Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemie-Gewerkschaft warnt vor weiterer Abwanderung von Industriebetrieben

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20.07.2025

Hannover (dpa/lni) *15:37 Uhr – «Absolut beunruhigend» - Wirtschaftsminister für Stahlgipfel

Angesichts der Konjunkturschwäche in der Stahlbranche fordert Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne die Bundesregierung zu einem Spitzentreffen mit den Standortländern auf. «Die Bundesregierung muss jetzt schnell die Länder, Stahlindustrie und Gewerkschaften an einen Tisch holen, um eine gemeinsame Stahl-Strategie zu entwickeln», sagte der SPD-Politiker in einer Mitteilung seines Ministeriums. Es müsse darum gehen, Arbeitsplätze zu sichern - kurzfristig durch wettbewerbsfähige Strompreise und mittelfristig durch den Umbau zu einer klimaneutralen Stahlproduktion. Auch die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Kerstin Maria Rippel, hatte sich erst vor wenigen Tagen für ein Spitzentreffen ausgesprochen. «Was wir jetzt brauchen, ist ein Stahlgipfel als Spitzentreffen auf höchster politischer Ebene mit unserer Branche», sagte Rippel. Anfang Juli hatten bereits die stahlproduzierenden Bundesländer Saarland, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in einem Antrag im Bundesrat für einen Stahlgipfel geworben.

Wegen harter Konkurrenz aus dem Ausland vor allem aus Asien, hoher Energiepreise und der Konjunkturschwäche hatte die deutsche Stahlbranche zuletzt deutlich weniger Stahl hergestellt. Die Rohstahlproduktion im Inland ging nach Angaben der Vereinigung Stahl im ersten halben Jahr um knapp 12 Prozent auf 17,1 Millionen Tonnen zurück. Demnach leiden die Stahlunternehmen unter der schwachen Inlandsnachfrage aus wichtigen Abnehmerbranchen wie Bau, Maschinenbau und Automobilindustrie. Niedersachsens wichtigster Stahlkonzern Salzgitter musste zuletzt seine Jahresprognose für Umsatz und Gewinn nach unten anpassen.

Emden (dpa/lni) *04:01 Uhr – EWE-Chef: EU-Regeln verteuern Wasserstoffproduktion

Der Chef des Oldenburger Energiekonzerns EWE, Stefan Dohler, fordert von der Bundesregierung verlässliche Rahmenbedingungen für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft. «Ich würde mir wünschen, dass wir spätestens im nächsten Jahr Klarheit

haben: Einerseits wie sich die Bundesregierung aufstellt in den Punkten, die die deutsche Gesetzgebung regeln kann, und andererseits wie ein starker Antritt in Brüssel erfolgen kann», sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Presse-Agentur.

Insbesondere EU-Vorgaben dazu, welcher Strom für die Wasserstoffproduktion genutzt werden darf, machten die Herstellung des grünen Gases kompliziert und teuer, sagte Dohler. EWE baut im ostfriesischen Emden die derzeit größte Anlage zur Herstellung von Wasserstoff in Deutschland - einen 320-Megawatt-Elektrolyseur. Durch die geltenden EU-Regeln wird der produzierte Wasserstoff dort nach Angaben des Unternehmens bis zu 50 Prozent teurer.

Dohler fordert daher, die Bundesregierung solle bei der EU-Kommission auf eine Anpassung der Strombezugskriterien drängen. «Mein Wunsch wäre, Herr Merz tut sich mit den Staaten, die klar auf Wasserstoff setzen, zusammen - ähnlich wie es auch eine Nuklear-Allianz gibt», sagte der EWE-Chef. «Wir haben in Deutschland Schlüsseltechnologien und -unternehmen im Bereich Wasserstofferzeugung, die wir nicht wie in anderen Fällen verlieren sollten.»

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