Newsticker September: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Regierung erleichtert Brennstoffwechsel für Industriebetriebe

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01.09.2022

Wittenberg (dpa/sa) *14:17 Uhr – Belegschaft der Stickstoffwerke Piesteritz droht Kurzarbeit

Der Belegschaft eines der größten Düngemittelproduzenten in Deutschland, der SKW Stickstoffwerke Piesteritz in Wittenberg, droht Kurzarbeit. Die Mitarbeiter hätten kein Verständnis dafür, dass die Politik so mit der Industrie spiele, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag mit Blick auf die Gasumlage. Bereits jetzt stünden die Ammoniakanlagen still. Es rechne sich aktuell nicht, eine wieder zur Verfügung stehende Ammoniakanlage hochzufahren. Mit dem Betrieb würde man in einem Monat so viel verlieren, wie man im Jahr an Gewinn erwirtschafte, so der Sprecher.

Angesichts der Gaskrise liege mittlerweile ein kompletter Produktionsstopp vor. Seit Tagen werde nichts mehr produziert, den Beschäftigten droht Kurzarbeit. Der 1. Oktober steht laut dem Sprecher im Raum. Grund seien die extrem hohen Gaspreise und die Gasumlage, hatte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch in Wittenberg gesagt. Die Energiekrise treffe das Unternehmen extrem hart, da die Produktion sehr viel Gas benötige. SKW müsse monatlich voraussichtlich 30 Millionen Euro Gasumlage zahlen. Das sei finanziell nicht zu stemmen.

München (dpa) *09:36 Uhr – Ifo: Geschäftserwartungen der Chemie fallen auf Tief seit 1991

Angesichts der Energiekrise ist die deutsche Chemieindustrie so pessimistisch wie seit mehr als 30 Jahren nicht. Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate sanken im August auf minus 55 Punkte, berichtete das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag. «Das ist der schlechteste Wert seit 1991.»

Noch heftiger sackte die Bewertung der aktuellen Geschäftslage ab. Erstmals seit September 2020 bewerteten die Chemie-Unternehmen sie wieder negativ (minus 8 Punkte), nach einem Wert von plus 22 in diesem Juli. Im Ergebnis fiel das Geschäftsklima, das sich aus Lage und Erwartungen ergibt, auf minus 33 Punkte im August (Juli: minus 14). Der Krieg in der Ukraine belaste die Branchenkonjunktur erheblich, erläuterten die Ifo-Forscher.

Die Chemie-Unternehmen wollen nun deutlich weniger produzieren, hieß es. Etwas entspannt habe sich nur die Materialknappheit. Doch noch immer berichteten 50 Prozent der Chemiefirmen von Nachschubproblemen.

In der Chemie- und Pharmaindustrie sind die Sorgen groß, dass Russland die schon eingeschränkten Gaslieferungen nach Deutschland komplett einstellen könnte. Die Branche mit mehr als 530.000 Beschäftigten hierzulande ist laut dem Branchenverband VCI größter deutscher Gasverbraucher mit einem Anteil von 15 Prozent, knapp ein Drittel des Industrieverbrauchs entfällt allein auf sie.

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