Frankfurt/Main (dpa) *17:43 Uhr – Bayer streicht Dividende auf gesetzliches Minimum zusammen
Auch unter dem finanziellen Druck milliardenschwerer US-Rechtsstreitigkeiten streicht Bayer die Dividende zusammen. Für drei Jahre solle das gesetzlich geforderte Minimum ausgeschüttet werden, teilte der Pharma- und Agrarchemiekonzern am Montag mit. Für 2023 ergebe sich daraus eine Dividende von 11 Cent je Aktie, was auch der Hauptversammlung im April vorgeschlagen werden soll. Die Einschnitte stünden im Zusammenhang mit Schulden, den hohen Zinsen und einer angespannten Situation beim freien Finanzmittelfluss.
Der Bayer-Aktienkurs schwankte zunächst stark, notierte zuletzt mit plus einem Prozent aber etwas höher als vor der Mitteilung. Einschnitte bei der Dividende kommen für Experten nicht sonderlich überraschend.
Berlin (dpa) *13:34 Uhr – Experten fordern mehr Tempo beim Ausbau von Wasserstofftechnologien
Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) fordert die Bundesregierung zu mehr Tempo beim Ausbau von Wasserstofftechnologien auf. Zwar seien bisher wichtige Grundlagen gelegt worden, nun gelte es aber, «mehr Tempo zu machen», sagte Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW, am Montag in Berlin. «Man muss attestieren, dass wir derzeit ein völliges Planungs-Durcheinander haben», sagte Linke. Die Planung werde immer weiter aufgeschoben.
«Perspektivisch ist es tatsächlich so, dass wir die Welt mit grünem Wasserstoff versorgen können, auch Europa könnte sich autark mit grünem Wasserstoff versorgen». Es sei aber noch ein weiter Weg, sagte Linke. Bis dahin müsse man auch blauen oder türkisen Wasserstoff einsetzen, der mehr CO2 ausstoße. Grüner Wasserstoff, der mittels Strom etwa aus Wind- und Sonnenkraft hergestellt wird, soll helfen, die klimaschädlichen CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe zu reduzieren und damit die Klimaerwärmung zu bekämpfen.
Der DVGW forderte zudem ein bundesweites integriertes Wasserportal, welches Messdaten zum Thema Wasser an einer Stelle zusammenführen soll. «Darin sind verlässliche Messdaten zum Grundwasserstand, Talsperrenfüllstände und Abflusswerte jederzeit und gut nutzbar einsehbar», erklärt Wolf Merkel, Vorstand Wasser des DVGW. Behörden könnten damit zukünftig ihre Wasserrechte bemessen, die Entnahmen steuern, Wasserknappheitssituationen regeln und die Öffentlichkeit transparent informieren.
«Uns muss klar sein, dass Wasser ein Standortfaktor und damit auch ein wichtiger Faktor für den Produktionsstandort Deutschland ist», betonte Merkel. Deswegen fordere der DVGW, dass rechtliche, personelle und finanzielle Voraussetzungen für eine zukunftssichere Infrastruktur geschaffen werden. «Wir brauchen Bund- und Ländermittel für den Ausbau der übergeordneten Infrastrukturen, um die Resilienz der Versorgungssysteme zu stärken»
Ludwigshafen (dpa) *04:01 Uhr – BASF: Geben bei Wintershall Dea keine kritische Infrastruktur ab
Trotz der angekündigten Prüfung durch das Bundeswirtschaftsministerium sieht BASF-Finanzchef Dirk Elvermann keine Hürden für den geplanten Verkauf der Öl- und Gastochter Wintershall Dea an den britischen Ölkonzern Harbour Energy. Die Prüfung sei im Außenwirtschaftsgesetz und in einer entsprechenden Verordnung eine Selbstverständlichkeit, sagte Elvermann den Nachrichtenagenturen dpa-AFX und dpa. BASF hatte im Dezember den Verkauf angekündigt.
Die Bundesregierung will den Deal, der im vierten Quartal abgeschlossen werden soll, einer Investitionsprüfung unterziehen. Die Vereinbarung umfasst die Übertragung des Produktions- und Entwicklungsgeschäfts sowie Explorationsrechte in mehreren Ländern, außerdem Lizenzen zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid.
«Die zu veräußernden Assets der Wintershall Dea stellen keine kritische Infrastruktur dar», sagte Elvermann. Lediglich ein Minderheitsanteil am Fernleitungsnetzbetreiber Nowega könne als Teil der kritischen Infrastruktur gewertet werden. An dieser sei Wintershall Dea nur mittelbar über eine Minderheitsbeteiligung an Erdgas Münster beteiligt. Dies sei der Auslöser für die Prüfung der Bundesregierung.
Stand: 08.12.2025
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Darüber hinaus setze Wintershall Dea die Vorbereitung zum getrennten Verkauf des Anteils an der Firma Wiga fort. Diese ist im Gastransport-Geschäft aktiv – die operativ unabhängigen Wiga-Töchter betreiben Hochdruck-Pipeline-Systeme, einschließlich des Transportnetzwerks von Gascade sowie Opal und NEL.
Die Pipelines seien ursprünglich genutzt worden, um russisches Gas in Deutschland zu verteilen, sagte Elvermann. Nun würden sie für die Anlandung von Flüssigerdgas aus anderen Ländern genutzt, etwa den USA – künftig möglicherweise auch für Wasserstoff. «Diese kritische Infrastruktur ist nicht Teil des Deals mit Harbour Energy», betonte Elvermann. Wintershall Dea wolle den Anteil an diesen Pipelines separat verkaufen. Hier sei der Bund der erste Ansprechpartner.
Im Unterschied zu früheren deutsch-britischen Geschäften gehöre Großbritannien nicht mehr zur EU, sagte der Finanzchef. Einem englischen Erwerber sei jedoch in einer Investitionsschutzprüfung noch nie der Kauf verweigert worden. «Wir sind sehr zuversichtlich, was die Prüfung angeht.»