Essen (dpa) *19:15 Uhr – Brenntag kauft eigene Aktien für bis zu 750 Millionen Euro zurück
Der Chemikalienhändler Brenntag hat ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Das Volumen liege bei bis zu 750 Millionen Euro, teilte der Dax-Konzern am Dienstagabend in Essen mit. Auf Basis eines Kursniveaus von 71,58 Euro je Aktie entspreche dies rund 6,8 Prozent des Grundkapitals. Die Käufe will Brenntag im März beginnen und über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten abschließen.
Am Aktienmarkt kam dies gut an. Auf der Handelsplattform Tradegate legte der Kurs im Vergleich zum Xetra-Schluss zuletzt um zwei Prozent zu. An diesem Mittwoch veröffentlicht Brenntag den Geschäftsbericht für 2022.
Mannheim/Penzberg (dpa) *14:36 Uhr – Roche sieht in neuem Gesetz Gefahr für die Pharmabranche
Der Pharmakonzern Roche sieht in dem Gesetz zur Stabilisierung der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung einen Angriff auf Innovationen und Investitionen in der Branche. «Wer Investitionen in Forschung und Produktion für Pharma und Diagnostik in Deutschland nicht nur heute, sondern auch morgen halten und die Lieferketten- und Versorgungssicherheit für Patienten gewährleisten will, sollte alles daran setzen, den Standort Deutschland zu stärken», betonte Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma in Mannheim. Dennoch kündigte das Unternehmen am Dienstag an, an seinem oberbayrischem Standort Penzberg rund 600 Millionen Euro in ein Diagnostik-Produktionszentrum zu investieren.
Das umstrittene Gesetz sieht einen um fünf Prozentpunkte erhöhten Herstellerabschlag insbesondere für patentgeschützte Arzneimittel und einer Verlängerung des Preismoratoriums für Arzneimittel bis Ende 2026 vor. Auf von explodierenden Energiepreisen und fragilen Lieferketten betroffenen Pharmafirmen wirke sich das sehr negativ aus, so Pfundner. Mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz hat die Regierungskoalition nach eigenen Angaben Leistungskürzungen und stark steigende Zusatzbeiträge verhindert. Aus der Pharmabranche hatte es daran wiederholt Kritik gegeben.
Roche, Hersteller von Medikamenten und Diagnostika, blickt mit einem Umsatz von 8,1 Milliarden Euro in Deutschland auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2022 zurück. Wegen coronabedingter Sondereffekte im 2021 fielen die Erlöse um 14,8 Prozent. Ohne diese Entwicklung verzeichnete die Pharma-Sparte ein Wachstum von 6,6 Prozent auf ein Rekordniveau von zwei Milliarden Euro. Der Diagnostik-Bereich wuchs um 7,9 Prozent auf 694 Millionen im deutschen Markt. In der Diabetes-Care-Sparte sanken die Erlöse um 9,3 Prozent auf 162 Millionen Euro.
Mannheim/Penzberg (dpa/lby) *10:30 Uhr – Roche steckt 600 Millionen in Standort Penzberg
Der Pharmakonzern Roche investiert rund 600 Millionen Euro in seinen oberbayerischen Standort Penzberg. Für die Summe soll ein Diagnostik-Produktionszentrum entstehen, wie das Unternehmen am Dienstag in Mannheim bekanntgab. Der Neubau soll voraussichtlich bis 2027 fertiggestellt werden und ältere Gebäude ablösen. Ein direkter Arbeitsplatzaufbau ist nicht mit ihm verbunden.
In dem Zentrum sollen Einsatzstoffe für diagnostische Tests hergestellt werden – beispielsweise zum Nachweis von Herz-Kreislauf- oder Infektionserkrankungen. Der Gesamtstandort von Roche in Penzberg hat dem Unternehmen zufolge rund 7500 Mitarbeiter und ist eines der größten Biotechnologiezentren in Europa.
Berlin/Frankfurt/Hannover (dpa) *04:00 Uhr – Gewerkschaften sehen wegen hoher Strompreise viele Jobs in Gefahr
Industriegewerkschaften sehen wegen der im international Vergleich hohen Strompreise in Deutschland Hunderttausende Jobs in Gefahr. Insbesondere in den energieintensiven Branchen wie der Stahl-, Chemie- oder Baustoffindustrie drohten Arbeitsplatzverluste und Standortschließungen, erklärten die Gewerkschaften IG Metall, IGBCE und IG Bau.
Mit einem bundesweiten Aktionstag am Donnerstag wollen sie der Forderung nach einem Industriestrompreis Nachdruck verleihen, der international wettbewerbsfähig sei und langfristige Planbarkeit gewährleiste. Geplant seien mehrere Dutzend öffentliche und betriebsöffentliche Aktionen und Kundgebungen.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte angekündigt, im ersten Halbjahr Vorschläge für einen staatlich subventionierten Industriestrompreis vorzulegen. Die deutsche Wirtschaft klagt seit langem über im internationalen Vergleich hohe Energiekosten. Zwar gelten inzwischen die staatlichen Preisbremsen, diese dämpfen den Anstieg aber nur.
«Die Bundesregierung muss beim Industriestrompreis lenkend eingreifen», forderte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall: «Sonst drohen die Stahlerzeugung, die Aluminiumindustrie und weitere energieintensive Branchen über kurz oder lang aus Deutschland zu verschwinden. Davon wären Hunderttausende Arbeitsplätze direkt und indirekt betroffen.»
Stand: 08.12.2025
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Der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis erklärte, die Chemie- oder Papierbranche hätten einen besonders hohen Energiebedarf. «Gleichzeitig stehen sie am Anfang nahezu aller industriellen Wertschöpfungsprozesse. Wenn sie aufgrund hoher Stromkosten Anlagen schließen und Produktion verlagern, ist das der erste Schritt zur Deindustrialisierung Deutschlands.»