Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Sartorius baut Geschäft mit Gentherapie-Technologie aus

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27.03.2023

Darmstadt (dpa) *17:24 Uhr – Merck streicht in Darmstadt 200 Jobs – weitere 550 Stellen bedroht

Beim Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck nimmt der Abbau Hunderter Stellen am Stammsitz konkrete Züge an. Das Dax-Unternehmen streicht in der Forschung und Entwicklung der Pharmasparte 250 Stellen, davon rund 200 in Darmstadt. Darüber wurden die Beschäftigten am Montag auf einer Betriebsversammlung informiert, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen erfuhr. Den Beschäftigten sollen alternative Aufgaben im Konzern, Abfindungen und die Option zum vorgezogenen Ruhestand angeboten werden.

Eine Merck-Sprecherin bestätigte eine Einigung auf Nachfrage und sprach von «sozialverträglichen und tragfähigen Lösungen» mit den Arbeitnehmervertretern. Sie betonte, dass betriebsbedingte Kündigungen in Darmstadt bis Ende 2025 ausgeschlossen sind und Merck bis 2025 insgesamt 1,5 Milliarden Euro in den Standort investiere.

Zudem stehen am Hauptsitz Hunderte weitere Stellen in zentralen Funktionen wie Einkauf und Recht auf der Kippe. «Wir gehen derzeit von einer Größenordnung von bis zu 550 Stellen in Darmstadt aus bis Ende 2024», sagte die Sprecherin. Hier liefen die Gespräche mit dem Betriebsrat noch. Beschäftigte könnten alternative Jobs im Konzern nutzen, zudem gebe es auf freiwilliger Basis das Angebot von Abfindungen und die Option zum vorgezogenen Ruhestand.

Der Stellenabbau in Darmstadt war kürzlich durch einen Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» bekannt geworden. In der Zentrale beschäftigt Merck rund 12.500 der über 64.000 Mitarbeiter weltweit.

Merck hat im vergangenen Jahr vor allem dank guter Geschäfte mit Produkten rund um die Pharmaforschung und Arzneiherstellung den Gewinn kräftig gesteigert. Nun machen dem Konzern Kostendruck wegen der Inflation und eine Abschwächung des Halbleitermarkts zu schaffen.

Daher sollen die Kosten in den Zentralfunktionen sinken. Für die Forschung und Entwicklung der Pharmasparte hatte Merck im November das Ziel ausgegeben, bei der Entwicklung neuer Arzneien schneller und effizienter zu werden.

Mainz (dpa) *12:45 Uhr – Biontech mit Milliardengewinn – Vertriebsaufbau für Krebstherapien

Der Impfstoffhersteller Biontech hat im vergangenen Jahr abermals einen Milliardengewinn eingefahren und will nun auch angesichts zurückgehender Erlöse mit dem Corona-Vakzin die Entwicklung von Therapien etwa gegen Krebs weiter vorantreiben. Die Erlöse der Mainzer beliefen sich 2022 auf insgesamt 17,3 Milliarden Euro nach knapp 19 Milliarden im Jahr davor, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Unter dem Strich verbuchte Biontech einen Nettogewinn von 9,4 Milliarden Euro und damit ebenfalls etwas weniger als 2021 mit 10,3 Milliarden. Für 2023 erwartet das Unternehmen rund fünf Milliarden Euro Umsatz mit Covid-19-Impfstoffen.

2021 hatten Biontech und der US-Partner Pfizer noch mehr als 2,6 Milliarden Corona-Impfstoffdosen ausgeliefert, im vergangenen Jahr wurden nur noch rund zwei Milliarden Dosen in Rechnung gestellt. Neben Corona-Impfstoffen setzt Biontech unter anderem auf die Erforschung von Ansätzen in der Immuntherapie auf Basis des Botenmoleküls mRNA bei der Bekämpfung von Infektions- und Autoimmunkrankheiten sowie Krebs. Für künftige Onkologie-Produkte möchten die Mainzer in diesem und im kommenden Jahr eine Vertriebsorganisation in den USA, der EU und anderen ausgewählten Regionen aufbauen.

Insgesamt plant das Unternehmen 2023 Investitionen in Forschung und Entwicklung in Höhe von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro. Ein weiterer Teil des Milliardengewinns soll in ein weiteres Aktienrückkaufprogramm fließen. Die Unternehmensführung möchte sich ein entsprechendes Programm in Höhe von bis zu 0,5 Milliarden Euro US-Dollar für den Zeitraum bis Ende 2023 genehmigen lassen.

Frankfurt/Main (dpa) *11:33 Uhr – Wegfall des Russlandgeschäfts belastet Großanlagenbau

Der Wegfall des russischen Marktes belastet den Großanlagenbau. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB) verbuchten an ihren europäischen Stammsitzen im vergangenen Jahr Aufträge im Wert von 21 Milliarden Euro – 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Nachfrage aus Deutschland und anderen Industriestaaten sei dagegen deutlich gestiegen, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag in Frankfurt mit. Für dieses Jahr erwarteten die meisten Großanlagenbauer konstante oder steigende Umsätze.

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Im Inland verdoppelten sich die Bestellungen 2022 auf 6,6 Milliarden Euro – ein Höchstwert seit 2011. Auslöser seien Großaufträge für die Netzanbindung mehrerer Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee gewesen.

Die Auftragseingänge aus dem Ausland lagen mit 14,4 Milliarden Euro dagegen 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Hier wirkten sich die Sanktionen gegen Russland im Zuge des Ukraine-Krieges aus.

Die Auslandsbestellungen ohne das Russland-Geschäft betrachtet seien um 23 Prozent gestiegen, hieß es. Von Kunden aus Industrieländern wurden dem Verband zufolge erstmals seit 2008 Aufträge im Wert von mehr als sieben Milliarden Euro verbucht, vor allem aus Westeuropa. In den USA erreichten die Bestellungen mit 2,2 Milliarden Euro einen Rekord.

Der Markt für Großanlagen sei von pandemiebedingten Nachholeffekten sowie Projekten zur Digitalisierung und Dekarbonisierung von Industrieprozessen geprägt gewesen, erklärte Hannes Storch, stellvertretender Vorsitzender der AGAB. Der Großanlagenbau profitiere von der Nachfrage nach Technologien für saubere Energieerzeugung und zur Dekarbonisierung in der Industrie.

München (dpa) *10:45 Uhr – Südkorea führend bei Batterie-Patentanmeldungen

Bei den Patentanmeldungen für eine Schlüsseltechnologie der Elektromobilität liegen ostasiatische Konzerne vorn. In der Batterietechnik sind beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) im vergangenen Jahr insgesamt 4651 neue Anmeldungen eingegangen, wie die Bundesbehörde am Montag in München mitteilte.

Auf Platz eins lag Südkorea mit 1155 Neuentwicklungen, gefolgt von Japan mit 955. Deutsche Unternehmen und Entwickler lagen in ihrem Heimatland mit 898 Anmeldungen auf Platz drei.

Südkorea, Japan und China gelten als die drei technologisch führenden Nationen in der Batterieherstellung; dies spiegelt sich auch in der Patentstatistik wider. Das Unternehmen mit den meisten Anmeldungen beim DPMA war mit 768 die koreanische LG Energy Solution, eine Gesellschaft des LG-Konzerns. Auf Platz zwei lag der chinesische Hersteller CATL mit 295, gefolgt von BMW (175) und VW (125).

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Patentanmeldungen für die Batterietechnik sprunghaft gestiegen, 2013 waren es erst 1889 und damit weniger als halb so viele wie 2022. In Sachen Innovationsdynamik liegen laut DPMA jedoch ebenfalls andere Nationen vor Deutschland: Die Zahl der heimischen Anmeldungen stieg 2022 im Vergleich zum Vorjahr um gut elf Prozent. An erster Stelle lag auch in dieser Hinsicht Südkorea mit einem Anmeldeplus von über zwei Dritteln (69,9 Prozent), vor den USA (+43,3 Prozent), China (+40,6) und Japan (+23,3).

DPMA-Präsidentin Eva Schewior appellierte an Industrie und Forschung in Deutschland: «Was für ein Auto früher der Motor war, ist für ein E-Auto heute die Batterie», erklärte die Behördenchefin. «Wir sollten deshalb darauf achten, dass die Innovationsdynamik in dieser Schlüsseltechnologie auch in Deutschland noch stärker zunimmt.»

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