Guildford/München (dpa) *15:42 Uhr – Industriegase-Konzern Linde bleibt auf Gewinnspur
Der Industriegase-Konzern Linde will nach einem Gewinnplus 2023 auch im laufenden Jahr mehr verdienen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll 2024 auf 15,25 bis 15,65 Dollar zulegen, wie das Unternehmen am Dienstag in Guildford bei London mitteilte. 2023 hatte Linde einen bereinigten Gewinn je Aktie von 14,20 Dollar ausgewiesen. Im ersten Quartal soll das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in der Spitze der Bandbreite um bis zu neun Prozent auf 3,68 Dollar steigen. Bei den Gewinnzielen werden Währungseffekte ausgeklammert.
Im Schlussquartal 2023 kletterte der Umsatz dank Preiserhöhungen im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar. Zum Zuwachs trugen die Gasegeschäfte in allen Regionen bei. In der kleineren Sparte Anlagenbau konnte das Unternehmen die Erlöse noch deutlicher steigern. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,54 Milliarden Dollar nach 1,33 Milliarden Dollar im Vorjahr.
Im Gesamtjahr 2023 ging der Konzernumsatz um zwei Prozent auf 32,85 Milliarden Dollar zurück. Der Nettogewinn legte hingegen um die Hälfte auf 6,2 Milliarden Dollar zu. Im Vorjahr gab es eine Sonderbelastung und mehr Abschreibungen.
Linde hatte sich als bis dahin wertvollster Konzern im Dax Anfang 2023 von der Frankfurter Börse zurückgezogen. Seitdem hat das Unternehmen die New York Stock Exchange als Hauptbörse. Dies ist eine Folge der Fusion mit dem US-Konzerns Praxair. Lindes Rückzug aus Frankfurt wurde als eine herbe Niederlage für den deutschen Finanzmarkt gewertet.
Seit dem Zusammenschluss mit Praxair 2018 ist Linde der weltgrößte Anbieter von Industriegasen. Der Konkurrent des französischen Konzerns Air Liquide beliefert die Auto-, Öl-, Chemie- und Metallindustrie genauso wie Lebensmittelhersteller und Krankenhäuser. Den Löwenanteil der Umsätze und Gewinne erwirtschaftet Linde in der Region Amerika, rund 25 Prozent der Erlöse kommen aus Europa und rund ein Fünftel aus Asien.
München/Altötting (dpa/lby) *15:09 Uhr – Aiwanger: Windpark im Chemiedreieck immer noch möglich
Nach dem Nein der Bürger im oberbayerischen Mehring zu Windrädern in ihrer Gemeinde sieht Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) dennoch gute Chancen, den geplanten Windpark bei Altötting zu verwirklichen. Es müsse nun gemeinsam mit den Menschen vor Ort nach Lösungen in jeder einzelnen Gemeinde gesucht werden, sagte Aiwanger am Dienstag nach einer Sitzung des bayerischen Ministerrates in München.
Er sei zuversichtlich, dass es gelingen könne, zumindest einen Teil der Windräder zu bauen, möglicherweise auch alle. «Wir haben dort einen sehr großen Energiehunger», sagte Aiwanger. Es sein sinnvoll, möglichst viel regenerative Energie direkt in der Region zu erzeugen, auch um Arbeitsplätze zu erhalten. Es müssten nun die Details betrachtet und es müsse versucht werden, im Einvernehmen mit den Anwohnern und den örtlichen Bürgerinitiativen zu Lösungen zu kommen.
Den Plänen zufolge sollte rund um Altötting ein Windpark mit 40 Anlagen entstehen. Die Windräder sollten so viel Strom erzeugen, dass rechnerisch 150.000 Haushalte versorgt werden können. Die Windräder sollen aber vor allem dazu beitragen, den Strombedarf der in der Gegend ansässigen Chemieindustrie zu decken. Den Plänen zufolge hätte der Windpark das Potenzial, rund zehn Prozent des Bedarfs abzudecken. Aiwanger wollte sich noch am Dienstag mit Kommunalpolitikern aus der Region treffen.
Aiwanger war unter anderem von dem aus der Region kommenden CSU-Generalsekretär Martin Huber vorgeworfen worden, sich im Vorfeld des Bürgerentscheids nicht ausreichend für das Projekt eingesetzt zu haben. Einen Termin in Mehring habe er abgesagt, um stattdessen am gleichen Tag an fünf Demonstrationen von Landwirten teilzunehmen. Aiwanger erklärte am Dienstag, die Frage seiner Präsenz habe nicht den Ausschlag gegeben für das Votum der Bürger.
Mannheim (dpa/lsw) *13:01 Uhr – Umsatz von Roche Deutschland wächst – trotz Ende der Corona-Pandemie
Stand: 08.12.2025
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Der Gesamtumsatz des Pharmakonzerns Roche in Deutschland ist nach Unternehmensangaben im Jahr 2023 um 2,4 Prozent leicht gewachsen – auf rund 8,3 Milliarden Euro. In der Pharma-Sparte wuchs der Umsatz um vier Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Mannheim mitteilte. Dabei fallen demnach mehr als 60 Prozent des Umsatzes auf neue Produkte, unter anderem im Bereich der Augenheilkunde, der Neurologie und der Onkologie.
In der Diagnostik-Sparte musste das Unternehmen allerdings einen starken Rückgang von 31 Prozent verzeichnen – auf 806 Millionen Euro. Der Vorstand von Roche Pharma, Hagen Pfundner, verwies dabei auf das rückläufige Covid-Geschäft nach Ende der Pandemie. Roche hatte im Jahr 2021 in der Diagnostik-Sparte aufgrund der starken Nachfrage nach Covid-Tests massiv zugelegt. Auch im Jahr 2022 wuchs die Sparte noch.
Das Schweizer Unternehmen hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr Investitionsprojekte an den deutschen Standorten im Wert von mehr als 1,4 Milliarden Euro umgesetzt oder initiiert. Dabei wurden demnach allein 640 Millionen Euro in den Ausbau der Standorte investiert. In Mannheim etwa wurden zwei neue Gebäude sowie ein Erweiterungsbau in Betrieb genommen inklusive Zell- und Gentherapiebereich. Die Zahl der Mitarbeiter lag zum Jahresende bundesweit bei 18.242 – und damit bei 236 mehr als im Vorjahr. Das Unternehmen prüft nach eigenen Angaben zudem weitere Investitionen in Deutschland in Höhe von rund einer Milliarde Euro in den kommenden drei Jahren.
Straßburg (dpa) *09:49 Uhr – Von der Leyen will Pestizid-Vorschlag nach Bauernprotest zurückziehen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will angesichts vehementer Proteste von Bauern in der EU einen Vorschlag für ein Umweltschutzgesetz gegen hohen Pestizideinsatz zurückziehen. Das Thema sei allerdings nicht von Tisch, kündigte von der Leyen am Dienstag im Europaparlament an. Im Austausch mit Betroffenen wie Landwirten oder Umweltorganisationen könnte die Kommission einen neuen Vorschlag vorlegen.
Von der Leyen geht damit rund vier Monate vor der Europawahl einen weiteren Schritt auf Bäuerinnen und Bauern zu, die sich durch EU-Umweltauflagen unverhältnismäßig unter Druck gesetzt fühlen. In den vergangenen Wochen haben Landwirte – teils gewaltsam – unter anderem gegen EU-Regeln demonstriert.
Eigentlich sollten Landwirte den Einsatz von Pestiziden in den kommenden Jahren deutlich einschränken. Konkret sollten laut Kommissionsvorschlag insgesamt 50 Prozent weniger Pestizide bis 2030 eingesetzt werden. Damit sollte unter anderem gegen das Artensterben vorgegangen werden. Im EU-Parlament wurde der Vorschlag abgelehnt. Auch unter den EU-Staaten gibt es Debatten.
Von der Leyen bezeichnete es als legitimes Ziel, die Risiken durch chemische Pflanzenschutzmittel zu verringern. Der Vorschlag habe aber polarisiert. Sie werde ihren Kollegen in der Kommission daher vorschlagen, ihn zurückzuziehen. Wann ein neuer Vorschlag kommen könnte, ist unklar.
London (dpa) *09:22 Uhr – BP verzeichnet Gewinneinbruch
Der britische Ölkonzern BP hat im Schlussquartal 2023 einen Gewinneinbruch verkraften müssen. Das Unternehmen verdiente wegen Wertberichtigungen – unter anderem auf rohstoffbezogene Finanzinstrumente – 371 Millionen Dollar, wie es am Dienstag mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte BP noch 10,8 Milliarden Dollar ausgewiesen. Um Sondereffekte bereinigt blieb mit 2,99 Milliarden Dollar allerdings deutlich mehr Gewinn hängen als von Analysten erwartet.
2022 hatte die gesamte Branche vom Öl- und Gaspreissprung infolge des Ukraine-Krieges profitiert, dieser Effekt normalisiert sich wieder. Erst jüngst hatten der US-Ölkonzern Chevron sowie der Öl- und Gasmulti Shell einen Gewinneinbruch im Schlussquartal vermeldet.
Trotz des Rückgangs werde BP im ersten Halbjahr des laufenden Jahres eigene Aktien für 3,5 Milliarden Dollar (3,25 Mrd Euro) zurückkaufen, sagte Konzernchef Murray Auchincloss laut Mitteilung.
Wiesbaden (ots) *09:18 Uhr – Tarifrunde muss Beitrag zur Krisenbewältigung leisten
Gestern Abend hat die hessische Tarifkommission der Chemie-Arbeitgeber die Forderungsempfehlung des IGBCE-Hauptvorstandes diskutiert. Diese sieht neben einer Erhöhung der Entgelte in der Spanne von sechs bis sieben Prozent, tarifliche Vorteile für Gewerkschaftsmitglieder und eine Modernisierung des Bundesentgelttarifvertrages (BETV) vor. Die endgültige Forderung wird die IGBCE am 10. April 2024 beschließen. Am 19. April 2024 beginnen dann die Tarifverhandlungen für die hessische Chemie- und Pharma-Industrie in Niedernhausen.
„Die wirtschaftliche Lage in vielen Betrieben ist äußerst angespannt. Die Produktion ist 2022 um fünf Prozent gesunken, 2023 um weitere sieben Prozent geschrumpft“, erläutert Hessen Chemie-Hauptgeschäftsführer Dirk Meyer. Derzeit gäbe es leider keine Anzeichen für eine Erholung.
Trotz dieser schwierigen Lage haben die Chemie-Arbeitgeber zum 1. Januar 2024 bereits eine Erhöhung der Tarifentgelte um 3,25 Prozent umgesetzt. Zusätzlich erhielten die Beschäftigten im Januar ein tarifliches Inflationsgeld von 1500 Euro, brutto für netto. Diese Maßnahmen setzen die zweite Stufe des Chemie-Tarifpakets vom Oktober 2022 um und führen bereits zu steigenden Reallöhnen im Jahr 2024. „Dies zeigt unser Bekenntnis zur fairen Entlohnung trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in vielen Betrieben“, macht Kolja Hosch (Clariant Produkte Deutschland), Verhandlungsführer der hessischen Chemie-Arbeitgeber deutlich. Es gäbe demnach keinen Nachholbedarf in der Hochlohn-Branche Chemie. Hinzu käme, dass sich die Inflation in diesem Jahr deutlich abschwächen werde.
Hosch betont, „dass sich die Branche derzeit in einer doppelten Krise befindet und sowohl konjunkturelle als auch strukturelle Herausforderungen meistern muss“. Angesichts dieser Tatsache sei es unumgänglich, den Fokus auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zu legen. „Eine Forderung von sechs bis sieben Prozent passt nicht zur angespannten Lage.“ Gewerkschaft und Arbeitgeber müssten, wie bereits in zurückliegenden Krisen, gemeinsam Verantwortung übernehmen, um die Unternehmen durch ein schwieriges konjunkturelles Tal zu führen.
Die Arbeitgeber betonen, dass die heute praktizierte Sozialpartnerschaft in der Chemie die effizienteste und für beide Seiten vorteilhafteste Form des Umgangs zwischen den Tarifparteien ist. Die Stärkung der beiderseitigen Tarifbindung erfordert gemeinsame Anstrengungen der Sozialpartner mit attraktiven Tarifverträgen, modernen Sozialpartner-Vereinbarungen und dem Willen zur Veränderung. „Wir weisen aber darauf hin, dass eine Spaltung der Belegschaft durch Besserstellung von Gewerkschaftsmitgliedern für uns nicht in Frage kommt“, so Hosch. Die Arbeitgeber sind davon überzeugt, dass eine krisengerechte Tarifpolitik dazu beitragen wird, die enormen Herausforderungen zu meistern und die Zukunft der Chemiebranche nachhaltig zu gestalten.
Basel (dpa) *08:31 Uhr – Pharmakonzern Novartis will Morphosys schlucken
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis greift nach dem Biotech-Unternehmen Morphosys. Die Schweizer geben dafür 2,7 Milliarden Euro aus. Novartis ist vor allem am Hoffnungsträger Pelabresib interessiert – das Krebsmittel könnte ein Kassenschlager werden. Vorstand und Aufsichtsrat von Morphosys unterstützen das Angebot. Den Aktionären werde 68 Euro je Anteilsschein geboten, teilten die Unternehmen am Montagabend mit. Damit sollen die Investoren fast doppelt so viel Geld bekommen, wie die Aktie vor dem Aufkommen von Übernahmespekulationen wert war. Nach dem Vollzug der Übernahme soll Morphosys von der Börse genommen werden.
Novartis verfüge über umfangreiche Ressourcen, um «das Potenzial von Pelabresib auf globaler Ebene voll zu entfalten und auszubauen», hieß es von beiden Unternehmen. Morphosys wird im Zuge des Deals alle weltweiten Rechte am Blutkrebsmedikament Tafasitamab an das US-Pharmaunternehmen Incyte übertragen. Derzeit arbeitet Morphosys gemeinsam mit Incyte an der Entwicklung und Vermarktung des Mittels.
Studiendaten zu Pelabresib hatten im November den Aktienkurs von Morphosys auf Talfahrt geschickt. Am Markt herrschte große Unsicherheit über die Zulassungsfähigkeit des Krebsmittels. Innerhalb von acht Handelstagen halbierte sich in der Folge der Aktienkurs. Im Dezember sorgten dann detaillierte Studiendaten für neuen Auftrieb. Anleger setzten seither wieder darauf, dass das Mittel die US-Zulassung gegen Blutkrebs erhält.
Düsseldorf (dpa/lnw) *05:01 Uhr Weichmacher in Kinderurin wird Thema im Landtag
Nachdem in Urinproben von nordrhein-westfälischen Kindern deutlich erhöhte Werte eines teils verbotenen Weichmacherstoffs aufgetaucht sind, soll sich der Landtag mit dem Thema beschäftigen. Die SPD-Fraktion hat einen schriftlichen Bericht der Landesregierung für den kommenden Gesundheitsausschuss angefordert.
Die SPD will unter anderem wissen, wie lange die Landesregierung die Zahlen zu der Weichmacher-Chemikalie kennt. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) NRW hatte vergangene Woche Mittwoch mitgeteilt, dass Urinproben von jeweils rund 250 Kindergarten-Kindern aus ganz NRW aus den Jahren 2017/18 und 2020/21 verglichen worden seien. In dem Zeitraum habe sich der Anteil der mit dem Weichmacher belasteten Proben von 26 Prozent (2017/18) auf 61 Prozent (2020/21) erhöht. Die Konzentration bei hochbelasteten Kindern habe sich in etwa verzehnfacht. Die Ursache dafür sei völlig unklar, so das Lanuv. Später hatte das Umweltbundesamt erklärt, dass das Phänomen auch in anderen Teilen Deutschlands auftaucht.
Die SPD fragt in ihrem Berichtsantrag (liegt der dpa vor) auch, welche Maßnahmen die nordrhein-westfälische Landesregierung treffe, um die Ausbreitung der Chemikalie bei Kindern zu verhindern und welche Experten zurate gezogen würden. Der Gesundheitsausschuss des Landtags kommt planmäßig am 21. Februar zusammen.
Weichmacher sind laut NRW-Umweltministerium Stoffe, die spröden Materialien zugesetzt werden, um sie weich, biegsam oder dehnbar zu machen. Bestimmte Weichmacher wirken störend auf das Hormonsystem des Körpers und können zum Beispiel die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Im konkreten Fall geht es um den Weichmacher Di-n-hexyl-Phthalat (DnHexP), der das Fortpflanzungssystem schädigen soll. Im Urin ist der Stoff als sogenannter Metabolit MnHexP nachweisbar.