiten sprachen von intensiven mehrstündigen Verhandlungen. Die Branche habe unter Beweis gestellt, dass sie weiterhin in der Lage sei, wettbewerbsfähige Produkte herzustellen und auch zu verkaufen, berichtete Gewerkschafter Becker. «Dass genau jetzt die Arbeitgeber behaupten, es gebe keinen Verteilungsspielraum und man hätte keine Ressourcen für einen Tarifabschluss, ist beschämend», sagte er.

Die Arbeitgebervertreter verwiesen auf fehlende Aufträge und mangelnde Nachfrage für viele norddeutsche Chemieunternehmen. Es sei höchste Zeit, dass die Gewerkschaft die kritische Lage der gesamten Branche anerkenne. «Wir sind in einer Krisen-Tarifrunde und benötigen einen Krisenabschluss», sagte Saeidy-Nory. Aus Arbeitgebersicht sollen die Verhandlungen jetzt am 14. Mai auf Bundesebene fortgesetzt werden.

Hannover (dpa) *17:14 Uhr – Habeck sieht großes Potenzial in CO2-Einlagerung

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sieht großes Potenzial in der Einlagerung von CO2 unter der Nordsee. «Es ist besser, CO2 im Boden zu haben als in der Atmosphäre», sagte der Grünen-Politiker am Dienstag bei einer Veranstaltung auf der Hannover Messe. Daher setze nun auch Deutschland auf die lange umstrittene Technik. «Es gibt gute Gründe für diesen Umschwung, und ich denke, das Land wird folgen.»

Die Technologie dahinter nennt sich «Carbon Capture and Storage» (CO2-Abscheidung und -Speicherung), kurz CCS. Die Technik, bei der CO2 abgeschieden und dann unterirdisch eingelagert wird, war in Deutschland lange umstritten. Frühere Versuche, sie bei Kohlekraftwerken einzusetzen, scheiterten am Widerstand der Bevölkerung. Inzwischen habe es in der Bundesregierung einen Meinungswechsel gegeben. «Wir waren skeptisch gegenüber CCS. Aber das haben wir überwunden», sagte der Vizekanzler. Ein neues Gesetz soll nun den Einsatz in Deutschland erlauben. Mit einer Beschlussfassung ist Habeck zufolge im Mai zu rechnen.

Vor allem Norwegen bietet sich als Standort für die Einlagerung von CO2 auch aus Deutschland an. Bereits seit 1996 wird dort CO2 unter dem Meeresgrund eingelagert. Die Technik sei erprobt und sicher, sagte Norwegens Energieminister Terje Aasland. «Das haben wir bewiesen.» Und die Lagerkapazitäten dort würden für 80 Milliarden Tonnen CO2 reichen. «Das entspricht rund 1600 Jahren der norwegischen CO2-Emissionen auf heutigem Niveau.» Dies wolle man nun den anderen Ländern Europas und vor allem Deutschland zur Verfügung stellen. Eine erste Pipeline durch die Nordsee, die CO2 von Deutschland nach Norwegen bringt, ist geplant.

Dank der Erfahrungen in Norwegen wisse man inzwischen, dass die Technik sicher sei, sagte Habeck. «Es verdampft nicht durch den Boden oder verdirbt vielleicht das Wasser», so der Minister. «Wir wissen jetzt sicher, dass das nicht passieren wird.» Daher wolle man die Technik künftig auch in Deutschland einsetzen, um den CO2-Ausstoß zu senken. «Wir wissen, dass es einige Bereiche in der Industrie gibt, die schwer zu dekarbonisieren sind», sagte Habeck. Etwa die Zementindustrie. Hier können CCS helfen. «Sollen wir weitere 20 Jahren warten und keine Antwort geben? Wir müssen die Technik einsetzen, die verfügbar ist.»

Das geplante Gesetz soll ersten Eckpunkten zufolge vorerst nur die Einlagerung von CO2 unter dem Meeresgrund erlauben. Eine Speicherung an Land, zum Beispiel in ehemaligen Gas- und Erdöllagerstätten, soll vorerst ausgeschlossen bleiben. Zum Einsatz kommen soll das Verfahren in Branchen, die nach aktuellem Stand nur schwer oder gar nicht klimaneutral werden könnten. Doch die sogenannte CCS-Technik soll auch für die Energieproduktion in Gaskraftwerken erlaubt werden, was Umweltschützer stark kritisieren. Das gefährde den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, warnen sie. Als problematisch sieht das Umweltbundesamt zudem den enormen zusätzlichen Energieaufwand für das Abscheiden und Einlagern des CO2.

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