Jessen (dpa/sn) *18:53 – Rückruf für Mineralwasser wegen Keimbelastung
Die Roxane GmbH aus Jessen (Sachsen-Anhalt) ruft wegen einer Keimbelastung Mineralwasser der Marken «Gut & Günstig» und «Naturalis» in den Sorten Medium, Classic und Still in verschiedenen Verpackungsgrößen zurück. Die Ware ist vorwiegend bei Edeka, Marktkauf und Netto Marken-Discount im Angebot. Am Mittwoch informierten das Portal lebensmittelwarnung.de und die Verbraucherorganisation Foodwatch. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. «Im Rahmen von Routinekontrollen wurde eine bakterielle Verunreinigung festgestellt. Diese kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes wird daher vom Verzehr des Produktes dringend abgeraten», hieß es in der Rückruf-Mitteilung von Roxane. Das Unternehmen und die betroffenen Handelsunternehmen hätten umgehend reagiert und die Ware sofort aus dem Verkauf genommen.
Foodwatch zog Parallelen zu einem Mineralwasser-Skandal in Frankreich. «Denn Roxane gehört zur Alma Group - jenem Konzern, der derzeit in Frankreich wegen der illegalen Filterung von keimbelastetem Mineralwasser vor Gericht steht», hieß es. Foodwatch forderte Roxane und die zuständigen deutschen Lebensmittelbehörden auf, alle Informationen zu dem Rückruf öffentlich zu machen.
Insbesondere müssten alle Messwerte von Roxane-Brunnen in Deutschland veröffentlicht werden. Da Mineralwasser-Sorten mit sehr unterschiedlichen Mindesthaltbarkeitsdaten von dem Rückruf betroffen sind, vermutete Foodwatch, das Problem der Verunreinigungen könne schon länger bestehen.
Straßburg/Stuttgart (dpa/lsw) *14:41 – Unaussprechliches Virus: Wie gefährlich ist Chikungunya?0
Tropenviren wie Dengue, Gelbfieber und Hanta sind hierzulande nicht unbekannt. Vom Chikungunya-Virus haben viele dagegen noch nicht gehört. Dabei sind seine Träger, die Tigermücken, auch in Freiburg, Karlsruhe oder Mannheim längst keine Exoten mehr. Nun hat sich nur wenige Kilometer von der baden-württembergischen Grenze entfernt im Elsass ein Mensch mit diesem Virus angesteckt.
Dieser jüngste Chikungunya-Fall zeigt: Die Tropenviren und mit ihnen das Erkrankungsrisiko rücken näher. Muss man sich jetzt Sorgen machen? Wie kann man sich schützen? Und was tun bei Symptomen? Die wichtigsten Antworten:
Das Virus, das vor allem in Asien, Afrika und Amerika auftritt, löst das gleichnamige Fieber aus, das mit grippetypischen Symptomen wie hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen einhergeht. Daher auch der Name, der ursprünglich aus der Sprache der Makonde stammt, einem Bantuvolk im Südosten von Tansania. Übersetzt heißt es so viel wie «der gekrümmt Gehende» - in Anlehnung an die Symptome. Es wurde erstmals 1952 bei einem Ausbruch in Tansania beschrieben. Das Virus wird von infizierten weiblichen Stechmücken bestimmter Arten wie der Asiatischen Tigermücke und der Gelbfiebermücke übertragen. Von Mensch zu Mensch steckt man sich üblicherweise nicht an. Die inzwischen auch hierzulande heimische Tigermücke kann das Virus weitergeben, wenn ein Tier zuerst einen infizierten Menschen sticht, das Virus aufnimmt und bei einem anschließenden Stich überträgt, sagte Florian Hölzl, der Leiter der Abteilung Infektionsschutz und Umwelthygiene des Stuttgarter Gesundheitsamts.
Die Mücken stechen vor allem am Tag zu. Über die Speichelsekrete der Stechmücke gelangt das Virus in den menschlichen Blutkreislauf. Spezifische Medikamente gegen Chikungunya gibt es noch nicht. Es werden Arzneimittel verabreicht, die die Symptome lindern sollen. Die meisten Infizierten erholen sich vollständig, oft schon nach einer Woche. Starke Gelenkschmerzen können aber auch monatelang andauern. Gefährlicher ist das Virus für chronisch Kranke, Ältere sowie für Schwangere und Säuglinge, die sich im Mutterleib infizieren. Ist Chikungunya ausgeheilt, besteht eine lebenslange Immunität gegen die Krankheit. Lange Zeit gab es zwar keinen Impfstoff gegen Chikungunya. Im vergangenen Jahr aber wurde in Deutschland der Impfstoff Ixchiq zugelassen, im Februar 2025 folgte der Impfstoff Vimkunya. Wegen vereinzelter Berichte über schwere Nebenwirkungen bei älteren Menschen wird Ixchiq allerdings derzeit von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) überprüft.
Düsseldorf (dpa/lnw) *13:40 – Höherer Abschluss für die Bierbrauer
Etwa 5500 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalens Brauereien bekommen mehr Geld. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gab bekannt, dass mehrere Tausend Beschäftigte zunächst rückwirkend 2,8 Prozent mehr Lohn bekommen. Im Februar 2026 kommen 60 Euro hinzu - je nach Entgeltgruppe fällt die prozentuale Erhöhung in diesem Schritt unterschiedlich aus. Im September 2026 folgt ein weiterer Aufschlag um 1,5 Prozent, der 24 Monate laufende Tarifvertrag endet im März 2027. Azubis bekommen zwei freie Tage, um sich auf die Abschlussprüfung vorzubereiten. Der Brauereiverband NRW bestätigte die Angaben.
Stand: 08.12.2025
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Beim Brauereiverband NRW sind zehn Brauereien Mitglieder, es geht etwa die Brauerei König aus Duisburg, Radeberger aus Dortmund, Diebels aus Issum sowie Früh und Gaffel aus Köln. Die Konkurrenten Warsteiner, Veltins und Krombacher haben separate tarifliche Regelungen, für die es ebenfalls einen Tarifabschluss mit der NGG gab - im Wesentlichen fällt die Erhöhung gleich hoch aus wie in dem Tarifabschluss mit dem Brauereiverband NRW. Der Geschäftsführer des Brauereiverbandes NRW, Marc Peters, nannte den Tarifabschluss «eine Herausforderung». Der Bierausstoß sei seit Jahrzehnten rückläufig, zugleich stiegen die Lohnkosten sowie Kosten für Energie, Glas, Kästen und Kronkorken. Der Gewerkschafter Mohamed Boudih war zufrieden. «Das Lohn-Plus liegt deutlich über der Inflation», sagte der NGG-Landeschef. «Vom Brauer über die Lebensmitteltechnologin und dem Produktionshelfer in der Fassabfüllung bis zum Fahrer: Die Brauerei-Beschäftigten haben damit ein gutes Reallohn-Plus.»
Hamburg (dpa/lno) *12:41 – Bau der Klärschlamm-Verbrennungsanlage Vera II geht voran
Halbzeit bei der Erweiterung von Hamburgs Klärschlammverbrennungsanlage im Hafen: Im Beisein von Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) und Hamburg Wasser-Chef Michael Beckereit hob am Mittwoch ein Schwerlastkran ein weiteres Teil für ein mehr als 25 Meter hohes Schlammsilo über das Gebäudedach in seine Position. Schrittweise in Betrieb gehen soll die Anlage von
2027 an. Klärschlamm darf von 2029 an fast gar nicht mehr von der Landwirtschaft genutzt werden, muss stattdessen verbrannt werden. Da in den norddeutschen Flächenländern derzeit noch etwa 45 Prozent des Klärschlamms auf den Feldern landen, wurde in Hamburg die Verbrennungsanlage Vera II ersonnen, die zusammen mit Vera I einmal pro Jahr bis zu 97.000 Tonnen Klärschlamm verarbeiten soll - darunter auch Klärschlamm aus Lübeck und vom Abwasserzweckverband Südholstein.
In der Vergangenheit waren die ursprünglich geplanten Kosten in Höhe von 196 Millionen Euro jedoch komplett aus dem Ruder gelaufen. Inzwischen kalkuliert Hamburg Wasser mit 297,2 Millionen Euro für die Erweiterung von Vera zur größten Klärschlammverbrennungsanlage in Deutschland. Beckereit begründete dies erneut mit massiv gestiegenen Kosten etwa für Eisen und Stahl. Senatorin Fegebank betonte: «Bei Vera II, ich sage das ganz ehrlich, das ist nicht nur bedauerlich, sondern auch wirklich ärgerlich, dass wir diese Situation im letzten Jahr hatten.» Inzwischen fahre Hamburg Wasser einen sehr offensiven, klaren und transparenten Kurs, sagte Fegebank. Es seien viele Prozesse und Verfahren noch einmal unter die Lupe genommen worden. Unter anderem wegen der Probleme bei Vera II und den massiv gestiegenen Kosten wurde die Führungsspitze des Unternehmens ausgetauscht. Seit 1. April leiten nun Beckereit und Frank Herzog das Unternehmen. Beide haben bereits für Hamburg Wasser gearbeitet und sollen nun vorerst bis Mitte 2026 interimsmäßig die Geschäfte führen.
München (dpa/lby) *12:13 –Wacker Chemie baut Bioforschung in München aus
Der Chemiekonzern Wacker baut seine Biotechnologieforschung in München aus. Vorstandschef Christian Hartel, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und zahlreiche Gäste weihten das neue Forschungszentrum ein, Schwerpunkt soll die Forschung zur Herstellung von Biopharmazeutika sein. Biopharmazeutika sind Medikamente, deren Wirkstoffe nicht in chemischer Synthese hergestellt werden, sondern in der Regel mit gentechnischen Verfahren auf Basis von Proteinen. «Wir sehen auf diesem Gebiet großes Wachstumspotential, weshalb wir hier investieren, auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten», sagte Hartel.
In dem neuen Forschungszentrum sollen 90 Menschen arbeiten, Wacker hat nach Firmenangaben einen zweistelligen Millionenbetrag investiert, die genaue Summe nannte der Konzern nicht. «Genau solche Projekte brauchen wir, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Innovationen aus Bayern in die Welt zu bringen», sagte Aiwanger.
Berlin (ots) *12:02 – Pharma Deutschland hat Antrag auf Streithilfe zum Klageverfahren gegen die europäische Kommunalabwasserrichtlinie eingereicht
Vor dem Hintergrund der umfassenden und grundsätzlichen Kritikpunkte, die in den letzten Monaten aus zahlreichen europäischen Staaten formuliert worden waren, und der Ankündigung der Europäischen Kommission Anfang Juni, die durch die erweiterte Herstellerverantwortung entstehenden Kosten und Auswirkungen auf die betroffenen Sektoren zu prüfen, fordert Pharma Deutschland, die Umsetzung der KARL bis zur Klärung wesentlicher Fragen auszusetzen.
«Die Kommunalabwasserrichtlinie ist in ihrer jetzigen Fassung am Ende. Die Europäische Kommission sollte jetzt die Umsetzung stoppen und im Lichte des Ergebnisses der Überprüfungen der Kosten und Auswirkungen der Herstellerverantwortung auf die betroffenen Sektoren einen Neustart wagen», betont Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender von Pharma Deutschland. «Es gibt in der EU keine Institution, die die Kommunalabwasserrichtlinie noch inhaltlich verteidigt. Das stärkste Argument der Befürworter ist, dass das kommunale Abwasser europaweit eine vierte Klärstufe braucht und dass dies irgendjemand bezahlen muss. Aber gerade, weil die Beseitigung von Spurenstoffen aus dem Abwasser eine dringende und gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, darf mit der aktuellen und völlig unzulänglichen Richtlinie keine wertvolle Zeit vertrödelt werden. Jetzt müssen erst die Fakten geklärt werden. Anschließend geht es an die gerechte Verteilung der Kosten. Dass das alles schon längst hätte passieren müssen, kann kein Argument für ein 'weiter so' sein.»
Hamburg (dpa) *04:11 – Wenn teure Zutaten ersetzt werden - Das steckt hinter der „Skimpflation”
Im Supermarkt ist es kaum zu erkennen, wenn sich die Zusammensetzung des Lieblingsmüslis plötzlich ändert. Die Verbraucherzentrale Hamburg sieht darin einen Trick, um Kunden zu täuschen. Einige Hersteller ersetzten teure Zutaten wie Fleisch, Butter oder Haselnüsse durch günstigere wie Wasser oder Aromen, kritisiert der Verband. Das Phänomen wird als «Skimpflation» bezeichnet.
«Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen scheinbar das gleiche Produkt, erhalten aber weniger Qualität fürs Geld», sagt Armin Valet, Lebensmittel-Experte der Verbraucherzentrale. Die Praxis sei legal, solange die geänderte Zusammensetzung korrekt auf der Verpackung steht. «Für Hersteller ist dies interessant, wenn Rohstoffe teurer werden.» So ließen sich Produktionskosten sparen. Der Verkaufspreis wiederum bleibe meist gleich.
Wesel (ots) *09:11 – Was wirklich im Trinkwasser steckt
Klares Wasser, bester Standard - so lautet das Image der deutschen Trinkwasserversorgung. Doch die Realität sieht stellenweise anders aus: Rückstände von Medikamenten, Nitrit, Nitrat
- und sogar Uran finden sich in Messungen quer durchs Land. In Koblenz etwa wurden davon geringe Spuren nachgewiesen. Auch wenn Grenzwerte eingehalten werden, ist noch nicht vollständig erforscht, wie sich Kombinationen vieler Rückstände langfristig auswirken.
Die einzelnen Werte liegen unter den Grenzwerten, aber bislang ist wenig darüber bekannt, wie sich solche Stoffe bei lebenslanger Aufnahme in Kombination auswirken können. In diesem Beitrag erfahren Sie, was tatsächlich im Trinkwasser steckt, wie sich etwaige Belastungen langfristig auswirken können und welche Maßnahmen für Verbraucher möglich sind, um die Wasserqualität individuell zu optimieren.