Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Sartorius baut Geschäft mit Gentherapie-Technologie aus

< zurück

Seite: 10/22

15.03.2023

Mannheim (dpa/lsw) *17:01 Uhr – Staatsanwaltschaft stellt Ermittlung zu Mannheimer Chemieunfall ein

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zu den Ursachen des Mannheimer Chemieunfalls mit 17 Verletzen eingestellt. Es habe sich kein strafrechtlich relevantes Verhalten ergeben, teilte die Anklagebehörde an Mittwoch in Mannheim mit. Die Ermittler hatten zwei Gutachten für Gefahrgutlogistik und für Materialprüfung sowie eine vom Chemiekonzern BASF vorgelegte Expertise ausgewertet.

Die BASF hatte im August 2022 Container mit Bleichmittel für die Textilindustrie Hydrosulfit in die Türkei verschiffen wollen. Dabei war einer davon in Brand geraten und hatte giftige Dämpfe freigesetzt. Bei der Bekämpfung des Brandes und der Gase waren 17 Menschen leicht verletzt worden. Die Bergung des Inhalts war ein schwieriges Manöver, weil der erhitzte Container lange auf eine Temperatur abgekühlt werden musste, die das Öffnen erlaubte.

Der Schaden am Container befand sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft an einer Stelle, wo sie beim Verladen nicht auffiel. Bei dem weiteren Geschehen handelte es sich dann um einen witterungsbedingt äußerst ungünstigen Verlauf, der für die an dem Verladevorgang Beteiligten so nicht vorhersehbar gewesen sei.

Schließlich sei auch kein Verstoß gegen Sicherheitsbestimmungen feststellbar. Die maßgeblichen gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen wurden eingehalten, hieß es weiter. Insbesondere war der Container von seiner Beschaffenheit her als geeignet anzusehen. Das Verfahren sei demnach einzustellen, resümierte die Behörde.

Die bei sorgfältiger Handhabung ungefährliche feste Substanz Hydrosulfit wird tonnenweise verschickt. Wegen des Risikos einer Selbstentzündung mit Austritt von Schwefeldioxid und Schwefel sei sie allerdings als Gefahrgut klassifiziert. Diese Reaktion sei wohl in Mannheim abgelaufen.

Köln (dpa) *07:40 Uhr – Lanxess will operativen Gewinn 2023 stabil halten

Der Chemiekonzern Lanxess will das operative Ergebnis im Jahr 2023 trotz der konjunkturellen Belastungen in etwa stabil halten. In Summe soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2023 das 2022 erreichte Niveau von 930 Millionen Euro erreichen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Köln mitteilte. Das entsprach einem Plus von gut 14 Prozent zum Vorjahr.

Stützend soll die 2022 abgeschlossene Übernahme des Microbial-Control-Geschäfts vom US-Duftstoff- und Aromenhersteller IFF sein. Gegenwind kommt laut Lanxess zumindest in den ersten Monaten des Jahres durch einen andauernden Lagerabbau bei den Kunden sowie die Folgen hoher Energiepreise.

Der Umsatz stieg 2022 auch dank Übernahmen um rund ein Drittel auf 8,1 Milliarden Euro. Zudem sei es gelungen, die deutlich gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe in vollem Umfang auf die Kunden umzulegen. Die Dividende soll mit 1,05 Euro je Aktie stabil bleiben.

Basel (dpa) *07:01 Uhr – Roche will mehr in Forschung investieren – kein Stellenabbau 2023

Der Schweizer Pharma-Riese Roche will in diesem Jahr mehr in Forschung und Entwicklung investieren: «Wir erhöhen unsere Ausgaben im niedrigen einstelligen Prozentbereich auf knapp 15 Milliarden Franken», sagte der neue Roche-Chef Thomas Schinecker in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit den Schweizer Tamedia-Titeln. Für 2023 werde es zudem «sicher nicht» zu einem Stellenabbau kommen. Es würden gar Stellen aufgebaut. «Wir werden uns im digitalen Bereich weiter verstärken. Und in der Forschung suchen wir immer nach den weltweit besten Talenten.»

Trotz Wegfalls der Einnahmen mit Corona-Medikamente und abgelaufenen Patentschutzes von drei Krebstherapien werde es auch keine Sparprogramme geben. «Der Gewinn wird im gleichen Maß zurückgehen wie der Umsatz, das heißt, wir können unsere Gewinnmarge halten», sagte Schinecker.

Die Gewinnmarge von 42,1 Prozent von Roches Pharmasparte sei trotz steigender Gesundheitskosten gerechtfertigt. Sein Konzern trage hohe Risiken, so Schinecker. «Nur eines von zehn Medikamenten kommt zum Patienten, die anderen fallen in der Forschung durch. Die Entwicklungskosten für ein neues Medikament betragen im Branchenschnitt 2,6 Milliarden Franken. Zwei Drittel der Kosten fallen vor der klinischen Phase an.»

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Schinecker, der seit Mittwoch den Pharmakonzern leitet, will ein Augenmerk auf die Labor-Informatik legen: «Wir arbeiten an Algorithmen, die verschiedene Daten von Patientinnen und Patienten kombinieren - und der Ärztin im Spital oder der Praxis per künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen Hilfestellung geben für Diagnose und Therapie.» Zurzeit verdopple sich rund alle 80 Tage das Wissen in der Biologie. «Kein Mensch kann da die neuesten Publikationen kennen. Die IT schafft das aber, die Algorithmen verbessern sich konstant.»

Trotz des sich verändernden steuerlichen Umfelds in der Schweiz und im Ausland wolle Roche in der Schweiz bleiben. Von Subventionen halte das Unternehmen nichts. «Wir sind ein Schweizer Unternehmen und wollen das auch bleiben», sagte Schinecker. Aber: «Es ist definitiv so, dass andere Länder momentan wollen, dass wir bei ihnen mehr Produktion und Entwicklung aufbauen.»

(ID:49222853)