Der weltgrößte Chemiekonzern BASF kappt wegen anhaltenden makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten seine Prognose. Für 2025 strebt BASF nun beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 7,3 Milliarden bis 7,7 Milliarden Euro an, wie das Dax-Unternehmen mitteilte. Zuvor hatte BASF 8,0 bis 8,4 Milliarden Euro angepeilt - nach knapp 7,9 Milliarden im Vorjahr.
Im zweiten Quartal betrug das operative Ergebnis nach vorläufigen Berechnungen 1,77 Milliarden Euro und traf damit die Erwartungen der Analysten. Im Vorjahreszeitraum hatte BASF hier 1,96 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Umsatz ging im Quartal wegen niedrigerer Preise vor allem bei Basischemikalien um 2,1 Prozent auf 15,77 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich blieb ein auf die Aktionäre anfallender Gewinn von 80 Millionen Euro hängen, nach 430 Millionen Euro im Vorjahr. Analysten hatten einen viel höheren Überschuss erwartet.
Die Chemiebranche leidet schon länger unter einer Nachfrageschwäche und gesunkenen Preisen. Hinzu kommen die anhaltenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump.
Beim Chemieriesen laufen Sparprogramme - vor allem der Stammsitz in Ludwigshafen soll wettbewerbsfähiger werden.
Berlin (ots) *15:30 –Standortfaktor Energie
Die energieintensive Ernährungsindustrie ist ein zentraler Pfeiler der deutschen Lebensmittelversorgung - und steht zugleich unter enormem Druck. Steigende Energiepreise, komplexe regulatorische Anforderungen und internationale Wettbewerbsverzerrungen bringen viele Unternehmen an ihre Belastungsgrenze. Die Folgen: Produktionsverlagerungen ins Ausland, steigende Verbraucherpreise und eine zunehmende Abhängigkeit von Importen. Vor diesem Hintergrund hat das Forum für Zukunftsenergien am 9. Juli 2025 im Rahmen des Arbeitskreises «Zukunftsenergien» mit Vertretern der Wirtschaft und Abgeordneten des Deutschen Bundestages darüber diskutiert, welche politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern sowie Klimaschutz und wirtschaftliche Resilienz in Einklang bringen zu können.
Dr. Christian v. Boetticher, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V. (BVE) kritisierte, dass die energieintensive Ernährungsindustrie in politischen Diskussionen häufig nicht ausreichend berücksichtigt werde, obwohl sie entlang ihrer Wertschöpfungskette jährlich rund 500 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland erwirtschafte. Auch in der derzeitigen wirtschaftlichen Abschwächung sei der Umsatz weitgehend stabil geblieben. Von Boetticher wies jedoch darauf hin, dass insbesondere die hohen Bürokratiekosten, vor allem durch europäische Vorgaben, sowie die stetig steigenden Energiepreise die internationale Wettbewerbsfähigkeit zunehmend gefährdeten.
Besonders stark betroffen seien dabei energieintensive Branchen wie die Ölsaatenverarbeitung, die Kakaoindustrie sowie die Backwarenherstellung, die in besonderem Maße unter der Last hoher Energiepreise litten. Er betonte, dass es dringend notwendig sei, die Ernährungsindustrie bei Entlastungsmaßnahmen einzubeziehen. Der Carbon Leakage Schutz sei unerlässlich, um eine Verlagerung der Industrie ins Ausland zu verhindern. Als mögliche Lösung nannte von Boetticher eine grundlegende Reform des Strommarktdesigns und den Ausbau der Leitungsinfrastruktur. Er beteuerte, dass einzelne Maßnahmen nicht ausreichten, um das Marktgefüge neu zu gestalten.
Brüssel (dpa) *13:06 –Streit um Kosten für Abwasserreinigung tobt vor EU-Gericht
Der Streit um die Kostenbeteiligung von Pharma- und Kosmetikfirmen bei der Abwasserreinigung tobt weiter. Nach Klagen mehrerer Pharmafirmen beim Gericht der EU gegen eine Kostenübernahme wollen nun der Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sowie der Verband kommunaler Unternehmen
(VKU) in den Rechtsstreit eintreten. Konkret geht es um die sogenannte erweiterte Herstellerverantwortung, die im Rahmen einer Anfang des Jahres in Kraft getretenen EU-Richtlinie «über die Behandlung von kommunalem Abwasser» gilt.
Demnach müssen Pharma- und Kosmetikfirmen künftig mindestens 80 Prozent der zusätzlichen Kosten für eine vertiefte Reinigung des Abwassers tragen. Durch Arzneien und Kosmetikprodukte kommen Mikroschadstoffe ins Abwasser.
Stand: 08.12.2025
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Zahlreiche Pharmaunternehmen hatten deshalb Klage beim Gericht der EU eingereicht und wollen die erweiterte Herstellerverantwortung streichen. Sie bekommen Rückendeckung von Pharmaverbänden. Wie ein Gerichtssprecher bestätigte, sind insgesamt 16 Nichtigkeitsklagen anhängig. Bei einer Nichtigkeitsklage werden Rechtsakte überprüft, die von den verschiedenen EU-Organen erlassen werden.
VKU und BDEW wollen nun als sogenannte Streithelfer vor Gericht das Europäische Parlament und die EU-Länder unterstützen und damit «die Wahrnehmung der Interessen der deutschen Wasserwirtschaft in dem Verfahren sicherstellen», wie sie mitteilten. Über den Antrag muss noch entschieden werden. Auch der deutsche Städtetag hatte sich kritisch geäußert. Wenn die Herstellerverantwortung wegfalle, landeten die höheren Reinigungskosten für Abwasser bei den Gebührenzahlerinnen und -zahlern in Städten, warnte er.
Auf der anderen Seite fürchtet etwa der Verband Pro Generika Milliardenkosten, die zu verstärkten Arzneiengpässen in Deutschland führen könnten. Da im Erstattungssystem hierzulande die Arzneimittelpreise nicht einfach erhöht werden könnten, drohe die Produktion von einigen Medikamenten unwirtschaftlich zu werden. Besonders betroffen sei das Diabetes-Medikament Metformin. Die Kommunale Abwasserrichtlinie würde zu einem Rückzug von Herstellern führen. Fast drei Millionen Patienten müssten dann auf teurere Alternativen umsteigen.
Stockholm (dpa) *09:53 – Studie: HPV-Impfung sehr effektiv gegen krebserregende Varianten
Impfungen gegen Humane Papillomviren (HPV) sind einer Studie aus Dänemark zufolge sehr effektiv gegen bestimmte Varianten der Viren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Das schreiben die Autorinnen und Autoren des im Fachblatt «Eurosurveillance» erschienen Artikels. Demnach seien die besonders relevanten Virustypen HPV 16 und 18 in Dänemark nahezu vollständig eliminiert worden, nachdem 2008 in dem Land damit begonnen wurde, Mädchen im Teenager-Alter dagegen zu impfen.
«Eurosurveillance» wird vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit Sitz in Stockholm herausgegeben. Die Forscherinnen analysierten rund 17.000 beim Screening auf Gebärmutterhalskrebs vorgenommene Zellabstriche von insgesamt 8.659 Frauen im Alter von 22 bis 30 Jahren über einen Zeitraum von sieben Jahren. Dabei fanden sie heraus, dass im Jahr 2021 weniger als ein Prozent der geimpften Frauen mit HPV 16/18 infiziert waren, während es vor Beginn der landesweiten Impfungen noch 15 bis 17 Prozent waren. Selbst unter den nicht geimpften Frauen waren 2021 nur fünf Prozent mit den Virustypen infiziert, was den Autoren zufolge stark auf eine Immunität in der dänischen Bevölkerung gegen diese Varianten hinweise.
Mindestens 14 der mehr als 100 HPV-Typen werden den Autoren zufolge als Hochrisikovarianten angesehen, die unter anderem Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Bevor Dänemark die Impfung von Mädchen eingeführt hat, waren demnach rund drei Viertel aller an Gebärmutterhalskrebs erkrankter Frauen in dem skandinavischen Land mit den Varianten HPV 16 und 18 infiziert.
Köln (ots) *07:10 – WDR-Recherche: Chempark Leverkusen leitet giftiges Pestizid Cyproconazol in den Rhein
Hunderte Kilogramm des hochgiftigen Stoffes Cyproconazol sind vom Chempark Leverkusen aus ins Wasser gelangt. Das geht aus Daten des nordrhein-westfälischen Wasser-Informationssystems ELWAS hervor, die der WDR ausgewertet hat. Cyproconazol ist nicht nur für Pflanzen und Tiere im Wasser extrem schädlich. Laut Gefahrstoffinformationssystem der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (GESTIS) kann das Pestizid Leberschäden verursachen und die Entwicklung von Kindern im Mutterleib beeinträchtigen. «Weil der Stoff so schwere gesundheitliche Schäden bei Menschen und Tieren verursachen kann, hat die Europäische Union das Pestizid Cyproconazol 2021 vom Markt genommen», sagt Paul Kröfges, Wasserexperte des Umweltverbandes BUND, dem WDR. Bis zum 30. November 2022 mussten alle Restbestände des Pestizids in der EU verbraucht und danach sicher entsorgt werden.
Der WDR hat den Chemparkbetreiber Currenta und die Kölner Bezirksregierung gefragt, wie es sein kann, dass ein seit 2021 nicht mehr zugelassener gesundheitsschädlicher Stoff kilogrammweise in Leverkusen in den Rhein geleitet wird. Fast zeitgleich schicken Currenta und die Kölner Bezirksregierung die haargenau gleiche schriftliche Erklärung. In beiden Antwortschreiben heißt es: «Es trifft zu, dass Cyproconazol in der EU seit 2021 nicht mehr zur Verwendung zugelassen ist - dies betrifft allerdings nicht die Produktion und den Export in Nicht-EU-Staaten.» Die Bezirksregierung erklärt zusätzlich: «Produktionsbedingt gelangt der Stoff ins Abwasser». Cyproconazol wird also weiterhin im Leverkusener Chempark herstellt und in Länder außerhalb der EU exportiert.