Die deutsche Agrarchemiebranche fordert von der Politik mehr Offenheit gegenüber neuen Technologien und verlässliche Rahmenbedingungen für die landwirtschaftliche Produktion. Den Landwirten mache eine «Zwangsökologisierung» zu schaffen, die an den wirtschaftlichen Bedingungen vorbeigehe, sagte der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes Agrar, Frank Gemmer, am Donnerstag auf dem VR-Landwirtschaftstag in Linstow (Landkreis Rostock) vor mehreren Hundert Bauern.
Als Beispiele nannte Gemmer die Probleme der Schweinehaltung, die Abwanderung der Genforschung aus Europa und die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise. So wandere Schweineproduktion inzwischen nach Spanien ab. Nach dem Verbot der Käfighaltung von Hühnern würden die Eier inzwischen in Osteuropa produziert.
Agrarminister Till Backhaus sagte, Mecklenburg-Vorpommern habe zwar einen sehr geringen Tierbestand, aber von Umweltbedingungen her gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft. So könne im Nordosten alles produziert werden, was für die Ernährung benötigt werde. Ungeachtet aller Probleme nähmen Geflügel- und die Milchproduktion im Nordosten zu.
In dem Zusammenhang kritisierte der SPD-Politiker den Entwurf eines Tierhaltungkennzeichnungsgesetzes von Bundesminister Cem Özdemir (Grüne). Dieser enthalte grundlegende Fehler. In der Land- und Ernährungswirtschaft in MV sind laut Ministerium 50.000 Menschen tätig. Die Volks- und Raiffeisenbanken werden zu den größten Kreditgebern der Branche gezählt. Das Agrarkreditvolumen betrug 2022 rund 620 Millionen Euro und war damit ähnlich hoch wie in den Vorjahren.
Kehl (dpa/lsw) *11:59 Uhr – Ewigkeitschemikalien im Kehler Grundwasser nachgewiesen
Im Grundwasser der Gegend von Kehl sind sogenannte Ewigkeitschemikalien PFAS nachgewiesen worden. In den beiden Reservebrunnen für die Trinkwasserversorgung wurde ein PFAS-Gehalt nachgewiesen, der künftige Grenzwerte überschreite, teilte die Stadt mit. Woher die Chemikalien im Grundwasser kommen, sei bisher nicht bekannt.
Die von der Industrie breit genutzten Substanzen werden intensiv diskutiert, denn sie sollen einem Vorstoß zufolge in der EU weitgehend verboten werden. Dabei geht es Schätzungen zufolge um insgesamt mehr als 10.000 einzelne Stoffe. Die extrem stabilen Chemikalien, die natürlicherweise nicht vorkommen, können sich in der Umwelt anreichern. Viele mit PFAS - das steht für Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen – verunreinigten Orte sind nach Einschätzung des Umweltbundesamtes noch unbekannt.
«Die Qualität des Trinkwassers war und ist zu jedem Zeitpunkt gewährleistet», sagte Bodo Kopp, der Leiter der Technischen Dienste Kehl (Ortenaukreis) laut einer Mittelung. Man müsse sich jedoch um neue Reservebrunnen kümmern. Diese müssen die Wasserversorgung absichern, falls die Pumpen im Hauptbrunnen einmal ausfallen sollten.
Die neuen Grenzwerte werden nach einer Neufassung der Trinkwasserverordnung von 2026 beziehungsweise von 2028 an gelten, wie die Stadt Kehl weiter berichtete. Das Wasser aus dem Hauptbrunnen halte die künftigen Grenzwerte bereits ein.
Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck hat vor allem dank guter Geschäfte mit Produkten rund um die Pharmaforschung und Arzneiherstellung den Gewinn kräftig gesteigert. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) kletterte im vergangenen Jahr um 12,2 Prozent auf 6,85 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz wuchs dank positiver Währungseffekte um fast 13 Prozent auf 22,2 Milliarden Euro. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 3,34 Milliarden Euro nach gut drei Milliarden Euro im Jahr 2021.
In diesem Jahr rechnet Merck jedoch mit neuerlichem Kostendruck. Der bereinigte Betriebsgewinn werde im schlechtesten Fall moderat zurückgehen, höchstens in etwa stabil sein. Der Umsatz aus eigener Kraft soll leicht bis solide zulegen. Auch vergangenes Jahr hat Merck die Inflation zu spüren bekommen, konnte die Kosten aber noch weitergeben. Merck plant nun seinen Aktionären eine Dividende von 2,20 Euro je Anteil zu zahlen, fast ein Fünftel mehr als 2021.
Stand: 08.12.2025
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Der Kunststoffkonzern Covestro traut sich im schwierigen Konjunkturumfeld für 2023 keine konkrete Prognose zu. Das operative Ergebnis (Ebitda) dürfte im laufenden Jahr deutlich sinken, ebenso wie der freie operative Mittelzufluss, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit. Analysten erwarten im Durchschnitt einen Rückgang des operativen Ergebnisses auf 1,2 Milliarden Euro.
Im Jahr 2022 hatte Covestro eine Nachfragezurückhaltung und hohe Energie- und Gaspreise zu spüren bekommen. Das operative Ergebnis fiel um etwa die Hälfte auf gut 1,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich fiel wegen Wertberichtigungen latenter Steuerforderungen sowie Abschreibungen auf Anlagevermögen ein Verlust von 272 Millionen Euro an, was etwas weniger ist als im Januar auf Basis vorläufiger Resultate mitgeteilt. Eine Dividende wird Covestro für 2022 daher nicht zahlen.
Essen (dpa) *07:27 Uhr – Evonik rechnet 2023 mit Gewinnrückgang
Der Chemiekonzern Evonik rechnet bei einem weiterhin schwierigen Marktumfeld im laufenden Jahr mit einem Gewinnrückgang. Der Umsatz dürfte sich 2023 in einer Spanne von 17 Milliarden bis 19 Milliarden Euro bewegen und der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 2,1 Milliarden und 2,4 Milliarden Euro liegen, teilte der MDax-Konzern am Donnerstag mit.
Gegenwind liefert unter anderem ein Preisrückgang beim Tierfuttereiweiß Methionin. Experten hatten bereits mit einem Rückgang gerechnet. 2022 steigerte Evonik den operativen Gewinn leicht auf 2,49 Milliarden Euro. Der freie Mittelzufluss (Free