Amsterdam (dpa) *15:44 Uhr – Klimaschützer starten neuen Prozess gegen Ölkonzern Shell
Niederländische Klimaschützer starten einen neuen Prozess gegen den britischen Öl- und Gaskonzern Shell. Die Organisation Milieudefensie will vor Gericht ein Verbot der Entwicklung neuer Öl- und Gasfelder erreichen. «Wir fordern, dass Shell sofort die Entwicklung neuer Öl- und Gasfelder stoppt», sagte der Direktor der Organisation, Donald Pols, in Amsterdam. Die Förderung von fossilen Energien aus neuen Feldern hätte katastrophale Folgen für das Klima, sagte Pols.
In einem ersten Prozess hatten die Klimaschützer eine umfassende Reduzierung der CO2-Emissionen gefordert und in erster Instanz in Den Haag auch einen historischen Sieg errungen: Doch der war 2024 in der Berufung wieder aufgehoben worden. Nun konzentrieren sich die Kläger auf neue Gas- und Ölfelder und berufen sich dabei auf die Richter im Berufungsverfahren. Sie hatten nämlich erklärt, dass Shell eine besondere Verantwortung für den Klimaschutz habe und dass Investitionen in neue Felder möglicherweise dagegen verstoßen könnten.
2021 hatten die Zivilrichter in erster Instanz Shell zur umfassenden CO2-Reduzierung verpflichtet – dabei ging es auch um die indirekten Emissionen, also die der Zulieferer und Kunden. Doch in der Berufung erklärten die Richter, dass das nicht auszuführen sei. Die Klimaschützer waren im Februar vor den Hohen Rat, die höchste Instanz gezogen. Wann ein Urteil erfolgt, ist unklar.
Die Klage war in den Niederlanden eingereicht worden, da Shell zum Zeitpunkt der Klage auch einen Sitz in Den Haag hatte. Das Klimaverfahren hatte weltweit Aufmerksamkeit erregt. Der Konzern hat noch nicht auf das neue Verfahren reagiert. Nach dem Sieg im Berufungsverfahren war Shell aber zuversichtlich. «Wir sind davon überzeugt, dass wir auch beim Hohen Rat recht bekommen werden», sagte der niederländische Shell-Chef Frans Everts.
Apenrade (dpa) *12:30 Uhr – Erste E-Methanol-Großanlage nahe deutscher Grenze eröffnet
In der Nähe der deutsch-dänischen Grenze ist die erste große E-Methanol-Anlage der Welt in Betrieb genommen worden. Das Energieunternehmen European Energy erklärte die Anlage Kassø im dänischen Apenrade am Morgen offiziell für eröffnet. Zu den Abnehmern des grünen Methanols zählen zunächst die drei dänischen Großkonzerne Maersk, Lego und Novo Nordisk, ehe die Betreiber auch andere Märkte wie den in Deutschland erschließen wollen.
E-Methanol ist nahezu CO2-neutral und gilt in der Schifffahrt als aussichtsreiche Möglichkeit, um fossile Treibstoffe wie Schiffsdiesel oder Schweröl zu ersetzen und damit die Emissionen zu mindern. Seine Produktion mit Hilfe der sogenannten Power-to-X-Technologie benötigt allerdings viel Strom aus erneuerbaren Quellen, weshalb der Treibstoff derzeit noch knapp ist.
In Apenrade (Aabenraa) soll dieser Strom aus dem nahegelegenen Solarpark Kassø stammen, dem größten Solarpark Nordeuropas. Damit sollen zunächst rund 32.000 Tonnen E-Methanol pro Jahr erzeugt werden. Maximal ist die Anlage, die nach Angaben der Betreiber die weltweit erste ihrer Art zur Produktion von E-Methanol im kommerziellen Maßstab ist, in der Lage, jährlich 42.000 Tonnen zu erzeugen.
Das grüne Methanol aus Apenrade wird zunächst von Maersk genutzt, um damit das mit Methanol betriebene Containerschiff «Laura Maersk» anzutreiben. Das E-Methanol soll darüber hinaus aber auch etwa in der Plastik- und Chemieindustrie Gebrauch finden, wo auf fossilen Brennträgern basierendes Methanol bislang zum Standard zählt. Langfristig soll es eines Tages auch zu Treibstoff für Flugzeuge führen.
Magdeburg (dpa/sa) *10:46 Uhr – Chemie-Großforschungszentrum in Merseburg nimmt Gestalt an
Das geplante Großforschungszentrum «Center for the Transformation of Chemistry» (CTC) in Merseburg nimmt konkrete Formen an. Wie die Landesregierung in Sachsen-Anhalt mitteilte, billigte sie am Dienstag die Gründung einer Trägergesellschaft in Form einer gemeinnützigen GmbH. Zudem stellt das Land kostenfrei ein rund drei Hektar großes Grundstück auf dem Campus der Hochschule Merseburg zur Verfügung, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte.
«Mit dem CTC entsteht derzeit ein neuer Leuchtturm für Spitzenforschung und Technologietransfer in Mitteldeutschland», sagte Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Das Zentrum solle die Transformation der Chemieindustrie hin zur Kreislaufwirtschaft beschleunigen und dabei auch hochwertige Arbeitsplätze schaffen.
Stand: 08.12.2025
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Insgesamt sollen an den beiden Standorten Merseburg (Sachsen-Anhalt) und Delitzsch (Sachsen) bis 2038 bis zu 1.000 Forschende arbeiten, rund 300 davon in Merseburg. Das CTC wird im Rahmen des Kohleausstiegs vom Bund mit bis zu 1,1 Milliarden Euro gefördert - bis zu 330 Millionen Euro davon gehen nach Sachsen-Anhalt.
Die neue Trägergesellschaft soll bis Ende Juni 2025 stehen und dem CTC unter anderem ermöglichen, eigenständig Personal einzustellen und Verträge zu schließen. Gesellschafter sind der Bund sowie die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Karlsruhe (dpa/lsw) *09:01 Uhr – «Unvorteilhafte Wetterbedingungen»: Wie 2025 für EnBW begann
Trotz Flaute über dem Meer ist der Karlsruher Energiekonzern EnBW besser ins neue Jahr gestartet als 2024. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Adjusted Ebitda) in den ersten drei Monaten stieg den Angaben nach um fünf Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Unter anderem seien Erlöse aus der Netznutzung gewachsen. Auch der Bereich Elektromobilität habe sich positiv entwickelt, hieß es.
Hingegen verbuchte EnBW im Bereich erneuerbare Energien mit rund 303 Millionen Euro einen Rückgang des um Zinsen, Steuern und Abschreibungen bereinigten Gewinns um rund neun Prozent binnen eines Jahres. «Dies war in erster Linie unvorteilhaften Wetterbedingungen geschuldet», hieß es. Vor allem die Offshore-Windverhältnisse seien deutschlandweit im ersten Quartal sehr schwach gewesen - sowohl im Vergleich zum langjährigen Schnitt als auch zum Vorjahreszeitraum. «Dies konnte nur teilweise von höheren Erlösen der Pumpspeicher- und Laufwasserkraftwerke kompensiert werden.»
Für das laufende Geschäftsjahr insgesamt erwartet EnBW weiterhin ein Ergebnis von 4,8 Milliarden bis 5,3 Milliarden Euro. 2024 hatte der Konzern wie erwartet nach einem sehr guten Vorjahr einen deutlichen Gewinneinbruch verbucht: Das Adjusted Ebitda sank von 6,4 Milliarden auf 4,9 Milliarden Euro.