Mainz (dpa) *12:45 Uhr – Biontech rechnet mit saisonaler Nachfrage nach Covid-19-Impfstoff
Der Impfstoffhersteller Biontech bereitet für den Herbst einen weiterentwickelten Covid-19-Impfstoff vor. Es liefen die Vorbereitungen, um bei Bedarf einen variantenangepassten Impfstoff bereitzustellen, kündigte Vorstandschef Ugur Sahin am Montag in Mainz an. Der Wirkstoff der nächsten Generation soll zudem vor einer schweren Covid-19-Erkrankung schützen.
Der Biontech-Mitgründer rechnet künftig mit einer saisonalen Nachfrage nach Covid-19-Impfstoff. Die erwarteten Umsätze würden sich dadurch deutlich in die zweite Jahreshälfte verschieben. In den ersten drei Monaten des Jahres verbuchte Biontech wegen dieser Entwicklung einen deutlichen Rückgang der Erlöse und des Gewinns.
Der Umsatz lag nach Unternehmensangaben im ersten Quartal bei 1,27 Milliarden Euro nach 6,37 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn ging von 3,69 Milliarden auf 502 Millionen Euro zurück. Die finanzielle Entwicklung im ersten Quartal liege in den Erwartungen des Managements, sagte Finanzvorstand Jens Holstein.
Der Impfstoffhersteller hatte bereits bei der Präsentation seiner Jahreszahlen dieses Jahr als eine Art Übergangsjahr bezeichnet. Im Fokus steht bei Biontech die Entwicklung neuer Produkte, vor allem für Therapien gegen Krebs. Es seien mehrere klinische Studien mit Zulassungspotenzial geplant, die in diesem und nächstem Jahr starten sollen. Auch werde am Aufbau einer Vertriebsorganisation für Onkologieprodukte gearbeitet, kündigte das Unternehmen an.
Aus Protest gegen Terminals für Flüssigerdgas (LNG) sind Aktivisten auf Rügen auf Pipeline-Röhren geklettert, die für den Bau einer solchen Anlage gedacht sind. Nach Angaben eines dpa-Reporters stiegen am Montag rund ein Dutzend Menschen in Mukran auf die Röhren, die dort noch vom Bau der deutsch-russischen Ostseegaspipeline Nord Stream 2 lagern und entrollten Banner. Die Bundesregierung hatte die Röhren für den Bau eines am Standort Rügen geplanten LNG-Terminals gekauft. Auf Twitter dokumentierte die Gruppe «Ende Gelände» die Aktion. Man habe die Pipelines blockiert, sagte eine Aktivistin in einem Video. Sauberes Gas sei «eine dreckige Lüge».
Ein Polizeisprecher sprach von 15 Aktivisten und Aktivistinnen in weißen Anzügen. Sie hätten sich nach Eintreffen auf dem Gelände verteilt. Der Polizeieinsatz lief demnach gegen Mittag noch. Es bestehe der Anfangsverdacht einer nicht angemeldeten Versammlung. Auch Hausfriedensbruch stehe im Raum, sofern dies vom Eigentümer der Fläche entsprechend angezeigt würde.
München (dpa/lby) *10:09 Uhr – Wacker Chemie kauft Fermentationsspezialisten in Spanien
Wacker Chemie stärkt sein Biotech-Geschäft mit einer Übernahme in Spanien. Für mehr als 100 Millionen Euro werde der Fermentationsspezialist ADL BioPharma gekauft, teilte der MDax-Konzern am Montag mit. Nachdem bereits 2016 Fermentationsanlagen im nordspanischen Leon übernommen worden seien, gehe mit dem Kauf des Auftragsherstellers für die Lebensmittel-, Pharma- und Konsumgüterindustrie nun der gesamte Standort in den Besitz von Wacker Chemie über. «Die Akquisition von ADL BioPharma ist ein wichtiger Schritt für das weitere Wachstum unseres Biotechnologiegeschäftes, mit dem wir im Jahr 2030 eine Milliarde Euro Umsatz erzielen möchten», sagte Wacker-Chemie-Chef Christian Hartel laut Mitteilung.
Die Münchener bauen ihr Biotech-Geschäft – zurzeit noch die kleinste Sparte – seit einiger Zeit kräftig aus, auch mit der Produktion von Biotech-Produkten rund um mRNA-Impfstoffe und -Medikamente. 2022 erzielte der Geschäftsbereich Wacker Biosolutions Erlöse von 331 Millionen Euro. Im Gesamtkonzern beliefen sich die Umsätze auf rund 8,2 Milliarden Euro.
Stand: 08.12.2025
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