08.07.2025: Sorge um mitteldeutsche Chemie/Power-to-X goes Offshore
Brüssel (dpa) *19:12 Uhr –EU-Kommission will Chemieindustrie entlasten
Die EU-Kommission will mehrere Vorgaben für die europäische Chemieindustrie vereinfachen. Ziel ist es, den Verwaltungsaufwand und Kosten für die Industrie zu verringern, teilte die Behörde mit. Als Beispiele nannte sie simplere Kennzeichnungsvorschriften für gefährliche Chemikalien, eine Änderung der EU-Kosmetikvorschriften und leichtere Registrierung von Düngemitteln.
„Diese Maßnahmen werden der Industrie voraussichtlich mindestens 363 Millionen Euro jährlich einsparen“, so die Kommission. Während Wirtschaftsverbände die Ankündigung positiv aufnahmen, gibt es Kritik aus Reihen der Grünen und von Umweltorganisationen. Besonders besorgniserregend sei der geplante Rückschritt bei Kosmetika, so die Grünen-Europaabgeordnete Jutta Paulus. „Krebserregende oder fortpflanzungsschädigende Stoffe sollen künftig erlaubt sein, solange sie nur beim Verschlucken gefährlich sind“, kritisiert sie. Ähnliche Bedenken äußerte auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).
Die EU-Kommission verspricht hingegen, einen hohen Schutz der Gesundheit und der Umwelt zu gewährleisten. Aus der Industrie kommt Lob für das Vorhaben: „Jahrelang wurden dem Sektor regulatorische Knüppel zwischen die Beine geworfen“, kritisiert Markus Steileman, Präsident des Verbands der chemischen Industrie (VCI).
Die Vorschläge der Kommission räumten nun erste Probleme aus dem Weg. „Der Anfang ist gemacht“, sagt Steileman. Aus den Reihen der Union kommt ebenfalls Lob für das Vorhaben. Es muss nun mit den EU-Staaten und dem Europaparlament final ausgehandelt werden.
Bremerhaven (dpa) *16:24 – Power-to-X: Kraftstoff aus Windkraft - Erste schwimmende Anlage im TestEin Forschungsteam testet, wie mit Windenergie mitten im Meer künftig nachhaltige Kraftstoffe erzeugt werden können. «Das wird das erste Mal auf einer schwimmenden Plattform in dieser Form weltweit demonstriert und erprobt», sagte Matthias Metten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bei der Vorstellung des Projekts in Bremerhaven. Windräder auf dem Meer liefern mehr und gleichmäßigeren Strom als an Land. Während Anlagen an Land etwa 3,5 Megawatt schaffen, kommen Offshore-Windräder auf rund 5 Megawatt. Doch für den Windstrom müssen bisher Seekabel verlegt werden - das ist aufwendig, teuer und schadet der Umwelt.
Pro Gigawatt sei ein Kabel nötig, rechnete Projektkoordinator Roland Dittmeyer vor. Wenn der Windpark weit draußen im Meer liegt, koste ein solches Kabel rund vier Milliarden Euro. Anstatt den Strom an Land zu transportieren, wollen die Wissenschaftler die Energie noch auf dem Meer nutzen. «Das kostet vielleicht bei der gleichen Energiemenge nur ein Zehntel.» Auf der schwimmenden Plattform soll direkt Wasserstoff hergestellt werden. In weiteren Schritten kann der Wasserstoff dann zu anderen Stoffen wie Ammoniak, E-Fuels, LNG (Methan) oder Methanol verarbeitet werden. Dafür braucht es neben Wasser auch CO? und Stickstoff. Diese Stoffe sollen ebenfalls direkt vor Ort gewonnen werden - etwa aus der Luft oder dem Meer. Das Forschungsteam will zudem testen, ob Meerwasser direkt - also ohne vorheriges Entsalzen - zur Herstellung von Wasserstoff genutzt werden kann.
Duisburg (dpa) *14:10 – Thyssenkrupps Grünstahl-Anlage könnte teurer werden
Deutschlands größter Stahlkonzern Thyssenkrupp Steel hält Kostensteigerungen beim Bau der Grünstahl-Anlage in Duisburg für möglich. «Bei Projekten dieser Größenordnung lässt sich dies nicht vollkommen ausschließen. Das ist allen Beteiligten bewusst», sagte der Projektleiter für den Bau der Direktreduktionsanlage, Ulrich Greiner Pachter, der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (WAZ).
Mit Blick auf den Stahlkonzern und den beauftragten Anlagenbauer SMS Group aus Mönchengladbach sagte Greiner Pachter: «Die Bautätigkeit hat - in Kombination von Thyssenkrupp und SMS - ein Auftragsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro. Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht an jedem Tag auf der Baustelle alles glattläuft.» Das Unternehmen plane mit einem «Risikopuffer», in dem mögliche Mehrkosten enthalten seien.
Hinzu kämen potenzielle Kostensteigerungen bei den Betriebskosten. «Die größten Herausforderungen sehe ich vor allem bei den Betriebskosten der DRI-Anlage und weniger beim Bau an sich», sagte Greiner Pachter der WAZ. «Da geht es insbesondere um die Energiekosten und die Frage, ob und wann genug grüner Wasserstoff zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung steht.»
Böhlen/Schkopau (dpa) *12:16 – IHK sorgt sich um mitteldeutschen Chemiestandort
Die IHK Halle-Dessau sieht in der Stilllegung von Anlagen des US-Konzerns Dow eine Gefahr für den mitteldeutschen Chemiestandort. «Die Entscheidung ist eine Hiobsbotschaft», sagte IHK-Präsident Sascha Gläßer. Die Mitteilung komme nicht überraschend, sei aber umso alarmierender. «Deutschland verliert als Industriestandort zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit», sagte er. Besonderes die chemische Industrie leide unter stark gestiegenen Energiepreisen, hohen Standortkosten und langwierigen Genehmigungsverfahren. Es gelte jetzt, die verbleibende Zeit bis zur Stilllegung zu nutzen, damit kein Dominoeffekt entstehe, sagte Gläßer.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Dow hatte am Montag mitgeteilt, einen Teil seiner Anlagen in Schkopau in Sachsen-Anhalt und im sächsischen Böhlen Ende 2027 zu schließen. Davon sind nach Unternehmensangaben direkt rund 550 Beschäftigte betroffen. Die Grünen in Sachsen sehen durch den Wegfall der Anlagen auch eine Gefahr für die Lieferketten. «Die vergangenen Krisen-Jahre haben uns gezeigt, dass wir in unabhängige europäische Produktion investieren müssen», sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im sächsischen Landtag, Wolfram Günther. Die Nachricht von den beabsichtigten Schließungen sei ein Rückschlag für die Bemühungen zu mehr Unabhängigkeit.
Berlin (ots) +12.01 – Qualitätsmängel bei Arzneimitteln mit Kindersicherung festgestellt
Bei einigen rezeptpflichtigen Arzneimitteln mit Methylphenidat, die zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) eingesetzt werden, sind Vor-Ort-Apotheken auf Qualitätsmängel gestoßen. «Die Apothekenteams berichteten über Schwierigkeiten bei der Entnahme der Kapseln aus kindergesicherten Blistern», erklärte Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Die Blister sollen an einer perforierten Ecke über eine spezielle Lasche geöffnet werden. In mehreren Fällen ließ sich die Folie trotz großer Kraftanwendung nicht wie vorgesehen abziehen.
Die Firma räumte in diesen Fällen einen Qualitätsmangel ein. Zusätzlich wurde berichtet, dass sich einzelne Kapseln nur mit spitzen Gegenständen oder durch Klopfen aus dem Blister lösen ließen. Beim Versuch, die Kapseln durch die Folie zu drücken, kam es zu Beschädigungen der Kapseln.
Böhlen/Schkopau (dpa) *11:02 – IHK sorgt sich um mitteldeutschen Chemiestandort
Die IHK Halle-Dessau sieht in der Stilllegung von Anlagen des US-Konzerns Dow eine Gefahr für den mitteldeutschen Chemiestandort. «Die Entscheidung ist eine Hiobsbotschaft», sagte IHK-Präsident Sascha Gläßer. Die Mitteilung komme nicht überraschend, sei aber umso alarmierender.
«Deutschland verliert als Industriestandort zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit», sagte er. Besonderes die chemische Industrie leide unter stark gestiegenen Energiepreisen, hohen Standortkosten und langwierigen Genehmigungsverfahren. Es gelte jetzt, die verbleibende Zeit bis zur Stilllegung zu nutzen, damit kein Dominoeffekt entstehe, sagte Gläßer.
Dow hatte am Montag mitgeteilt, einen Teil seiner Anlagen in Schkopau in Sachsen-Anhalt und im sächsischen Böhlen Ende 2027 zu schließen.
Davon sind nach Unternehmensangaben direkt rund 550 Beschäftigte betroffen.
Berlin (dpa) *10:08 – Bundesregierung will Wasserstoff-Ausbau beschleunigen
Das Bundeswirtschaftsministerium will den Ausbau der Wasserstoff-Wirtschaft deutlich beschleunigen. Für die schnelle Versorgung mit Wasserstoff seien zahlreiche Erleichterungen unabdingbar, heißt es in einem Gesetzentwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dieser ging nach Angaben des Ministeriums an die Länder und Verbände zur Anhörung. Klimaneutral produzierter Wasserstoff soll eine Schlüsselrolle beim Umbau zum Beispiel der Stahl- und Chemieindustrie spielen und fossile Energieträger ersetzen. Aus Sicht der Energiebranche ist Wasserstoff aber derzeit noch nicht ausreichend vorhanden und zu teuer.
Der Gesetzentwurf zielt auf die Erleichterung unterschiedlicher Planungs-, Genehmigungs- und Vergabeverfahren zum Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur. Neben Elektrolyseuren und Importanlagen für Wasserstoff geht es um Wasserstoffleitungen und -speicher. Diese Anlagen und Leitungen sollen im «überragenden öffentlichen Interesse» liegen. Das soll Verfahren beschleunigen. Die Bundesregierung plant den Aufbau eines «Kernnetzes». Derzeit seien Verfahren von langer Dauer und mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden, heißt es im Entwurf. Dies verhindere wegweisende Investitionen und die Umsetzung von Projekten.