Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemie-Gewerkschaft warnt vor weiterer Abwanderung von Industriebetrieben

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18.07.2025: Wenig Stahl, mehr Gas?

Brüssel (dpa) *12:01 – EU-Gasspeicher können flexibler gefüllt werden

Die Gasspeicher in der EU müssen zur Vorsorge für den Winter weiter verpflichtend gefüllt werden - allerdings erst etwas später im Jahr als bislang. Die EU-Staaten haben für das Vorhaben nun final grünes Licht gegeben. Damit wird die sogenannte Gasspeicherverordnung um zwei Jahre verlängert. Zuvor hatten sich Unterhändler des Europäischen Parlaments und der EU-Länder darüber verständigt.

Demnach bleibt das bisherige Füllziel von 90 Prozent erhalten, es muss aber «irgendwann zwischen dem 1. Oktober und 1. Dezember» erreicht werden. Bislang mussten die Gasspeicher in der EU bis zum 1.

November zu 90 Prozent gefüllt sein. Zudem sollen für den Fall «schwieriger Bedingungen bei der Befüllung der Speicher» weitere Ausnahmen möglich sein.

Die Gasspeicherverordnung wurde Mitte 2022 erlassen und soll die Gasversorgung der EU sicherstellen. Die Änderung zielt darauf ab, die Anfälligkeit der EU für Preisschwankungen im Zusammenhang mit der geopolitischen Instabilität nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu verringern.

Berlin (dpa) *9:10 – Es wird deutlich weniger Stahl hergestellt

Wegen harter Konkurrenz aus dem Ausland und der Konjunkturschwäche stellt Deutschlands Stahlbranche deutlich weniger Stahl her. Die Rohstahlproduktion im Inland sei im ersten halben Jahr um knapp 12 Prozent auf 17,1 Millionen Tonnen gesunken, teilte die Wirtschaftsvereinigung Stahl in Berlin mit. Der Blick auf die Vorjahre verdeutlicht, dass der Rückgang überaus kräftig ist: Im ersten Halbjahr 2023 war die Rohstahlproduktion in Deutschland um 5 Prozent gesunken und im ersten Halbjahr 2024 um 4,5 Prozent gestiegen. Nun sackt der Wert ab.

«Der Produktionseinbruch in unserer Branche zeigt, wie dramatisch es um den Industriestandort Deutschland steht», sagt die Hauptgeschäftsführerin der Vereinigung, Kerstin Maria Rippel. Die Rohstahlproduktion liege auf dem Niveau der Finanzmarktkrise im Jahr 2009. Die Stahlunternehmen litten besonders unter der schwachen Inlandsnachfrage aus wichtigen Abnehmerbranchen wie Bau, Maschinenbau und Automobilindustrie.

Große Stahlhersteller wie Thyssenkrupp und Salzgitter bekommen dies zu spüren. Bei Thyssenkrupp Steel läuft ein massiver Stellenabbau, Salzgitter musste seine Jahresprognose für Umsatz und Gewinn nach unten anpassen. «Was wir jetzt brauchen, ist ein Stahlgipfel als Spitzentreffen auf höchster politischer Ebene mit unserer Branche», sagt Rippel.

Entscheidend sei dabei, dass sich die Beteiligten um die zeitnahe und verlässliche Umsetzung der bekannten Maßnahmen kümmerten, etwa um einen wirksamen europäischen Handelsschutz und wettbewerbsfähige Strompreise. Vor allem die hohen Energiepreise belasteten die Wettbewerbsfähigkeit weiterhin stark.

Politisch muss jetzt alles daran gesetzt werden, für energieintensive Industrien wie die Stahlindustrie einen international wettbewerbsfähigen und langfristig verlässlichen Strompreis zu sichern», sagte die Stahlverbandschefin. «Ein erster, dringend nötiger Schritt ist dabei die schnelle Senkung der Übertragungsnetzentgelte.»

Deutschlands Stahlbranche ist schon seit längerer Zeit unter Druck, so kämpft etwa der größte heimische Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel Europa (TKME) mit roten Zahlen und setzt dabei auf Stellenabbau. Das Unternehmen hatte zum Jahreswechsel noch 27.000 Beschäftigte, 2030 sollen es nur noch 16.000 sein - dies durch die Verringerung der Produktionskapazitäten und die Streichung von Stellen, aber auch durch die Auslagerung oder den Verkauf von Unternehmensteilen. Kürzlich einigte sich das Management nach harten Verhandlungen mit der Gewerkschaft IG Metall auf einen harten Sparplan, der das Einkommen eines Beschäftigten um durchschnittlich acht Prozent senken wird.

Der Stahlkonzern Salzgitter hat nach einem schwachen zweiten Quartal die Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Auch in der zweiten Jahreshälfte sei noch keine spürbare Markterholung zu erwarten, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit.

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Im laufenden Jahr dürfte der Umsatz vor diesem Hintergrund nicht bei 9,5 bis 10 Milliarden Euro liegen, sondern nur bei 9,0 bis 9,5 Milliarden. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte mit 300 bis 400 Millionen Euro die bisherige Prognose von 350 bis 550 Millionen eher unterschreiten.

Im zweiten Quartal ging der Außenumsatz um fast 12 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zurück. Das Ebitda sackte noch stärker von 107,3 auf 38,2 Millionen Euro ab. Bereits im ersten Quartal hatten ein schwaches konjunkturelles Umfeld und eine sinkende Stahlnachfrage auf die Ergebnisse des Konzerns gedrückt.

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