Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemie-Gewerkschaft warnt vor weiterer Abwanderung von Industriebetrieben

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07.07.2025: Dow schließt Chemieanlagen in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Erfurt (dpa/th) *18:35 – Gefahrgutunfall auf A4: Ätzender Stoff ausgelaufen

Ein Gefahrguttransporter ist auf der Autobahn 4 zwischen Erfurt und Weimar gegen die Mittelleitplanke gefahren und hat dabei einen Teil seiner Ladung verloren. Nach dem Unfall sei Alkylsulfonsäure ausgelaufen, teilte die Autobahnpolizei mit. Der Stoff ist den Angaben zufolge ätzend für Augen und Haut. Die Feuerwehr richtete in einem Radius von 300 Metern eine Gefahrenzone ein.

Laut Polizei wurde der Lkw-Fahrer schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Drei Ersthelfer und ein Feuerwehrmann trugen Atemwegsreizungen davon. Ersten Erkenntnissen zufolge schleuderte der Lkw auf der Fahrbahn Richtung Frankfurt wegen Aquaplaning gegen die Leitplanke. Dabei hätten sich vermutlich Gefahrgutbehälter geöffnet. Die A4 ist zwischen den Anschlussstellen Nohra und Erfurt-Vieselbach in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Nach Polizeiangaben dürfte die Sperrung voraussichtlich bis in die Nacht andauern. Alkylsulfonsäuren und ihre Salze - Alkylsulfonate - werden vielfältig eingesetzt, unter anderem in Wasch- und Reinigungsmitteln sowie als Katalysatoren.

Mailand (dpa) *16:38 – Datendiebstahl beim Corona-Impfstoff? Festnahme in Mailand

Wegen des Verdachts der US-Spionage ist ein Chinese am größten Flughafen Mailands festgenommen worden. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, soll der 33-Jährige FBI-Ermittlungen zufolge Teil einer Hackergruppe gewesen sein, die 2020 unter anderem Daten zu Covid-19-Impfstoffforschung an der Universität Texas ausspioniert haben soll.

Die Festnahme erfolgte bereits am vergangenen Donnerstag bei seiner Ankunft aus Shanghai am Flughafen Mailand-Malpensa. Gegen den Mann lag ein internationaler Haftbefehl vor. Er beteuert seine Unschuld und ist in Untersuchungshaft.

Böhlen/Schkopau (dpa) *15:37 –Dow schließt Chemieanlagen in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Der US-Chemiekonzern Dow will einen Teil seiner Anlagen im sächsischen Böhlen und in Schkopau in Sachsen-Anhalt Ende 2027 schließen. Grund seien strukturelle Herausforderungen auf dem europäischen Markt, darunter hohe Energie- und Betriebskosten sowie eine mangelnde Nachfrage in Schlüsselindustrien, teilte das Unternehmen mit. Dow habe die Mitarbeiter an den betroffenen Standorten über diese Entscheidung informiert. Betroffen sind nach Unternehmensangaben insgesamt rund 550 regulär Beschäftige in Böhlen und Schkopau. Dow unterhält nach Angaben zufolge 13 Standorte in Deutschland mit rund 3400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Konkret geht es um die Chloralkali- und Vinylanlagen in Schkopau (Saalekreis) sowie den sogenannten Steamcracker in Böhlen, der aus Rohbenzin chemische Grundstoffe herstellt. Diese Anlagen stehen am Anfang der chemischen Wertschöpfungskette und gelten als besonders kosten- und energieintensiv. Ihre Schließung dient laut Dow der Anpassung von Kapazitäten, dem Abbau von Handelsrisiken sowie der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Dow betreibt weitere Anlagen in Schkopau, Leuna und Böhlen - unter anderem zur Herstellung von Kunststoff und Materialien für die Bauindustrie. Sie sind den Angaben zufolge nicht von der aktuellen Entscheidung betroffen.

Norden (dpa) 13:42 – Ölschaden nach Starkregen

In der ostfriesischen Stadt Norden (Landkreis Aurich) sorgt eine großflächige Ölverschmutzung für einen größeren Feuerwehreinsatz. Betroffen waren am Sonntag mehrere tausend Quadratmeter am Norddeicher Hafen, sowohl an Land als auch im Hafenbecken, wie die Feuerwehr mitteilte. Es sei der wohl bisher größte Ölschaden im Norddeicher Hafen gewesen. Ursache sei ein durch Starkregen übergelaufener Ölabscheider auf einem Werftgelände im Osthafen gewesen.

Nach einem anhaltenden Regenschauer entdeckte der Hafenmeister des Betreibers Niedersachsen Ports (NPorts) im Osthafen einen Ölfilm auf der Wasseroberfläche. Aus dem Abscheider war Ölwassergemisch und Ölschlamm ausgetreten. Die Schadstoffe hatten sich auf dem Firmengelände sowie den Straßen verteilt. Über die Kanalisation fand das Gemisch den Weg in das Hafenbecken. Mit Ölsperren wurde der Ölfilm zusammengezogen.

Sankt Anna am Aigen (ots) *12:01 – Schluss mit Werkbank der Welt – Droht die Abkehr von China?

Günstige Preise, schnelle Lieferungen - jahrzehntelang galt China als Werkbank der Welt. Doch das Blatt wendet sich: Steigende Transportkosten, politische Unsicherheiten und Qualitätsprobleme bringen immer mehr Unternehmen zum Umdenken.

Produktion in Europa erlebt ein Comeback, auch wenn die Löhne höher sind. Am Ende zählt nicht nur der Stückpreis, sondern auch Verlässlichkeit, Qualität und Planbarkeit. Und genau da punkten europäische Hersteller. Dieser Beitrag verrät, warum sich die Produktion in Europa oft als nachhaltiger, sicherer und sogar wirtschaftlicher erweist, welche Branchen bereits umdenken - und wie europäische Produktion zur echten Alternative wird.

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Die Funktion Chinas als Fertigungszentrum der Welt, in der sämtliche globalen Produktionsgüter hergestellt werden, hat mittlerweile eine ernsthafte Konkurrenz bekommen. Galten früher asiatische Fertigungsstätten durch die hohen Produktionskapazitäten, Niedriglöhne und den günstigen Transport als alternativlos, sind die Risiken im Hinblick auf Qualität und Lieferketten mittlerweile größer geworden. Der Gegentrend der Lokalisierung ist daher immer mehr im Kommen. Eine Herstellung im europäischen Raum ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch zuverlässiger.

Wiesbaden (ots) *08:04 – Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 1,8 Prozent gesunken

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mai 2025 gegenüber April 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,2 Prozent gestiegen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von März 2025 bis Mai 2025 um 1,4 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor. Im April 2025 sank die Produktion gegenüber März 2025 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 1,6 Prozent (vorläufiger Wert: -1,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2024 war die Produktion im Mai 2025 kalenderbereinigt 1,0 Prozent höher.

Die positive Entwicklung der Produktion im Mai 2025 ist auf die Zuwächse in der Automobilindustrie (+4,9 Prozent zum Vormonat) und der Energieerzeugung (+10,8 Prozent) zurückzuführen. Auch der Anstieg der Produktion in der Pharmaindustrie (+10,0 Prozent) beeinflusste das Gesamtergebnis positiv. Negativ wirkte sich hingegen der Rückgang im Baugewerbe (-3,9 Prozent) aus. Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) stieg im Mai 2025 gegenüber April 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,4 Prozent. Dabei stieg die Produktion von Investitionsgütern um 4,1 Prozent und die Produktion von Konsumgütern um 0,5 Prozent. Die Produktion von Vorleistungsgütern hingegen sank um 2,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2024 stieg die Industrieproduktion kalenderbereinigt ebenfalls um 1,4 Prozent.

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im Mai 2025 gegenüber April 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,8 Prozent gesunken. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen von März 2025 bis Mai 2025 um 0,7 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresmonat Mai 2024 war die energieintensive Produktion im Mai 2025 kalenderbereinigt um 4,8 Prozent niedriger. Eine Analyse zum Produktionsindex für energieintensive Industriezweige ist auf der Themenseite «Industrie, Verarbeitendes Gewerbe» im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbar.

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