Darmstadt (dpa) *16:41 Uhr – Merck-Chefin Garijo spricht sich für Ausstieg aus Tierversuchen aus
Die Chefin des Darmstädter Dax-Konzerns Merck, Belén Garijo, will die Zahl der Tierversuche zur Entwicklung und Produktsicherung von Arzneien und Chemikalien in den kommenden Jahren deutlich senken. «Wir wollen keine Tierversuche mehr machen», sagte sie im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» laut Vorabmeldung. Merck hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben knapp 150.000 Tiere für Versuche benutzt, überwiegend Ratten und Mäuse, hieß es in dem Bericht. Die Zahl sei in den fünf vergangenen Jahren um 17 Prozent gesunken, sagte Garijo. «Darauf bin ich stolz. Es reicht aber nicht.»
Alternative Methoden, etwa Versuche an Zellkulturen im Labor, könnten ähnlich verlässliche Daten zur Produktsicherheit liefern wie Tierversuche. Nun gelte es, auch die Aufsichtsbehörden davon zu überzeugen. In Kanada und den Vereinigten Staaten sei das zum Teil schon gelungen. «In Europa läuft die Debatte in die gleiche Richtung. Das sind ermutigende Signale. Es handelt sich hier nicht um eine Mode, sondern um eine grundlegende Veränderung», sagte Garijo.
Tierversuche stehen schon lange in der Kritik von Tierschützern. Merck-Chefin Garijo sagte, in der Arzneimittelentwicklung seien die neuen Technologien zum Ersatz von Tierversuchen noch nicht so ausgereift, dass sie sofort zum Einsatz kommen könnten. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis es so weit sein werde – dann könnten alternative Methoden sogar genauere Vorhersagen zur Wirksamkeit von Medikamenten ermöglichen als Tierversuche. «Ich wage eine persönliche Spekulation: Es wird dabei nicht mehr um Jahrzehnte, sondern nur noch um Jahre gehen.»
Brüssel (dpa) *15:53 Uhr – Neue Verhandlungen mit Pfizer: EU muss weniger Impfstoff abnehmen
Die EU-Kommission hat sich mit dem Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer auf geänderte Bedingungen für die Lieferung des Corona-Vakzins geeinigt. Die EU-Länder müssen künftig weniger Impfdosen abnehmen und haben länger Zeit für den Kauf neuer Chargen, wie die Brüsseler Behörde am Freitag mitteilte. Die ursprünglich vereinbarten Dosen könnten nun in fakultative Bestellungen umgewandelt werden, sofern die jeweiligen EU-Länder dafür eine Gebühr zahlten. Wie viel weniger Impfdosen nun gekauft werden müssen, teilte die EU-Kommission nicht mit.
Die EU verpflichtete sich 2021 zum Kauf von zunächst 900 Millionen Dosen, mit der Option auf weitere 900 Millionen Dosen. Mehrere Länder kritisierten den Deal zuletzt, weil der Bedarf an Impfstoff inzwischen nicht mehr so groß sei und viele Dosen vernichtet werden müssten.
Die deutsche Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Hersteller Biontech/Pfizer von 2,1 Milliarden Euro verringert sich dadurch voraussichtlich insgesamt um 500 Millionen Euro. Das geht aus Unterlagen des Gesundheitsministeriums für den Haushaltsausschuss hervor, die der dpa vorliegen.
Paris (dpa) *10:57 Uhr – Klimaprotest bei Hauptversammlung von Energiekonzern Total
Umweltaktivisten haben vor der Hauptversammlung des Energieriesens Total gegen dessen geplante Ölpipeline in Ostafrika protestiert. Die Demonstrantinnen und Demonstranten versuchten am Freitagmorgen, den Zugang zum Versammlungsgebäude in Paris zu versperren. Man wolle die Aktionäre dazu aufrufen, aus dem Pipeline-Vorhaben auszusteigen, sagte die ugandische Umweltaktivistin Patience Nabukalu der Deutschen Presse-Agentur. Klimaaktivistin Luisa Neubauer sagte an Kreditgeber gerichtet: «Banken, die das Wort Nachhaltigkeit auch nur in den Mund nehmen, sollten grundsätzlich ausschließen, diesen Konzern zu finanzieren.»
Anfang vergangenen Jahres war das milliardenschwere Projekt zur Förderung von Erdöl in Uganda und Tansania an den Start gegangen. Total hält an dem Vorhaben mit rund 57 Prozent den größten Anteil. Das Öl soll in einer neuen 1443 Kilometer langen Pipeline von Ölfeldern in der Nähe des Albertsees im Westen Ugandas durch Tansania bis zum Indischen Ozean gebracht und von dem tansanischen Hafen Tanga aus verschifft werden. Es geht um eine erwartete Fördermenge von 230.000 Barrel pro Tag. Bereits 2025 soll das erste Öl exportiert werden.
Ludwigshafen (dpa) *03:30 Uhr – BASF präsentiert neues Binnenschiff zum Transport auf dem Rhein
Der Chemiekonzern BASF präsentiert am Freitag an seinem Stammsitz im pfälzischen Ludwigshafen ein neues Binnenschiff zum Transport wichtiger Rohstoffe auf dem Rhein. Mit dem Schiff mit geringem Tiefgang reagiert das Unternehmen auf das extreme Niedrigwasser des Rheins 2018. BASF transportiert 40 Prozent der Güter an seinem Stammwerk per Schiff. In der Vergangenheit hatte ein geringer Wasserstand zum zeitweisen Produktionsstopp geführt.
Stand: 08.12.2025
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Die Abmessungen sind dem Unternehmen zufolge mit 135 Meter auf 17,5 Meter deutlich größer als bei gängigen Schiffen auf dem Rhein. Das Schiff in Leichtbauweise besitze einen «hydrodynamisch optimierten» Rumpf sowie drei Elektromotoren und zehn Edelstahltanks, heißt es. Bei mittlerem Niedrigwasser liege die Transportkapazität mit rund 2500 Tonnen doppelt so hoch wie die konventioneller Binnenschiffe.