Newsticker September: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Regierung erleichtert Brennstoffwechsel für Industriebetriebe

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07.09.2022

Dessau-Roßlau (dpa/sa) *15:01 Uhr – Pharmaunternehmen Merz baut Standort in Dessau-Roßlau aus

Das Pharmaunternehmen Merz hat rund 40 Millionen Euro in seinen Standort in Dessau-Roßlau investiert. Von dem Geld wurden eine Abfüllanlage sowie ein Multifunktionsgebäude gebaut, wie eine Sprecherin der Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) Sachsen-Anhalt am Mittwoch mitteilte. Außerdem würden durch den Ausbau 50 neue Arbeitsplätze entstehen. Die IMG betreut das Unternehmen im Land.

Merz stellt im Biopharmapark Dessau-Roßlau seit 2002 ästhetische und neurologische Produkte her. Das Unternehmen richtet nach Angaben der Sprecherin nun seine Herstellung auf «besonders umsatzstarke Produkte» aus, wie etwa Xeomin, das bei neurologischen Bewegungsstörungen eingesetzt wird, und Bocouture, ein Produkt für die ästhetische Medizin.

Seinen Hauptsitz hat das familiengeführte Unternehmen in Frankfurt am Main und verfügt über mehrere Produktionsstandorte in Deutschland und anderen Ländern.

Potsdam (dpa/bb) *13;12 Uhr – Minister sieht keine Rückkehr zum kompletten PCK-Normalbetrieb

Eine Rückkehr der Raffinerie PCK in Schwedt/Oder zum Normalbetrieb ist aus Sicht von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) angesichts des geplanten Öl-Embargos gegen Russland nicht möglich. «Von dieser technischen Forderung mussten wir Abstand nehmen», sagte Steinbach am Mittwoch im Landtags-Wirtschaftsausschuss in Potsdam. «Das war auch, muss man auch sagen, politisch eine verkürzte Aussage zu sagen, wir wollen wieder, dass die zu 100 Prozent läuft.»

Die Versorgungssicherheit für den Nordosten Deutschlands sei für den Fall des Embargos gewährleistet auf Basis eines Betriebes bei PCK «irgendwo zwischen 45 und 60 Prozent», sagte der Minister. Mit einer Ertüchtigung der Pipeline zwischen Rostock und Schwedt werde darüber hinaus eine Auslastung wie vor dem Ukraine-Krieg angestrebt, das seien zwischen 80 und 85 Prozent des Normalbetriebs, aber nicht 100 Prozent. Dafür habe der Bund auch eine Kostenübernahme zugesagt. «Dieses wird aber zwischen zwei und zweieinhalb Jahren je nach Projektausführung dauern», betonte er.

Die Brandenburger Landesregierung fordert vom Bund dafür eine Beschäftigungsgarantie. Steinbach stellte klar: «Es werden dann nicht alle vor Ort sozusagen im aktiven Betrieb sein.» Niemand solle aber einen persönlichen Nachteil erleiden. Alle PCK-Mitarbeiter sollten weiterbeschäftigt werden.

Brüssel (dpa) *13:01 Uhr – EU-Kommission will übermäßige Gewinne von Energiefirmen abschöpfen

Verbraucher sollen nach dem Willen der EU-Kommission mit Einnahmen aus übermäßigen Gewinnen von Energiefirmen entlastet werden. «CO2-arme Energiequellen machen derzeit Zufallsgewinne, die nicht ansatzweise ihre Produktionskosten widerspiegeln», sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. «Wir wollen diese unerwarteten Gewinne umleiten, um besonders betroffene Haushalte und Betriebe bei der Anpassung zu unterstützen.» Das Gleiche gelte für «Zufallsgewinne» von Unternehmen, die ihr Geschäft mit fossilen Brennstoffen machen, sagte von der Leyen. Die Vorschläge ähneln den Plänen der Bundesregierung, um übermäßige Gewinne von Stromproduzenten abzuschöpfen. Die EU-Staaten werden nun darüber beraten.

Derzeit wird der Strompreis in Europa vor allem von teuren Gaskraftwerken bestimmt, die wegen der hohen Nachfrage zur Stromproduktion eingeschaltet werden. Da der Gaspreis vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine stark gestiegen ist, ist auch Strom teurer geworden. Andere Energiefirmen, die billiger Strom produzieren – etwa aus Wind, Sonne oder Atomkraft – machen große Gewinne, weil sie ihren Strom auch zu dem höheren Preis verkaufen können. Ein Teil dieser «Zufallsgewinne» soll abgeschöpft und für die Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher genutzt werden.

Als weitere Maßnahme gegen die hohen Strompreise schlug von der Leyen vor, den Stromverbrauch während Zeiten hoher Nachfrage zu reduzieren. «Wir werden ein verbindliches Ziel für die Verringerung des Stromverbrauchs zu Spitzenzeiten vorschlagen.» Gleichzeitig müsse man die Energieversorgungsunternehmen unterstützen, die derzeit mit der enormen Volatilität der Märkte zu kämpfen haben, sagte von der Leyen. «Wir werden unsere Rahmen für staatliche Beihilfen aktualisieren, damit staatliche Garantien im Notfall rasch bereitgestellt werden können.»

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Als letzte Maßnahme nannte von der Leyen einen Preisdeckel für Importe von russischem Gas. Seitdem Russland Lieferungen über Nord Stream 1 eingestellt hat, fließt nur noch sehr wenig russisches Gas über die Ukraine und die Türkei nach Europa. Am Freitag treffen sich die EU-Energieminister, um über die verschiedenen Optionen zu beraten.

Neu Delhi (dpa) *09:36 Uhr – Indien lässt Nasenspray-Impfstoff gegen Corona zu

Indien hat einen Nasenspray-Impfstoff gegen Corona zugelassen. Der Impfstoff des indischen Herstellers Bharat Biotech dürfe bei Erwachsenen als Basisimmunisierung eingesetzt werden, teilte Gesundheitsminister Mansukh Mandaviya auf Twitter mit. Der Impfstoff gebe Indiens Kampf gegen Corona einen großen Schub. Es handle sich dabei um den ersten nasalen Impfstoff Indiens, schrieb die indische Nachrichtenagentur ANI. Hersteller Bharat Biotech stellt auch den in Indien und etlichen anderen Ländern breit verwendeten Corona-Totimpfstoff Covaxin her. Indien ist als Apotheke der Welt bekannt und stellt generell einen Großteil der Impfstoffe weltweit her – besonders für ärmere Länder. Seit der Pandemie stellt das Land unter anderem Astra Zeneca-Impfstoff sowie eigens entwickelte Impfstoffe her.

Nach Angaben der Firma Bharat Biotech wurden Phase 3 Studien erfolgreich durchgeführt. Die entsprechenden Daten würden demnach künftig in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Die Nasensprayimpfung solle günstig sein und sich deshalb gut zur Anwendung in Ländern mit tiefem und mittlerem Einkommen eignen.

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