Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Gefahrstoffaustritt im Chemischen Institut Marburg

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22.05.2025

Karlsruhe (dpa/lsw) *15:26 Uhr – Wasserwerke wegen Chemikalien-Belastung im Rhein alarmiert

Wasserwerke sehen durch eine Chemikalie das Trinkwasser bedroht, die zunehmend im Rhein und anderen Gewässern nachweisbar ist. Nach dem neuesten Rhein-Bericht der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR) verbreitet sich die sogenannte Ewigkeitschemikalie Trifluoracetat (TFA) ungebremst weiter. Das Trinkwasser sei direkt betroffen und könnte irreversibel geschädigt werden, warnten die Verbandspräsidenten Matthias Maier und Roman Wiget anlässlich ihrer Mitgliederversammlung.

TFA ist ein Abbauprodukt zahlreicher chemischer Erzeugnisse wie Kältemittel, Pharmaka und Pflanzenschutzmittel, das mit bisherigen Methoden nicht aus dem Wasser herausgefiltert werden kann. Es gehört zur Gruppe der PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen).

«Die Schädlichkeit von PFAS in unserer Umwelt ist seit langem bekannt», sagte dazu Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Notwendig seien klare europaweite Grenzwerte. «Wir müssen schnellstmöglich verhindern, dass weiter PFAS im großen Stil in die Umwelt gelangt.»

Allein am Hochrhein habe sich die TFA-Konzentration in den letzten acht Jahren wertemäßig verdoppelt: von 0,1 Mikrogramm auf 0,8 oder 1 Mikrogramm je Liter, berichtet Maier. «Und die TFA-Einträge werden in den in nächsten 20 Jahren zunehmen», prognostiziert er.

«TFA baut sich nicht ab, sondern jeder weitere Eintrag findet sich in der Umwelt und im Wasser.» Die AWBR fordert deshalb das Verbot von Ewigkeitschemikalien, wo immer diese in die Umwelt gelangen. «Unsere Trinkwasserqualität ist direkt davon abhängig, wie wir uns jetzt entscheiden, mit Stoffen wie TFA umzugehen», so das Fazit von Maier und Wiget.

Der Verband verfügt über Messnetze an Aare, Rhein, Donau und Neckar sowie unter anderem am Bodensee, Zürichsee, Vierwaldstädtersee und Bielersee. Mit rund 30 regelmäßig beprobten Messstellen hat er das umfassendste Messnetz am Hoch- und Oberrhein.

Frankfurt/Main (dpa) *11:51 Uhr – Chemie-Präsidentin Scharpwinkel pocht auf schnelle Reformen

Die Präsidentin des Chemie-Arbeitgeberverbands BAVC, Katja Scharpwinkel, pocht auf zügige Wirtschaftsreformen der neuen Bundesregierung. Diese müsse «ganz schnell und konkret» ins Handeln kommen, um die Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen, sagte Scharpwinkel, die zugleich Arbeitsdirektorin und Vorstandsmitglied des Chemiekonzerns BASF ist, auf dem «Chemie-Arbeitgebertag 2025» in Frankfurt. Bis zur Sommerpause müsse ein Fahrplan für einen Aufbruch stehen.

«Wir brauchen eine Regierung, die die Wirtschaft in den Mittelpunkt stellt», sagte Scharpwinkel weiter. «Maßstab für den Erfolg dieser Koalition ist die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.»

Scharpwinkel forderte, eine wirksame Kostenbremse für die Sozialabgaben gesetzlich zu verankern. Die Sozialbeiträge für Unternehmen und Beschäftigte müssten wieder unter 40 Prozent des Bruttolohns zu sinken: «Wir müssen die Weichen wieder auf Wachstum stellen, unter anderem durch Entlastung der Beitragszahler.»

Zudem seien Entlastungen bei den Energiekosten nötig, sagte Scharpwinkel, die im Rahmen der Veranstaltung als Präsidentin des Bundesarbeitgeberverbands Chemie im Amt bestätigt wurde. Klar sei aber auch, dass die Energiepreise in Deutschland auch nach den angekündigten Entlastungen der Politik höher sein würden als in anderen Ländern. Umso wichtiger sei Planungssicherheit in der Energiepolitik.

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