Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemie-Gewerkschaft warnt vor weiterer Abwanderung von Industriebetrieben

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12.07.2025: Trafo-Brand in Chempark Dormagen, Neues von NIS2

Dormagen (dpa/lnw) *09:24 – Trafo-Brand in Chempark

Wegen eines Brandes im Chempark Dormagen hat die Feuerwehr vor einer Geruchsbelästigung im Kölner Norden gewarnt. Es bestehe keine akute Gesundheitsgefahr, dennoch sollten Anwohner vorsorglich Fenster und Türen geschlossen halten. In dem Chemiepark war nach Polizeiangaben am Morgen ein Feuer in einem Trafo ausgebrochen. Es sei niemand verletzt worden. Luftmessungen hätten dann aber keine Hinweise auf eine Gesundheitsgefahr ergeben, sagte ein Sprecher. Am Mittag war der Brand gelöscht, die Warnmeldung wurde aufgehoben. Verletzt wurde niemand.

Nach Angaben des Chempark-Betreibers Currenta war das Feuer am Morgen aus noch unbekannter Ursache in einer Trafostation ausgebrochen. Als Folge sei es in Teilen des Standorts zu einem Stromausfall gekommen, mehrere Gebäude und technische Anlagen seien durch automatische Sicherheitssysteme in einen sicheren Zustand versetzt worden. Auf dem Gelände des Chemparks Dormagen gibt es nach Angaben von Currenta rund 70 Unternehmen mit 9.500 Beschäftigten. Schwerpunkt sei die Entwicklung und Herstellung von Pflanzenschutzmitteln und Kunststoffen.

Berlin (dpa) *08:01 – BSI-Chefin: Cyberschutz-Verpflichtung für Firmen ab 2026

Die Bundesregierung will eine EU-Richtlinie für den verpflichtenden Schutz wichtiger Anlagen und Unternehmen vor Cyberangriffen in Deutschland bis Anfang 2026 gesetzlich verankern.«Das Bundesinnenministerium treibt dieses Thema im Moment mit Hochdruck voran», sagt die Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe die Hoffnung, dass wir es schaffen, dass es Anfang 2026 in Kraft treten kann.» Zu dem Entwurf, der unter anderem die Pflicht zur Risikoanalyse und zur Meldung von Sicherheitsvorfällen bestimmt, wurden laut Innenministerium Anfang Juli die Länder und betroffene Verbände angehört. «Wichtig ist, dass die Unternehmen und Institutionen den Startschuss hören», sagt die BSI-Chefin.

Mit der Umsetzung der europäischen NIS-2-Richtlinie soll mehr Cybersicherheit von Unternehmen und Institutionen geschaffen werden. Als wichtige Einrichtung im Sinne des Gesetzes gelten unter anderem größere Unternehmen der Sektoren Energie, Verkehr, Trinkwasser, Lebensmittelproduktion, Abwasser und Telekommunikation. Die Idee dahinter: Wenn sie nicht mehr arbeitsfähig wären - etwa weil ein Hacker ihre Daten verschlüsselt oder den Zugriff darauf blockiert hat - hätte das erhebliche Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Die Pflicht zur Umsetzung bestimmter Sicherheitsmaßnahmen zur Abwehr und Bewältigung von Cyberangriffen soll künftig schätzungsweise rund 29.000 Unternehmen betreffen und damit deutlich mehr als bisher. Aktuell betreut das BSI rund 4.500 Betreiber kritischer Infrastruktur, die bestimmte Standards in Sachen Cybersicherheit erfüllen müssen. Seit ungefähr vier Monaten ist ein «NIS-2-Betroffenheitstest» online.

Damit kann jeder herausfinden, ob die geplanten strengeren Regeln für ihn gelten oder nicht. Der Test wurde laut BSI schon mehr als 200.000 Mal genutzt. Plattner hat dennoch den Eindruck: «Die Anforderungen, die auf die betroffenen Unternehmen und Einrichtungen zukommen, haben viele derjenigen, die es angeht, immer noch nicht richtig auf dem Schirm.»

Die Frist für die NIS-2-Richtlinie ist am 17. Oktober 2024 abgelaufen. Bis zu diesem Datum hätten alle EU-Mitgliedstaaten die Richtlinie in nationales Recht umsetzen müssen. Deutschland und zahlreiche andere EU-Staaten haben die Frist nicht eingehalten. Die Ampel-Koalition hatte im Juli 2024 im Kabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen. Nach dem Auseinanderbrechen der Koalition von SPD, Grünen und FDP fand sich dafür jedoch keine Mehrheit mehr im Bundestag. «Dadurch, dass wir es in der letzten Legislaturperiode nicht mehr geschafft haben, ist da jetzt wirklich Tempo gefordert», mahnt die BSI-Präsidentin. Aus ihrer Sicht sei es daher besser, die Richtlinie rasch umzusetzen und später gegebenenfalls noch einmal nachzubessern.

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