Newsticker Februar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

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10.02.2024

Ludwigshafen (dpa) *03:01 Uhr – BASF-Finanzvorstand beklagt Kluft zwischen Politik und Wirtschaft

BASF-Finanzvorstand Dirk Elvermann hat ein engeres Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft in Deutschland gefordert. «Angesichts vieler Baustellen passt gerade wenig zusammen. Wir reden an wichtigen Stellen aneinander vorbei», sagte Elvermann in einem Gespräch mit den Nachrichtenagenturen dpa-AFX und dpa.

Man sei «ein Stück weit voneinander abgekoppelt» im Augenblick. «Es geht darum, die wichtigen Punkte, wie Infrastruktur, Bildung, industrielle Rahmenbedingungen, Forschung und Entwicklung sowie die Energieversorgung zusammenzubringen und eine Investitionsstrategie und ein Narrativ für das Land zu schaffen.»

Ferner leide die Wirtschaft massiv unter immer stärker werdendem Regulierungsdruck. «Chemieunternehmen sind so vielen Regularien unterworfen, die zwar gut gemeint sind, aber in der Summe schwer zu stemmen, selbst für ein großes Unternehmen – von kleinen und mittelständischen Unternehmen ganz zu schweigen», sagte Elvermann. Er mahnte eine ihm zufolge längst überfällige Entbürokratisierung an. «Zudem brauchen wir mehr Wettbewerbsfähigkeit – kurzfristig, was etwa Energiekosten angeht, und langfristig, was Infrastruktur angeht.»

Der jüngste Bahnstreik habe BASF hart getroffen. «In Ludwigshafen gehen etwa 30 Prozent des Warenverkehrs über die Schiene. Wir haben in der Infrastruktur eigentlich genug Probleme und stellen jetzt einfach mal für einige Tage mehr oder weniger die Schiene ab.» Das sei nicht nur für viele Pendler schwierig, sondern auch für Unternehmen ein Problem in ohnehin schwierigen Zeiten. «Das kann man teilweise kompensieren, aber über zusätzliche Lastwagen auf den Straßen freut sich auch keiner.»

Berlin (dpa) *04:01 Uhr – Wasserstoffimporte: Studie rät zu Fokus auf EU und Anrainerstaaten

Beim Import von Wasserstoff für den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft sollte Deutschland laut einer Studie aus Fehlern der Vergangenheit beim Gas lernen. Eine starke Fokussierung auf wenige Anbieter wie Russland sollte vermieden werden, heißt es in einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Bei Wasserstoffimporten sollte sich Deutschland auf die EU und EU-Anrainerstaaten konzentrieren, heißt es weiter. Die für den Import von Wasserstoff in Frage kommenden Regionen sollten auch aus Kostengründen eher in einer Pipelinedistanz liegen. Unter der Berücksichtigung günstiger Erzeugungspotenziale, die neben den Erneuerbaren-Potenzialen auch Finanzierungskosten und geopolitische Stabilität berücksichtigten, seien dies insbesondere EU-Staaten wie Spanien und EU-Anrainerstaaten wie Norwegen.

Wasserstoff soll eine Schlüsselrolle spielen beim klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft, zum Beispiel der Stahlindustrie. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte gesagt, ungefähr ein Drittel des benötigten Wasserstoffs könne in Deutschland erzeugt werden, ungefähr zwei Drittel müssten importiert werden.

Das Ministerium plant noch eine Importstrategie. Habeck hat deswegen bereits mehrere Länder besucht, zuletzt war er in Algerien. Er hatte bereits deutlich gemacht, die Regierung wolle auf soziale und ökologische Standards im Herkunftsland achten. Bei Erdgaslieferungen war Deutschland vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine abhängig von Russland und musste dann unter großen Anstrengungen Ersatz besorgen.

In der Studie des Instituts heißt es, da der sogenannte grüne Wasserstoff und Wasserstoffderivate kurz- und mittelfristig eher teuer und knapp bleiben würden, sollte sich eine Importstrategie auf Bereiche fokussieren, in denen sich die Klimaziele nur mit Wasserstoff erreichen lassen. Dazu zählen etwa die Stahl- und Grundstoffchemie, der internationale Flug- und Schiffstransport oder Raffinerien. Grüner Wasserstoff wird aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne hergestellt.

Langfristig gebe es weltweit genug Potenzial zur Herstellung grünen Wasserstoffs und seiner Derivate. Es bestünden aber eine Reihe an Hemmnissen für einen Markthochlauf, sodass dieser aktuell nur schleppend voranschreite. Ein überwiegender Teil der weltweiten Produktion werde auf heimischen Märkten zum Einsatz kommen, schätzungsweise nur rund ein Drittel international gehandelt werden. Der Aufbau von Herstellungs- und Transportinfrastrukturen werde Zeit brauchen, sodass größere Importmengen erst nach 2030 zu erwarten seien.

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