15.07.2025: Dax unter Druck: Zeichen der Stagflation?
Frankfurt/Main (dpa) *18:19 – Handelsschluss in Frankfurt: Dax bleibt unter Druck
Der Dax hat am Dienstag das vierte Mal in Folge nachgegeben. Der deutsche Aktienindex fiel nach anfänglichen Gewinnen um 0,42 Prozent auf 24.060,29 Punkte und entfernte sich damit weiter von seinem erst am Donnerstag erreichten Rekordhoch. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel verlor 0,40 Prozent auf 31.086,25 Zähler. Der leichte Schwächeanfall des Dax am Nachmittag sei der Tatsache geschuldet, dass sich in New York trotz einer weiteren Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China mit der Chipfreigabe für Nvidia die Kauflaune in Grenzen gehalten habe, schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Marktes. «Die Wall Street hat einen Inflationsbericht verarbeiten müssen, aus dem das erste Mal herauszulesen ist, dass die Zollpolitik von Donald Trump wirklich die Preise nach oben treibt», betonte Stanzl.
Gleichzeitig gingen die Preise für Gebrauchtwagen und andere Güter zurück, was dem Experten zufolge tendenziell auf eine konjunkturelle Abkühlung hindeutet. Zusammengenommen ergebe das einen Trend hin zur Stagflation, also einer Kombination aus Stagnation und Inflation. Das ist Stanzl zufolge ein Thema, das an den mittlerweile hoch bewerteten Börsen nicht gerne gehört wird. Die Europäische Union hatte am Montag im Zollstreit mit den USA klargemacht, dass Gegenzölle vorbereitet werden für den Fall, dass die ab Anfang August im Raum stehenden US-Zölle tatsächlich umgesetzt werden. Gleichzeitig aber bemüht sich der zuständige EU-Kommissar Maros Sefcovic weiter um eine Verhandlungslösung.
Karlsruhe (dpa/lsw) *13:24 – EnBW schließt Kapitalerhöhung ab
Mit dem Verkauf von mehr als 53,5 Millionen neuer Aktien hat der Energiekonzern EnBW rund 3,1 Milliarden Euro erlöst und damit seine lange vorbereitete Kapitalerhöhung abgeschlossen. Der Schritt «markiert einen bedeutenden Meilenstein für die Umsetzung unseres Investitionsprogramms», sagte Unternehmenschef Georg Stamatelopoulos laut Mitteilung. Sein Vize und Finanzvorstand Thomas Kusterer erklärte: «Die Kapitalerhöhung erweitert unseren finanziellen Handlungsspielraum deutlich.» Mit mehr eigenem Geld kann der Karlsruher Konzern an Finanzmärkten besser an Kapital für seine geplante Investitionen ins Energiesystem kommen.
Für den Zeitraum von 2024 bis 2030 hat EnBW Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro in den klimaneutralen Umbau des Energiesystems geplant. Es sei das größte Investitionsprogramm in der Unternehmensgeschichte. Allein im Zeitraum von 2025 bis 2027 sollen fast 26 Milliarden Euro fließen. Dabei geht es vor allem um den Ausbau der Stromnetze, den Neubau von Wind- und Solaranlagen, wasserstofffähige Gaskraftwerke, das geplante Wasserstoffkernnetz sowie Elektromobilität.
Die neuen Aktien wurden ausschließlich den Aktionären der EnBW angeboten. Dazu zählen allen voran das Land Baden-Württemberg und der Zusammenschluss OEW von neun oberschwäbischen Landkreisen. Sie halten je fast 47 Prozent am drittgrößten Energieversorger in Deutschland. Beide hatten sich früheren Angaben zufolge verpflichtet, ihre Bezugsrechte bis zu einem Volumen von jeweils 1,5 Milliarden Euro vollumfänglich auszuüben.
Amsterdam (dpa) *12:56 – EWE vertreibt Erdgas aus der Nordsee vor Borkum
Das deutsche Energieunternehmen EWE wird das aus der Nordsee nahe der Insel Borkum gewonnene Erdgas kaufen und an seine Kunden in Niedersachsen liefern. EWE und der niederländische Erdgaskonzern One-Dyas unterzeichneten nach Angaben von One-Dyas in Amsterdam eine entsprechende Liefervereinbarung. One-Dyas hatte erst kürzlich die bei Umweltschützern umstrittene Förderung von Erdgas aus der Nordsee begonnen. Das Gasfeld liegt auf deutschem und niederländischen Hoheitsgebiet, im Norden der Wattenmeerinseln Schiermonnikoog und Borkum. Nach Angaben von One-Dyas gehört das Gasfeld zu den wichtigsten Erdgasquellen in Deutschland und den Niederlanden.
One-Dyas will noch in diesem Jahr dort rund 0,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas fördern, davon entfällt ein Drittel auf Deutschland. Die heimische Gasförderung in Deutschland betrug nach Angaben des Unternehmens im vergangenen Jahr 4,2 Milliarden Kubikmeter.
Genf (dpa) *12:46 – WHO «extrem besorgt» über wachsende Impfskepsis
- Impfskepsis und einbrechende Entwicklungshilfe etwa für Impfkampagnen sind nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO eine große Gefahr für die Gesundheit der Weltbevölkerung. «Wir sind extrem besorgt über Fehl- und Desinformation zu Impfungen», sagt Kate O'Brien, Direktorin der WHO-Impfabteilung. Auch die schrumpfenden Hilfsgelder seien «extrem problematisch», sagte O'Brien bei der Vorlage des jährlichen Berichts über die Impfraten weltweit von WHO und dem UN-Kinderhilfswerk Unicef.
Stand: 08.12.2025
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Das weitaus größte Hindernis für umfassenden Impfschutz bei Kindern seien Konflikte sowie die Schwierigkeit, Kinder in sehr abgelegenen Regionen zu erreichen. Im vergangenen Jahr hätten 14,3 Millionen Kinder im ersten Lebensjahr keine einzige Impfung erhalten, heißt es in dem Bericht. Im Jahr davor waren es 14,4 Millionen.
Schon im vergangenen Jahr hätten Mittel gefehlt, um arme Länder mit Impfkampagnen zu unterstützen. Die teils drastischen Kürzungen von Entwicklungshilfe in diesem Jahr - durch die USA und viele andere Länder - dürfte verheerende Auswirkungen haben, fürchten WHO und Unicef.