Newsticker Februar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Covestro weiter auf Sparkurs

< zurück

Seite: 4/21

Anbieter zum Thema

23.02.2024

Mannheim (dpa/lsw) *15:15 Uhr – Cropenergies verabschiedet sich Ende des Monats von der Börse

Der strauchelnde Biosprit-Hersteller Cropenergies ist ab Ende Februar nicht mehr an der Börse notiert. Mit Ablauf des 28. Februar 2024 werden die Aktien nicht mehr im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt, wie das Unternehmen am Freitag in Mannheim mitteilte. Mit dem Aus der Börsennotierung endeten auch wesentliche umfangreiche finanzielle Berichtspflichten.

Auch nach dem Rückzug aus dem regulierten Aktienmarkt wolle die Cropenergies AG an der Wachstumsstrategie festhalten, sagte Unternehmenschef Stephan Meeder. Der Mutterkonzern Südzucker hatte im Dezember erklärt, die Biokraftstofftochter komplett übernehmen und von der Börse nehmen zu wollen. Cropenergies war im September 2006 an die Börse gegangen.

Das Unternehmen stellt nachhaltig erzeugtes, erneuerbares Ethanol her. Nach den ersten drei Quartalen (bis Ende November) des laufenden Geschäftsjahrs stand Cropenergies bei den Umsätzen bei 943 Millionen Euro, nach rund 1,18 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis war nach Angaben von Januar mit 61 Millionen Euro deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum (235 Millionen Euro). Das Unternehmen verwies auf ein außerordentlich starkes Vorjahr. Der Hauptgrund für die jetzigen Zahlen seien deutlich gesunkene Ethanolpreise und planmäßige Wartungsstillstände, wegen derer die Produktions- und Absatzmengen deutlich unter dem Vorjahresniveau lägen.

Cropenergies produziert nach eigenen Angaben aus nachwachsender Biomasse jährlich 1,3 Millionen Kubikmeter Ethanol in Deutschland, Belgien, Großbritannien und Frankreich. Es werde nicht nur als Kraftstoff genutzt, sondern beispielsweise auch für die Getränkeherstellung, Kosmetikprodukte und Desinfektionsmittel.

Baden-Baden (ots) *12:32 Uhr – Chemiearbeitgeber: „Rezession erfordert einen Krisen-Tarifabschluss“

Die Chemie-Tarifrunde 2024 findet in einem Rezessionsjahr statt – das stellt Christjan Knudsen, Vorsitzender der Tarifkommission des Arbeitgeberverbandes Chemie Baden-Württemberg (agvChemie) mit Blick auf den jüngst vorgestellten Jahreswirtschaftsbericht fest: „Deutschland ist in der Rezession. Die Aussichten für dieses Jahr sind nicht gut. Zusammen mit der schwierigen Situation der Chemiebranche ist klar: Wir brauchen einen Tarifabschluss, der uns aus dieser Krise heraus hilft!“

Er erläuterte, dass in der Chemie- und Pharmaindustrie in Baden-Württemberg am 23. April 2024 für 210 Unternehmen mit 73.000 Beschäftigten verhandelt werde. „Es kommt darauf an, dass wir einen Abschluss für alle Unternehmen erzielen: Ein Flächentarif wird über die Mindestbedingungen verhandelt!“

Knudsen hofft darauf, dass „auch in dieser Tarifrunde die Chemie-Sozialpartnerschaft zum Tragen kommt.,Wir wollen einen sachgerechten Abschluss hinbekommen – so, wie das Tradition in der Chemie ist,“ sagte er am Rande einer vorbereitenden Sitzung der Tarifkommission des agv-Chemie am Freitag.

München (dpa) *08:13 Uhr – Bericht: Berlin sieht Chemiedreieck notfalls ohne Windpark versorgt

Die Bundesregierung sieht trotz des negativen Bürgerentscheids in Mehring im Landkreis Altötting gegen einen Teil des geplanten Windparks die Energieversorgung in der dortigen Industrieregion nach einem Medienbericht nicht gefährdet. «Die Versorgungssicherheit des bayerischen Chemiedreiecks ist aufgrund des europäischen Strommarkts und des europäischen Stromnetzverbundsystems von der Entwicklung dieses einzelnen Windparks Altötting nicht betroffen», heißt es in einem Bericht des Wirtschaftsministeriums an den Bundestagsausschuss für Klimaschutz und Energie, über den die «Augsburger Allgemeine» (Freitag) berichtet. Allerdings stellt das Ministerium auch klar, dass es bei dem Projekt selbst keinerlei Zuständigkeiten habe.

Das Nein der Bürger in der kleinen oberbayerischen Gemeinde Mehring zu den Windrädern auf ihrem Gemeindegebiet Ende Januar hatte hohe Wellen geschlagen. Im Altöttinger Forst laufen Planungen zu Bayerns größtem Windpark. Zehn von 40 Windrädern sollten auf Mehringer Gebiet stehen, das Investitionsvolumen liegt bei rund 400 Millionen Euro.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Die Staatsregierung, die Bayerischen Staatsforsten und das Unternehmen Qair wollen trotz der Absage aus Mehring an dem Projekt festhalten. Gespräche von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) mit Vertretern der Bürgerinitiative Gegenwind hatten kein greifbares Ergebnis gebracht.

Die geplanten 40 Windräder könnten mit einer Gesamtleistung von 288 Megawatt rechnerisch rund 150.000 Haushalte mit Windstrom versorgen. Der Windpark soll auch dem bayerischen Chemiedreieck mit Tausenden Arbeitsplätzen zusätzliche Energie liefern. Etwa zehn Prozent des hier benötigten Stroms, so heißt es, könnten mit dem Wind produziert werden.

Ludwigshafen (dpa) *07:52 Uhr – BASF kündigt weiteren Stellenabbau und Sparprogramm an

Der Chemiekonzern BASF legt aufgrund der schwachen Nachfrage in Europa ein weiteres Sparprogramm auf. Es sollen zusätzlich am Standort Ludwigshafen bis 2026 jährlich Kosten von einer Milliarde Euro eingespart werden, teilte der Dax-Konzern am Freitag mit. Die Fixkosten sollen durch Effizienzsteigerungen gesenkt und die Produktionskapazitäten den Markterfordernissen angepasst werden.

«Mit dem Programm wird deshalb leider auch ein weiterer Stellenabbau verbunden sein», sagte Unternehmenschef Martin Brudermüller. Details werden derzeit erarbeitet und Arbeitnehmervertreter in den weiteren Prozess eng einbezogen.

Bereits 2022 hatte die BASF-Führung wegen verschlechterter Geschäfte und schwierigerer Rahmenbedingungen in Europa vor allem wegen stark gestiegener Gaspreise ein Sparprogramm angekündigt. Mit diesem sollen die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um insgesamt 1,1 Milliarden Euro gesenkt werden. Hinzu kommen weitere Maßnahmen, mit denen BASF ab Ende 2026 die jährlichen Kosten um 500 Millionen Euro senken will. Zu den Maßnahmen zählen bereits der Abbau von Arbeitsstellen und die Stilllegung mehrere Chemieanlagen.

Für dieses Jahr ist der Ausblick des Vorstands eher verhalten: Die Schwäche der weltwirtschaftlichen Dynamik dürfte sich fortsetzen, und das Wachstum werde sich voraussichtlich erst im weiteren Verlauf des Jahres etwas verstärken. BASF peilt ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sondereinflüssen zwischen acht Milliarden und 8,6 Milliarden Euro an. 2023 ging das Ergebnis wie bereits bekannt um fast 29 Prozent auf knapp 7,7 Milliarden Euro zurück.

(ID:49896681)